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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Hier blüht es nicht nur für die Bienen

19.07.2018

Hude /Lintel Es summt, brummt und flattert ohne Unterlass in der kleinen, blühenden Oase inmitten eines gerade abgeernteten Getreidefeldes in Lintel. Die Hummeln und die Bienen, die Schmetterlinge. Sie alle fühlen sich wie viele andere Insekten hier sehr wohl. Finden sie doch reichlich Nahrung. Und wo Insekten sind, tummeln sich auch Fasan und Rebhuhn, der hier wächst. Der Klee lockt zudem Rehe und Hasen, erzählt Dr. Josef Kuhlmann vom Biotopfonds der Kreisjägerschaft. Ein toller Lebensraum für viele Tiere ist im Zuge des Insektenschutzes entstanden.

Landwirt Renke Dählmann hat den einjährigen Blühstreifen angelegt. Mit ihm haben in diesem Jahr weitere 36 Landeigentümer Flächen zwischen 400 und 14 000 Quadratmetern im Zuge des erstmals aufgelegten Blühstreifenprogramms der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Als Entschädigung für den Ertragsausfall erhalten sie 500 Euro pro Hektar. Das hat der Huder Rat auf Antrag der SPD einhellig beschlossen. Daran erinnerte Bürgermeister Holger Lebedinzew und betonte, dass die Verwaltung vorschlagen will, einen entsprechenden Haushaltsansatz auch 2019 zu bilden. Er lobte die gute Kooperation mit den Landwirten.

Vielen Landwirten sei gar nicht bewusst gewesen, wie einfach es sei, den Insekten zu helfen, sagte Renke Dählmann, 2. Vorsitzender des Landvolkverbandes. Er erinnerte an den Infoabend mit dem Bienenberater zur Einführung in das Projekt. Dabei seien sich Landwirte und Imker näher gekommen und hätten viel voneinander gelernt, so Dählmann. Er ist von den Blühstreifen und ihrem Nutzen für die Natur angetan. Da jetzt die Aussaat einer Zwischenfrucht ansteht, will Dählmann noch weitere elf Hektar mit einer speziellen, bienenfreundlichen Saatmischung ansäen. Auf eigene Kosten.

Für das Blühstreifenprogramm der Gemeinde hat hingegen der Biotopfonds der Jägerschaft das spezielle Saatgut kostenlos bereitgestellt. „Wir nutzen dafür Gelder aus der Jagdsteuer“, so Josef Kuhlmann. Spenden seien willkommen. Der Etat sei begrenzt und die Nachfrage steige. In diesem Jahr habe der Biotopfonds Saatgut für insgesamt 176 Hektar Blühstreifen im Landkreis finanziert.

Das Huder Beispiel mache Schule, so der Kreislandvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolff. Auch andere Gemeinden hätten sich bereits beim Kreislandvolkverband informiert über ein solches Programm. In Hude sind im Zuge des Programms 16,5 Hektar Blühstreifen entstanden. 10 000 Euro standen zur Verfügung. Weitere Blühstreifen werden von den Hegeringen und Landwirten auf freiwilliger Basis vorgehalten. Das alles kommt den bedrohten Bienen zugute. Diese Blühstreifen seien so wertvoll, lobte Imker Lars Mundt die Initiative. Man merke es den Bienenvölkern an. Sie sähen deutlich besser aus, als in blütenlosen Gegenden. Das Thema Insektenschutz sei mittlerweile in vielen Teilen der Bevölkerung angekommen, freute sich Dr. Josef Kuhlmann vom Biotopfonds.

Toll fand ein anonymer Spender, der darüber in der NWZ gelesen hatte, das Huder Blühstreifenprogramm. Er hatte dem Landvolk 500 Euro zukommen lassen. Ihm wurde noch mal ausdrücklich gedankt. Leider habe man in der Kürze der Zeit nicht mehr dem Wunsch nachkommen können, die Spende im Zuge eines Losverfahrens einem der beteiligten Landwirte zukommen zu lassen. Es kam stattdessen zusätzlich in den Fördertopf und so dem Gesamtprojekt zugute. Restgelder aus dem Topf sollen ins nächste Jahr übertragen werden, um damit ein neues Blühstreifenprogramm anzuschieben. Die Beteiligten hoffen, dass die Huder Politik zusätzlich wieder 10 000 Euro für die Förderung der einjährigen Blühstreifen bereitstellt.

Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
Tel:
04408 9988 2721

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