• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Abstimmung über Brexit-Deal vertagt
+++ Eilmeldung +++

Alle Entwicklungen Im Live-Blog
Abstimmung über Brexit-Deal vertagt

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Das ist der Reiz am Zucht-Pokal

16.07.2019

Hude Käfig an Käfig reiht sich in dem Ausstellungszelt der Kaninchenzüchter aneinander. Darin mümmeln rund 200 Kaninchen – eines süßer als das andere. Es riecht angenehm nach Heu. Die Kaninchen huschen durch ihre Käfige, so dass es überall um einen herum nur so raschelt, wenn man durch die Gänge spaziert.

Zwei Tage haben viele Familien und Zuchtinteressierte die Gelegenheit genutzt, verschiedene Kaninchenrassen bei der Allgemeinen Kloster-Jungtierschau in Hude zu sehen. Ausgerichtet hat sie zum 36. Mal der Kaninchenzuchtverein I 104 Hude. Vorsitzender Heinz-Gerd Evers ist mit dem Zulauf sehr zufrieden: 200 zahlende Besucher, dazu zahlreiche Ehrengäste und viele Kinder. Neben den Züchtern aus dem Ortsverein präsentierten Züchter aus drei Landesverbänden – Bremen, Weser-Ems und Hannover – ihre Löffler. Zu sehen gab es 25 verschiedene Rassen und Farbschläge, vom „Deutschen Riesen“ bis zum „Farbenzwerg“.

Während sich die Besucher am Sonntagnachmittag noch die Kaninchen angesehen und die Kinder in der Hüpfburg getobt haben oder im Streichelgehege waren, spielte sich der Höhepunkt für die Züchter im Vereinsheim ab: die Preisverleihung. Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen zum kleinen Preis konnte das Spektakel losgehen.

Keiner ging leer aus

Der Pokaltisch war reich gefüllt. Keiner musste leer ausgehen. Angefangen bei der Preisvergabe für die Jugendlichen, hatte Vorsitzender Evers für jeden einzelnen Züchter lobende und auch einige persönliche Worte übrig. Besonders den berufstätigen Züchtern sprach er seine Anerkennung aus, neben der Arbeit so aktiv in der Kaninchenzucht mitzuwirken. Mit einem dreifachen „Gut Zucht!“ erhielten die Züchter somit nicht nur ihre Pokale, sondern auch die Wertschätzung der Züchtergemeinschaft für ihr Engagement.

Drei Preisrichter aus den Landesverbänden Bremen und Weser-Ems bewerteten vorab die Kaninchen. Auf Grundlage der einzelnen Rassekaninchenstandards vergaben sie unter anderem Punkte für Körperform, Fell und Farbe als auch für das Gewicht. Bis zu 250 Euro könne ein hoch bewertetes Tier wert sein, sagt ein Züchter; beispielsweise, wenn es bei der renommiertesten aller Ausstellungen, dem Bundeswettbewerb, Preise erhalten hat.

Außenstehenden mag die Kaninchenzucht zunächst etwas sonderbar erscheinen, Tiere nach ihrem Äußeren zu bewerten und dafür Pokale mit nach Hause zu nehmen. Aber so simpel ist es nicht. Wer einmal mit einem Züchter gesprochen hat, versteht dieses Hobby und die Leidenschaft für die Zucht vielleicht etwas besser.

Züchter mit Leidenschaft

Der Rhauderfehner Rüdiger Frers vom Kreisverband Ostfriesland war mit seinen Mecklenburger Schecken rot-weiß und Rheinischen Schecken dabei. Für seine Mecklenburger erhielt er einen der wenigen und auf der Vereinsausstellung in Hude begehrten Klosterpokale. Auch ist er zuvor bereits drei Mal Bundessieger geworden.

Der 50-Jährige ist Lehrer und züchtet nach einer längeren Unterbrechung seit zehn Jahren wieder. „Mich fasziniert an der Zucht, einer von denen zu sein, der daran mitarbeitet, eine Rasse voranzubringen“, sagte er.

Gerade bei Zeichnungsrassen, zu denen auch seine Rheinischen Schecken zählen (siehe großes Bild, links), sei es eine Herausforderung, die Rassestandards zu erreichen, betont der Züchter.

Das demonstrierte er an einem seiner Rheinischen Schecken, die es laut Frers übrigens seit 1905 gibt. Auf dem Rücken trägt das Kaninchen vom Nacken bis zum Puschelschwanz einen Streifen. Im Idealfall habe das Tier auf jeder Körperseite sechs bis acht Flecken, „mindestens aber drei und höchstens zehn“, erläuterte Frers die Voraussetzungen. Um die Augenpartie sollte ein geschlossener dunkler Kreis sein und „die Backenpunkte sind auch verpflichtend“. Um diese Standards zu erfüllen, „braucht man Gefühl bei der Paarung der Tiere“, so der 50-Jährige.

Jährlich Nachwuchs

Kaninchen haben eine Lebenserwartung von etwa zehn Jahren, erklärte Ausstellungsleiterin Kimberly Christians. Einmal jährlich käme Nachwuchs. Christians hat zur Zeit einen großen Wurf zu Hause und gibt die Jungtiere, die sich nicht für die Zucht eignen, an Familien ab. Zehn wird sie als Grundlage für die Zucht behalten. Die großen, zum Beispiel die Deutschen Riesen, würden häufig als Schlachttiere verkauft. Auf der Ausstellung hatten die Besucher die Chance, Kaninchenbratwurst zu probieren. Wer vorher zu viel mit den Kaninchen gekuschelt hat und es nicht übers Herz brachte, konnte auch zur „normalen“ Wurst greifen.

Die nächste offene Ausstellung des Kaninchenzuchtvereins I 104 Hude ist am 5. und 6. Oktober.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.