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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Huder Geschichte: Neue Heimat für alte Walknochen

21.11.2019

Hude /Brake Verwittert und mit Moos bewachsen lagen sie über Jahre im Garten des Hauses Marienhude und dienten zuletzt als Wegbegrenzung: Vier Walkieferknochen mit einer Länge von bis zu 4,60 Metern. Vor knapp zehn Jahren rückten die schon fast vergessenen Überreste eines Wals wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, als Gert Rosenbohm vom Schifffahrtsmuseum Brake an den Knochen Interesse zeigte (die NWZ berichtete).

Die Kieferknochen, die auf rund 100 Jahre geschätzt werden, sind durch Fabrikdirektor Georg Bornemann, der auf dem Anwesen die Stadtvilla 1905 gebaut hatte, nach Hude gebracht worden. Die Knochen sollen auf dem Grundstück der Villa zu zwei Torbögen aufgestellt gewesen sein: Ein Eingang befand sich zwischen der Remise und dem Hauptgebäude und war von der Bahn aus sichtbar. Ein zweiter stand an der Gartenstraße. Das hat der Huder Jürgen Boyn recherchiert. Um 1965 waren die Torbögen verschwunden.

Auch wenn ein „Initiativkreis“ gegründet wurde, der die Knochen gerne wieder als Torbögen an ihrer ursprünglichen Stelle gesehen hätte, sagte die Diakonie, die damals Eigentümer des Hauses war, dem Schifffahrtsmuseum die Überreste des Wals zu. Eine Gegenleistung wurde nicht erbracht, wie die Leiterin des Schifffahrtsmuseums, Dr. Christine Keitsch, sagte. Es sei eine „Schenkung“ gewesen. „Ein bisschen enttäuscht darüber bin ich schon“, sagte Boyn damals, der zum „Initiativkreis“ gehörte. Doch auf Nachfrage der NWZ bestand laut seiner Aussage in Hude kein Interesse, die Knochen hier zu behalten.

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Noch im gleichen Jahr kam dann der Abtransport der vier Walknochen in Richtung Brake. Die Kinnladen stammen vermutlich von einem Finnwal. Rosenbohm hält es zudem für möglich, dass die Knochen, über den Braker Hafen nach Hude gelangt sind. Ihren Zustand bezeichnete er damals als „sehr schlecht und behandlungsbedürftig“. Keitsch beschrieb den Zustand als „unglaublich stark verwittert“.

Zuerst wurden die Knochen in einem Depot im Braker Hafen gelagert, wo sie konserviert werden sollten. Dafür hatte Rosenbohm bereits Tests durchgeführt, welche Konservierungsmethode geeignet sein könnte.

Aber zunächst wurden sie von Wasser und allen Keimen, Pilzen und Bakterien befreit. „Trocknen, trocknen, trocknen“, sei dabei das Allerwichtigste. „Wasser ist das Schädlichste überhaupt“, erklärte Rosenbohm. Die Knochen seien vermutlich jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt gewesen. Allerdings hätten sie auf einem Sockel gelegen, so dass von unten keine Feuchtigkeit hineingekommen sei.

Fünf Jahre lagen die Walkieferknochen in dem Depot. Eine Konservierung fand allerdings nie statt. Von einer Konservierung habe Keitsch bewusst abgesehen. Dabei nämlich bestehe die Gefahr, dass sich das Material verändere. Die Museumsleiterin bevorzugt aber den Originalzustand, auch wenn die Knochen in Hude über Jahre Wind und Wetter ausgesetzt waren.

Aus den vier Exponaten wurde der kleinste und am besten erhaltene Kieferknochen, der rund 80 Kilogramm schwer ist, ausgewählt, um im Telegraph in Brake, in dem sich das Schifffahrtsmuseum befindet, Besuchern präsentiert zu werden. Dort kann er seit Ende September 2014 bestaunt werden. „Wir hatten Mühe, überhaupt einen Knochen zu finden, den wir zeigen konnten“, sagt die Museumsleiterin. Ebenfalls befindet sich an gleicher Stelle eine Dauerausstellung, die passenderweise den Walfang thematisiert, der Mitte des 19. Jahrhunderts von der Weser aus betrieben wurde.

Die anderen drei Knochen verweilen weiterhin im Depot. „Als Sicherungsmaßnahme auf Initiative von Rosenbohm“, erklärt Keitsch. Was mit ihnen geschehen soll, ist unklar. Um zum Beispiel ausgestellt zu werden, wie der im Telegraph, bräuchten sie „eine intensive Konservierung und würden sehr viele externe Substanzen als Stützgerüst benötigen“.

Grund dafür sei ihr Zustand, den Keitsch als sehr porös und empfindlich beschreibt. Ob eine Konservierung Sinn mache, sei fraglich, findet die Museumsleiterin. Im Depot am Braker Hafen jedenfalls würden die Knochen gut bewahrt werden.

Soeke Heykes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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