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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tag Des Artenschutzes: Wenn die Kröten zum See im Huder Friedwald wandern

03.03.2020

Hude /Lintel Hier plumpsen nun wieder Kröten in Eimer: An der Linteler Straße im Schnitthilgenloh hat der Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Hude, einen Krötenzaun aufgestellt. Davor sind Eimer auf dem Boden platziert. Versuchen die Kröten vom Wald aus die Straße zu überqueren, kommt ihnen der Zaun nun in die Quere. Wenn sie versuchen, über den Zaun zu springen, landen sie im Eimer. Und bleiben da – bis der nächste Nabu-Helfer vorbeikommt und die Tiere befreit.

Viele Krötenarten stehen in Deutschland auf der Liste gefährdeter Arten. Zum Tag des Artenschutzes traf sich die NWZ mit dem Amphibien-Beauftragten des Huder Nabu, Helmut Brüggemann, um nach dem Bestand der Kaltblüter in Hude zu schauen.

150 Meter lang, 50 Zentimeter hoch und aus waldgrünem Kunststoff gehalten, erstreckt sich der Krötenzaun entlang der Linteler Straße. Direkt gegenüber des Parkplatzes des Friedwaldes Hasbruch. Hier fahren Autos mit 70 km/h entlang. Und überrollen die ein oder andere Kröte dabei. Damit den meisten Tieren dies nicht droht, hat der Nabu den Zaun aufgestellt, zum dritten Jahr in Folge. Vor dem Zaun (aus Waldsicht), sind neun Eimer im Boden versteckt.

Nur zweitbeste Lösung

„Eigentlich ist der Zaun nur die zweitbeste Lösung. Die Straße abzusperren wäre am besten“, sagt Brüggemann. Doch das geht nicht, dann jammere der Mensch. Die Straße sei einfach zu hoch frequentiert durch den Mensch – und durch das Tier.

Die Kröten befinden sich jetzt nämlich auf Wanderung. „Kröten kehren zur Paarungszeit immer in das Laichgewässer zurück, in dem sie entstanden sind“, weiß Brüggemann. Wenn nicht gerade Paarungszeit ist, schwärmen sie aus und suchen sich eigene Reviere, doch sie kehren immer zurück. Und direkt hinter der Straße liegt der See im Friedwald. Das Ziel der Krötenwanderung.

Wandertrieb

Dieser Wandertrieb setzt ein, wenn die Temperaturen konstant über fünf Grad Celsius bleiben und es nicht zu trocken ist. „Wenn wir dauerhaft Temperaturen über zehn Grad haben, dann sind die Eimer immer richtig voll“, sagt Brüggemann. Was würde passieren, wenn es noch einmal friert? „Dann fallen die Tiere wieder in Winterstarre, bis die Wärme sie wieder weckt“, sagt der Amphibien-Beauftragte.

495 Kröten fing der Nabu in Hude letztes Jahr durch die Eimer und sicherte sie somit vor der Straße. Warum von den 495 zwei Drittel Männchen und nur ein Drittel Weibchen waren, das wüssten sie nicht, sagt Brüggemann. Soweit Brüggemann es laut der noch recht jungen Zählung sagen kann, werden es von Jahr zu Jahr mehr Kröten. 2018 zählten sie hier nämlich circa 300 Kröten. „Hier kommen Erdkröten vor, manchmal ist auch ein Grasfrosch im Eimer, oder ein Molch“, sagt Brüggemann.

Die Erdkröte sei, anders als viele ihrer Verwandten, noch nicht auf der „Roten Liste“ für Amphibien- und Reptilienschutz des Nabu gelandet. Vom Aussterben bedroht sind in Niedersachsen die Rotbauchunke und die Gelbbauchunke. Stark gefährdet sind auch der Laubfrosch und der Springfrosch, um nur einige Beispiele zu nennen.

In einer kleinen Box direkt am Zaun notieren die freiwilligen Nabu-Helfer, was sich in den neun Eimern gesammelt hat. „Wir legen immer ein wenig Laub dazu, damit sich die Tiere vor Fressfeinden verstecken können“, sagt Brüggemann. Denn vor allem beim Marder und beim Iltis steht die Kröte auf dem Speiseplan. Und das, obwohl ihre Haut ein giftiges Sekret absondert. Es gebe nicht umsonst das Sprichwort „Jemand muss eine Kröte schlucken“, sagt Brüggemann. So würden Marder und Iltis die Haut der Kröte zuerst abstreifen, um dem Gift zu entgehen.

Mithelfen?

Der Zaun bleibt ungefähr bis Anfang/Mitte April bestehen. „Wenn wir merken, es kommen nicht mehr so viele, dann bauen wir ihn wieder ab“, erklärt Brüggemann.

Wer einen weiteren Abschnitt für Krötenwanderungen in der Gemeinde Hude ausmachen kann oder als freiwilliger Helfer eine Krötenzaunwache übernehmen will, kann sich beim Nabu melden. Helmut Brüggemann nimmt gerne Hinweise entgegen, unter Telefon   0 15 16/81 87 18 5.

Kröten im Keller

Nicht nur im Wald kann man der Erdkröte begegnen. Wohnt man naturgelegen, können die kleinen hüpfenden Kaltblüter schnell auch den eigenen Keller bewohnen. Wer dort oder woanders eine Kröte sieht, muss keine Angst vor dem Tier haben. „Man braucht keine Handschuhe, um sie hochzuheben“, sagt Brüggemann. Das Gift in der Haut ist für Menschen, die eine Kröte nur kurzzeitig hochheben, um sie umzusetzen, ungefährlich, informiert er. Helmut Brüggemann engagiert sich laut eigener Aussage seit langem im Nabu in Hude. Seine Leidenschaft sind die Kaltblüter. „Ich war mit meinem Vater früher oft stundenlang angeln. Mein Interesse galt immer dem Wasser“, sagt der 59-Jährige. Eklig fand er Kröte und Co. noch nie. Mehr Infos unter


  www.amphibienschutz.de 
Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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