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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bratwurst braten mit Herz und Seele

10.07.2019

Hude Wenn freitags der Wochenmarkt auf dem Huder Bahnhofsvorplatz beginnt, ist Wolfgang von Kempen zur Stelle. Mit dem mobilen Bratwurststand unter einem großen roten Schirm nimmt er seinen gewohnten Platz ein. Bald ist das Brutzeln und Knacken der Würste zu hören, dazu steigt der Geruch von Frischgebratenem in die Luft. Der 62-Jährige ist eine Institution auf dem Huder Wochenmarkt und seit fast 15 Jahren dabei. Doch damit soll bald Schluss sein.

„Ich will aufhören und suche einen Nachfolger“, sagt von Kempen. Er wolle aus gesundheitlichen Gründen in Zukunft kürzertreten und sich auf die Führung eines Partyzelt- und Toilettenwagenverleihs beschränken. „Es tut mir wahnsinnig weh, das Geschäft aufgeben zu müssen. Ich habe das unheimlich gerne gemacht“, meint der 62-Jährige. Einen Nachfolger hat von Kempen bisher nicht gefunden. Er will sein Mobil aber auch nicht an jemand x-beliebigen weitergeben. „Ich möchte meinen Bratwurststand in vertrauensvolle Hände abgeben“, sagt er. Und: „Es ist mir ganz wichtig, dass es hier in Hude weiterläuft.“

Einzigartiges Geschäft

Für von Kempen war das Bratwurstbraten von Anfang an eine Herzensangelegenheit. „Ich hatte damals ein Bratwurstmobil gesehen und sofort gedacht: Das ist es!“, erzählt der 62-Jährige. Auf dem Gefährt habe die Adresse des Herstellers gestanden, zu dem er Kontakt aufnahm. Wenig später konnte er sein eigenes Bratwurstmobil kaufen. „Mit der Lizenz war das dann aber gar nicht so einfach. Einen mobilen Bratwurststand hatte es im Landkreis Oldenburg noch nicht gegeben. Deshalb wussten die nicht, wie das einzuordnen ist“, erklärt von Kempen. Noch immer sei sein Geschäft einzigartig in der Gegend.

Guter Nebenverdienst möglich

Für seinen mobilen Bratwurststand sucht Wolfgang von Kempen einen männlichen oder weiblichen Nachfolger. Dieser könnte das Bratwurstmobil kaufen und alle Genehmigungen sowie Plätze übernehmen. Vorweisen muss ein neuer Bratwurstbrater lediglich ein Gesundheitszeugnis und eine Gewerbebescheinigung. Es sei ein guter Nebenverdienst mit dem Geschäft möglich. Zusätzlich bietet der jetzige Inhaber an, einen Nachfolger einzuarbeiten und mit Rat zur Seite zu stehen. Interessierte melden sich bei Wolfgang von Kempen unter Telefon  04408/535 oder direkt am Wurststand.

Als die Genehmigung dann erteilt wurde, habe es sofort das Angebot der Gemeinde gegeben, einen Platz auf dem Wochenmarkt einzunehmen. Seit dem 8. Juli 2004 darf von Kempen seine Bratwürste braten. In dieser Zeit hat er viele Menschen von seinen Produkten überzeugt. „Die Leute kommen aus Bremen, Delmenhorst, Berne und umzu – und natürlich aus Hude“, sagt der 62-Jährige. Er habe überwiegend Stammkunden, die auch von weither kommen würden, um seine Wurst zu essen: „Weil sie so lecker ist.“

Das Fleisch für seine Produkte bezieht von Kempen bei der Delmenhorster Fleischerei Jochen Hanenkamp. „Die Qualität wird bei mir schon immer großgeschrieben. Deshalb habe ich die Würstchen im Laufe der Zeit weiter verbessert“, sagt der Bratwurstbrater. Seine Brötchen beziehe er von einem kleinen Bäcker: „Nichts davon ist aus Massenproduktion.“ Auch wenn von Kempen viele andere Variationen ausprobiert habe, „die Huder wollen ihre Bratwurst“.

Das Geschäft brummt. Neben dem Huder Wochenmarkt ist das Bratwurstmobil auch bei Veranstaltungen in Elsfleth und Steinkimmen unterwegs. „Man kann das weiter ausbauen. Ich habe das aber zeitlich nicht geschafft“, sagt der Führer eines Partyzelt- und Toilettenwagenverleihs. Gerade in Hude sei es ein geselliges Beisammensein. Am Tisch neben dem Stand mit den paar Stühlen sei ein richtiger Treffpunkt entstanden.

Ein möglicher Nachfolger oder eine Nachfolgerin sollte das nötige Gefühl zum Grillen mitbringen – und die Liebe zum Produkt. Es sei ein richtig guter Nebenverdienst damit möglich. „Nach Möglichkeit sollte meine Wurst weiter angeboten werden. Denn ich habe gelernt, Qualität setzt sich durch“, sagt von Kempen. Ein Kunde esse bereits seit zehn Jahren freitags seine Wurst bei ihm und habe sie noch immer nicht satt.

Wurststand verkaufen

Doch alles hat ein Ende – auch die Wurst. Deshalb will der 62-Jährige seinen mobilen Bratwurststand jetzt verkaufen. Das beinhaltet die Genehmigungen und Plätze. „Man kann also ohne Probleme weitermachen, sobald ein Gesundheitszeugnis vorliegt und das Gewerbe angemeldet ist.“ Zudem bietet von Kempen an, bei der Einarbeitung zu helfen. „Ich unterstütze gerne am Anfang und stehe jederzeit mit Rat zur Seite.“ Geplant ist die Übergabe an einen Nachfolger im September. Dann möchte von Kempen gerne auch selbst einmal auf den Wochenmarkt gehen und eine Wurst genießen.

Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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