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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Pflegeschnitt für alte Linden

17.07.2018

Hude Sie ist als Naturdenkmal 611 im Landkreis Oldenburg gelistet: die alte Lindenreihe am Huder Bach. Die elf ortsbildprägenden Bäume von heimatkundlicher Bedeutung stehen auf etwa 100 Metern Länge entlang der von-Witzleben-Allee im Klosterbezirk. Die Bäume haben ein Alter von mehr als 200 Jahren erreicht. Sie sollen möglichst lange erhalten bleiben.

Am Montagmorgen hat ein Team der Baumkletterei Feldmann aus Sandhatten mit Pflegemaßnahmen begonnen. Die Untere Naturschutzbehörde (Landkreis Oldenburg) hat den Auftrag erteilt.

Die Behörde habe die Bäume durch einen Sachverständigen begutachten lassen, sagte Renate Wilgen, stellvertretende Amtsleiterin im Kreishaus. Das erfolge in regelmäßigen Abständen, um zu klären, dass von den Bäumen keine Gefahr ausgehe. Die aktuellen Gutachten hätten Handlungsbedarf ergeben. Dabei gehe es in erster Linie um die Verkehrssicherungspflicht, schließlich seien auf der von-Witzleben-Allee viele Menschen unterwegs.

Bei den Arbeiten wird das Totholz aus den alten Linden entfernt. Und es werden überschüssige kleine Stämme (Stämmlinge), die zu weit ausgetrieben sind, abgesägt. Die alten Bäume sollen so entlastet werden. Sie weisen laut Gutachter Helmut Titschack teilweise in einer gewissen Höhe schon mal knorpelige, fragile Stellen auf. Die Grundstruktur der alten Linden bleibe bei den Pflegemaßnahme erhalten. Man könne sagen, den Bäumen würden lediglich „die Haare geschnitten“, um so ihre Statik zu verbessern.

Die Kronen zweier Bäume werden zudem vorsorglich gesichert. Das geschieht mit Hilfe von Seilen mit einer gewissen Eigendehnung, wie Baumkletterer Joshua Feldmann berichtete. Insgesamt werden laut Titschack drei Bäume in der Reihe durch Taue miteinander verbunden. Es sei keine Gefahr im Verzug. Aber es sei eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, um die Baumreihe in ihrer Gesamtheit zu erhalten.

Joshua Feldmann und sein Kollege Janosch Heimbucher sind ausgebildete „European Treeworker“. Sie kennen sich aus mit der Pflege von alten Bäumen. Für die Arbeiten an den alten Linden wird nicht die Seilklettertechnik angewendet. Stattdessen nutzen sie eine mobile Arbeitsbühne, um bis in die Kronen der bis zu 30 Meter hohen Bäume zu gelangen.

In dieser Jahreszeit sei die beste Schnittverträglichkeit gegeben, erklärte Renate Wilgen vom Landkreis Oldenburg. Laut Baum-Fachmann Helmut Titschack ist das in der Tat so. Es sei erwiesen, dass für moderate Eingriffe, wie diese die Zeit um Johanni (21. Juni) die beste sei. Dann könnten die Wunden, die man den Bäumen zufüge, sich am besten verschließen. Zudem sei die Brutzeit der Vögel vorbei. Und die Jungen der Fledermäuse, die Titschack in einigen Aushöhlungen vermutet, seien inzwischen flügge. Die Baumpfleger würden in diesen Bereichen auch nicht sägen, weil es vornehmlich um jüngere Triebe gehe.

Im Zuge der Pflegemaßnahmen zur Verkehrssicherung habe sich angeboten, auch gleich Überhänge zur Straßenseite zu kürzen, um so den jungen Linden, die vor etwa 30 bis 35 Jahren gegenüber gepflanzt worden seien, mehr Möglichkeiten zur Entfaltung zu geben, erklärt Baum-Rat Helmut Titschack. So können aus den alten und den neuen Bäumen der Allee-Charakter stärker herausmodelliert werden.

Denn ursprünglich standen den elf alten Linden auf der Bachseite auch elf gleichalte Bäume auf der anderen Seite gegenüber. Bis zum Jahr 1972 bildeten sie eine Allee.

Der Orkan Quimburga raffte 1972 die eine Seite der Allee aber dahin. Es war die Seite, an der die Gemeinde damals Versorgungsleitungen hatte verlegen lassen.

Dabei seien offenbar die Wurzeln der alten Linden extrem angegriffen worden, was Folgen für ihre Standfestigkeit gehabt habe, weiß Gutsverwalterin Greta von Witzleben zu berichten. Einige Jahre nach dem Sturm sei dann die neue Lindenreihe gepflanzt worden.

Gutsverwalterin Greta von Witzleben würde sich freuen, wenn mit Blick auf die Zukunft nicht nur die alten Linden, sondern mit ihnen auch die neuen in ihrer Gesamtheit als Allee unter Naturdenkmal-Schutz gestellt würden.

Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
Tel:
04408 9988 2721

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