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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Neues Projekt will Artenvielfalt schützen

18.10.2019

Hude Zahlreiche kleine Inseln hat das Grünlandzentrum Niedersachsen Bremen in der Gemeinde Hude entdeckt. Doch statt vom Salzwasser umschlungen, finden sich drumherum Gräser, Kühe und Schafe. Denn es sind Biotope, die inmitten verschiedener Grünlandflächen liegen. In diesen Lebensräumen findet sich eine große Artenvielfalt. „Das sind wertgebende Pflanzen wie Gräser, Kräuter und Kleearten. Aber auch Heuschrecken, die für das Grünland ganz charakteristisch sind und Tagfalter sowie Schmetterlinge“, sagt Mathias Paech vom Grünlandzentrum. Doch diese Vielfalt ist bedroht, gerade weil die Biotope „verinselt“ sind. „Wenn man die so lässt, verarmen die Arten in ihrer Vielfalt“, betont Paech. Deshalb sollen die Biotope miteinander verbunden werden.

Struktur in Küstenregion

Dazu wurde das DBU-Projekt „Biotopverbund Grasland“ ins Leben gerufen. Es bezieht sich auf die Landkreise Wesermarsch, Ammerland und Oldenburg sowie die Stadt Oldenburg. „Es läuft seit Oktober 2017. Insgesamt soll es bis Januar 2021 dauern“, sagt Paech, der das Projekt leitet. „Der Kern ist es, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir bei uns in der grünlanddominierten Küstenregion Strukturen schaffen, damit wir die Artenvielfalt entwickeln und erhalten.“

Im Landkreis Oldenburg und der Stadt Oldenburg befindet sich das Projektgebiet mit dem Namen „Blankenburg/Iprump“, zu dem auch die Gemeinde Hude gehört. Um die Biotope zu erhalten, wird auf ein Biotopverbundkonzept gesetzt. Dabei werden die Biotope über Wegeseitenstreifen und Grabenränder miteinander verbunden.

Das Unternehmen Kristof Theilen Garten- und Landschaftsbau aus Bad Zwischenahn nutzt dafür Kompakt-Traktoren. Zuerst werden die Seitenstreifen und Ränder gemäht und anschließend gefräst, um Saatgut darauf zu verteilen. „Wir sind in diesem Projektgebiet ungefähr bei 1500 Quadratmetern, die wir hier strukturell entwickeln“, sagt der Projektleiter.

Das Saatgut dafür ist regiozertifiziert: „Es ist von der nordwestdeutschen Tiefebene gewonnen worden. 90 Prozent Kräuter, 10 Prozent Gräser. Insgesamt sind es 30 Kilo Saatmenge“, sagt Paech. Die spezielle Mischung ist auf die Pflanzenstruktur der Biotope angepasst, um Anreize zu schaffen, dass Arten die Verbindungselemente nutzen.

Zwei Jahre Vorbereitung

Neben dem Grünlandzentrum Niedersachsen Bremen, welches das Projekt koordiniert, sind daran noch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Universität Oldenburg und der Nabu Oldenburger Land beteiligt. Finanziert wird das gesamte DBU-Projekt „Biotopverbund Grasland“ von der deutschen Bundesstiftung Umwelt mit 250 000 Euro. Hinzu kommen 100 000 Euro vom Projektteam. Im Projektgebiet „Blankenburg/Iprump“ wiederum leistet die Gemeinde Hude und die Stadt Oldenburg zusätzliche finanzielle Hilfe.

Doch bevor das Verbundkonzept durchgeführt werden konnte, dauerten die Vorbereitungen über zwei Jahre. Der erste Schritt des Projektes war es, herauszufinden, wo in den Landkreisen die Biotope zu finden sind. Im zweiten Schritt hat sich das Grünlandzentrum mit den Akteuren ausgetauscht. Dazu gehören Wasser- und Bodenverbände, Landwirte, Gemeinden, Landkreise und die Landwirtschaftskammer sowie Naturschutzorganisationen.

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts ist es zu zeigen, dass durch strukturelle Anpassungen von Wegeseitenstreifen, Grabenrändern, und auch Deichen, ein Anreiz geschaffen werden kann, um die Artenvielfalt zu erhalten. „Und diese Politprojekte dienen für uns als Real-Laborversuche“ sagt Paech. „Die Universität wird auch über das Projekt hinaus dieses Gebiet betreuen, um langfristig zeigen zu können: Hat das Sinn und Zweck?“

Entscheidend für die weitere Fortführung ist die Finanzierung nach dem Projektende. „Da kommen die Gemeinden, Landkreise und Verbände ins Spiel“, sagt Paech. Er hofft, dass die entstehenden Kosten für die Pflege und Erhaltung der Verbindungselemente von ihnen übernommen werden. Dafür gibt Paech ein Beispiel an: Ein bis zwei Mal müssen die Wegeseitenstreifen und Grabenränder wegen der Verkehrssicherungspflicht gemäht werden. Diese Kosten werden ohnehin von der Gemeinde getragen. „Wir müssen diese technische Leistung nur ein Stück weit strukturell anpassen.“

Soeke Heykes Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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