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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Integration In Hude: Willkommenslotsin hilft beim Start

05.12.2019

Hude Hamid Timouri ist ein sympathischer junger Mann und ein guter Sportler. Er hat den Schwarzen Gürtel und den 2. Dan, erzählt er stolz. Hamid trainiert viel in seiner Freizeit und er trainiert auch andere Sportler. Sein großer Traum sei die Teilnahme an einer Karate-Weltmeisterschaft – und zwar für das deutsche Team. Als unbegleiteter Jugendlicher kam Hamid Timouri im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland, auch sein genaues Geburtsdatum kennt er nicht. Geflüchtet ist der junge Mann aus Afghanistan. Er landete in Hude, im Lindenhof der Diakonie. Mittlerweile hat er eine eigene Wohnung – und eine Lehrstelle.

Hamid hat seinen Hauptschulabschluss in Deutschland erfolgreich gemacht. Schon in seiner Heimat hatte er den Wunsch, Grafiker zu werden. In Deutschland machte er Praktika als Mediengestalter. Doch letztendlich haperte es an noch mangelnden Sprachkenntnissen. Hamid aber gab nicht auf. Immer wieder suchte er sich Praktikumsstellen – als Kfz-Mechaniker oder auch in der Pflege. Im Bistro und Restaurant „Mio“ an der Huder Parkstraße versuchte sich Hamid ebenfalls als Praktikant. Er wurde dort toll aufgenommen, sagt er. Hamid entdeckte den Spaß an der Gastronomie und beschloss eine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe zu machen. Seit Mitte August ist Hamid nun Azubi im „Mio“.

„Hamid ist sehr ehrgeizig“, sagt seine Chefin Lisa Schneider. Einfach ist es für Hamid nicht. Er muss noch sehr viel lernen, gerade was die deutschen Fachbegriffe in der Gastronomie, im Service und in der Küche angeht. Das Mio-Team unterstützt ihn.

„Die Berufsschule ist schon schwer“, sagt Hamid. „Ich kenne viele Begriffe überhaupt nicht“, sagt der junge Mann. Er lässt sich davon aber nicht unterkriegen, lernt viel. Und er denkt schon daran, sich irgendwann im gastronomischen Bereich vielleicht sogar selbstständig zu machen. So groß sei der Unterschied zwischen Grafik und Gastronomie gar nicht, sagt Hamid. Schließlich sei bei der optischen Gestaltung von Speisen auch viel Kreativität gefragt.

Dass es mit der Ausbildungsstelle im „Mio“ trotz vieler bürokratischer Hürden geklappt hat, darüber freut sich die Willkommenslotsin bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Oldenburg, Bettina Doneit. Sie vermittelte den Kontakt zum IHK-Ausbildungsberater. Das „Mio“, erst im Juni eröffnet und sehr erfolgreich gestartet, war noch kein Ausbildungsbetrieb, aber die Ausbildereignungsprüfung war schon vorhanden. So war es am Ende auch möglich, Hamid die Lehre zu ermöglichen.

Laut Doneit haben 425 Geflüchtete seit 2016 eine Ausbildung in IHK-Ausbildungsberufen im Kammerbezirk begonnen. Aktuell befinden sich 246 Geflüchtete in dualer Ausbildung. Doneit berät Geflüchtete und Arbeitgeber. Das Projekt Willkommenslotsen wird auch noch weitere drei Jahre fortgeführt.

Hamid macht die Arbeit im „Mio“ sehr viel Spaß. Es sind aber auch Sorgen da. Er kommt nämlich aus dem von der Bundesregierung als „sicher“ eingestuften Herkunftsland Afghanistan. Er lebt mit der Angst vor Abschiebung. Während seiner Ausbildung, und auch zwei Jahre danach, ist das aber nicht möglich, sagte CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen. Das sei die sogenannte Ausbildungsduldung. Als ausgebildete Fachkraft in der Gastronomie habe Hamid zudem gute Chancen, auch dauerhaft bleiben zu können. „Da machen wir Lösungen möglich“, so Grotelüschen. Die Abgeordnete informierte sich gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Hans-Werner Aschoff und seiner Stellvertreterin Christine Gronemeyer sowie Willkommenslotsin Doneit im „Mio“ bei Hamid sowie Lisa Schneider und Tina Schattner von der Mio-Geschäftsleitung. Hier werde Integration gelebt, hieß es anerkennend.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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