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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Volksbegehren: Nabu sieht Jahrhundertchance für den Naturschutz

29.06.2020

Hude /Landkreis „Bauern verärgert über Wortbruch des Nabu“ heißt die Überschrift einer Berichts in der NWZ vom vergangenen Freitag. Drei Landwirte aus der Gemeinde Hude machten ihrem Ärger Luft über das Volksbegehren des Nabu und das Ausscheren von einem gemeinsamen „Niedersächsischen Weg“. Dazu antwortet Rüdiger Wohlers vom Nabu Niedersachsen:

Aktionsbündnis auch in Hude aktiv

Unverbindliche Absprachen, wie sie aktuell mit dem ,Niedersächsischen Weg’ von der Landesregierung und dem Landvolk ins Gespräch gebracht worden seien, hörten sich gut an – was davon wirklich umgesetzt werde, sei jedoch nicht klar und schon gar nicht einzufordern. Die letzten Jahrzehnte hätten gezeigt, dass die Politik einen klaren Rahmen vorgeben und vor allem verbindlich sein müsse. „Daher brauchen wir das Volksbegehren“, schreibt Birte Wachtendorf vom Huder Aktionsbündnis.

In Hude liegen laut Wachtendorf Unterschriftenlisten und Informationsbroschüren für das Volksbegehren „Artenvielfalt. Jetzt!“ bereits bei „Kornkraft Ihr Bioladen“ aus. Die Auslage in weiteren Geschäften ist geplant, dazu – sofern durch Corona bedingt möglich – auch Aktionen auf dem Wochenmarkt und vor Geschäften. Die Listen gehen zur Prüfung an die Gemeinde.

Unterschriftenbögen können direkt bei der Aktionsgruppe angefragt werden (Kontakt: info@nabu-hude.de und Geschäftsstelle Grüne in Hude, Telefon  04408-7702). Die ausgefüllten Bögen müssen beim Einwohnermeldeamt vor Ort abgegeben oder an das Aktionsbündnis zur Weiterleitung zurückgegeben werden.

„Es ist völlig daneben, von einem angeblichen ,Wortbruch’ zu sprechen, denn zu keinem Zeitpunkt wurde durch den Nabu die Unterzeichnung der Absichtserklärung – und nichts anderes ist sie bislang – des „Niedersächsischen Weges“ mit einem Verzicht auf das Volksbegehren ,Artenvielfalt. Jetzt!’ verknüpft. Denn nur dieses wird echte Verbesserungen bringen können – durch klare Gesetze und damit Rahmenbedingungen, die gerade den kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben zugute kommen würden – jemand sagte zutreffenderweise: „Es ist ein Volksbegehren zur Rettung der bäuerlichen Landwirtschaft und der Natur!“ Treffender kann es nicht beschrieben werden. Und das sehen mittlerweile auch viele Landwirte so, mit denen das Gespräch geführt wird.

das Höfesterben

Es muss doch jedem klar sein, dass es so nicht weitergehen kann, dass das ständige „Schneller – höher – weiter“ kleine und mittlere bäuerliche Strukturen ebenso kollabieren lässt wie Natur und Landschaft als Lebensgrundlagen. Die unseligen Zusammenhänge werden doch gerade in diesen Tagen offensichtlich: Die Massentierhaltung mit dem Fleisch-Verramschen zeigt ihr hässliches Gesicht auch anhand der sich häufenden Corona-Fälle, sie wiederum hängt mit Maiswüsten, Pestizid- und Gülleduschen, die das Grundwasser belasten, ebenso zusammen wie Futtermittelimporte aus Tropenländern und dem Verschwinden von Grünland: Noch nie waren die Roten Listen der gefährdeten Arten so lang wie heute; Kiebitze, einst Charaktervögel unserer Marschen- und Wiesenlandschaft, werden bald ebenso nur noch im Heimatmuseum zu sehen wie Feldlerche, Uferschnepfe, viele Schmetterlings- und Libellenarten und unzählige andere darüber hinaus. Und ganz nebenbei geht dabei auch die Landschaftsästhetik verloren, verschwinden Hecken und blühende Säume. (...)

Das Arten- und das Höfesterben haben die gleiche Wurzel!

Die große Resonanz

Hier soll das Volksbegehren ,Artenvielfalt. Jetzt!’, das auf sehr große Resonanz stößt (...) Abhilfe schaffen: Landwirte sollen für Leistungen für Naturschutz und Landschaftspflege fair entlohnt werden.

Der Bayrische Wind

Der Flächenverbrauch, gerade auch in den Städten, die ständig rollende „Betonorgie“, soll eingedämmt werden, dem überlebenswichtigen Klimaschutz mehr Raum gegeben werden. Grünländereien, Gewässer, Feldgehölze, Naturhecken und Baumgruppen sollen endlich ausreichend geschützt werden – und damit die Zukunft künftiger Generationen, auch und gerade der kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe, insbesondere durch eine verstärkte Förderung des biologischen Landbaus. Und: Die viel zu hohe Tierhaltungsdichte soll begrenzt werden – längst überfällig. Bayern zeigt mit seinem sehr erfolgreichen Volksbegehren, dass es geht. Und die Niedersachsen sollten diesen „bayerischen Wind“ auch hier wehen lassen, zum Wohle aller. Und das geht durch die Unterschrift unter das Volksbegehren – eine Jahrhundertchance.“

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