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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kein Internet In Hude-Kirchkimmen: Zwei Unternehmer sind mega-sauer

26.07.2019

Hude /Kirchkimmen Vorgang abgebrochen! Kein Internet! – Diese Meldungen kennt man auf den Rechnern der Firmen Mehrings und BTD Behälter- und Transportdienst in Hude-Kirchkimmen nur zu gut. Dabei sind die beiden Unternehmen auf schnelles Internet angewiesen. „Ohne geht es gar nicht mehr“, sagt BTD-Geschäftsführer Karl-Heinz Alzog. Frank Mehrings, Geschäftsführer beim Betonteilewerk nebenan, betont: „Es gibt viele Sachen, die gehen nur noch online“. Mehrings und Alzog sehen ihren Geschäftsbetrieb stark gefährdet und sie fühlen sich im Stich gelassen von der EWE, vom Landkreis, von der Gemeinde, ja auch vom Huder Bürgermeister, wie Karl-Heinz Alzog ausdrücklich vermerkt haben möchte. Dem widerspricht Hudes Wirtschaftsförderer Roland Arndt. Er habe im Auftrag des Bürgermeisters immer wieder das Gespräch mit den Verantwortlichen bei der EWE gesucht. „Wir haben alles gemacht, um eine Lösung herbeizuführen“, so Arndt. Warum es bislang nicht geklappt habe, sei auch für ihn unverständlich. Er habe Verständnis für die Verärgerung.

Erste Priorität

Dabei sah 2017 alles danach aus, dass die Zeiten des lahmenden Internets in Kirchkimmen-Ost bald der Vergangenheit angehörten. Im Zuge des von Bund, Land und Kommunen geförderten Breitbandausbauprojektes sei den beiden Unternehmern gesagt worden, das Gewerbegebiet habe erste Priorität.

Als eine Firma damit begann, Rohre zu verlegen, war man zuversichtlich, dass bald moderne digitale Zeiten anbrechen. Doch es waren eben nur die Leerrohre. Das sei vor fast einem Jahr passiert, sagt Frank Mehrings. Mehr tat sich nicht. Obwohl die Firmen Mehrings und BTD auch schon Geschäftskundenverträge mit der EWE abgeschlossen hatten. Die EWE hatte im Zuge des Breitbandförderprojektes auch für diesen Bereich den Zuschlag erhalten. Im vierten Quartal 2018 sollten die Unternehmen, die in Kirchkimmen zusammen mehr als 75 Mitarbeiter beschäftigen, ans moderne Netz gehen. Doch jetzt ist schon das dritte Quartal 2019 angebrochen. „Und es passiert nichts“, schimpft Karl-Heinz Alzog. Von der versprochenen Mega-Leistung ist nichts zu sehen, dafür aber trifft man auf zwei mittlerweile mega-saure Unternehmer.

Telekom will abklemmen

Wann das Glasfasernetz laufe, könne ihnen keiner von der EWE sagen. Die Telekom, die bislang die alten ISDN–Leitungen betreibe, wolle sogar die Telefonanschlüsse abstellen und verweise auf den neuen Anbieter EWE. Doch der habe die Glasfaser ja noch gar nicht verlegt. Es gab schon mal Fristverlängerung von der Telekom. „Vielleicht haben wir dann irgendwann nur noch eine Grundversorgung mit einem Festnetzanschluss, denn den muss die Telekom sicherstellen, am besten mit Wählscheibe, aus den 60er Jahren“, scherzt Frank Mehrings mit bitterer Ironie. Die EWE habe zumindest eine Zwischenlösung versprochen.

50 bis 100 Mbit/s sind heute schon Standard in Privathaushalten. In Kirchkimmen-Ost aber gibt es den berühmten weißen Fleck mit nur einem Bruchteil dieser Leistung.

„Wir können nicht einfach unser Betonwerk umsiedeln“, sagt Frank Mehrings. Das Unternehmen helfe sich mit „Cloud“- und Funklösungen, komme damit mehr schlecht als recht über die Runden, um keine Kunden zu verprellen, die gerade auch in den Ballungszentren ganz andere Standards gewohnt seien. „Wie sollen wir einem Kunden erklären, dass er seine Mail bitte in fünf Einzelsendungen aufteilen soll, damit bei uns nicht alles zusammenbricht?“

In vielerlei Hinsicht auf schnelles Internet angewiesen ist auch das Logistikunternehmen von Karl-Heinz Alzog. Viele Dinge sind heute Standard: Die Mautanmeldung online beim grenzüberschreitenden Verkehr. Die kommt schon mal nicht an, weil sie irgendwo hängengeblieben ist. Die LKW-Ortung zum Beispiel, um Fahrten koordinieren zu können. Die Einsatzpläne – alles läuft digital.

Mal abgesehen von der Buchführung. Sammelüberweisungen brechen gerne mal kurz vor Abschluss ab. „Dann fängt man wieder von vorne an“, sagt Frank Mehrings. Die Chefs sind genervt, die Mitarbeiter auch.

Die Firma Mehrings arbeite mit riesigen Datenmengen, wenn zum Beispiel Zeichnungen verschickt würden. Wenn solche Mails geöffnet würden, hänge sich das jetzige System schnell mal auf. „Alle anderen Emails dahinter werden blockiert, bis unser IT-Service die Blockade aufhebt“, berichtet Mehrings. Dann würden schon mal zehn Mitarbeiter untätig warten müssen. Das koste alles sehr viel Zeit und noch mehr Nerven, sagen Mehrings und Alzog. Sie sind mit ihrem Latein am Ende.

Das sagt die EWE

Die NWZ-Redaktion hat bei der EWE nachgefragt. Katharina Schütz von der Konzernkommunikation antwortete wie folgt: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die unseren Kunden entstanden sind und verstehen die Verärgerung. Im Prozess der Auftragsbearbeitung gab es leider ein Problem. Die zuständigen Experten suchen mit Hochdruck nach einer schnellen Lösung für die beiden Firmen.“

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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