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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn’s gut läuft, wird es zumindest ein Café geben

17.11.2018

Hude Ende des Jahres schließt der Huder Gastronomiebetrieb Haus am Bahnhof an der Parkstraße seine Pforten. Die Immobilie wurde an einen Investor verkauft. Dieser will den Saal abreißen und an dessen Stelle ein Mehrfamilienhaus errichten. Der geplante Abriss des Saals stößt nicht überall auf Verständnis. So beklagte ein Bürger in der Fragestunde des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt eine „kulturelle Verarmung“ des Ortskerns. „Wir sollten da den Riegel vorschieben“, meinte der Einwohner.

Andere Vorstellungen

Der Investor hat allerdings andere Vorstellungen. Der Saal werde nur gelegentlich von ein paar Vereinen genutzt, stellte Architekt Arne Matthes aus Ganderkesee dazu fest. Das sei nicht wirtschaftlich. Matthes stellte im Ausschuss die Pläne des Investors vor. Demnach sollen im hinteren Bereich des Grundstücks sowohl der Saal als auch das dazugehörige Wohnhaus abgerissen werden. Geplant sei ein mehrgeschossiges Wohnhaus mit zehn barrierefreien Wohneinheiten und Tiefgarage. Der Architekt nannte eine Gesamtwohnfläche von mehr als 400 Quadratmetern.

Einziges Zugeständnis: Der vordere Bereich der Gaststätte mit der Fassade soll erhalten bleiben. Im Erdgeschoss für gastronomische Zwecke. In welchem Umfang? – Das wusste der Architekt nicht zu beantworten. Das hänge stark davon ab, welchen Mieter der Investor dafür finde. „Café, Restaurant, Kneipe? Man kann nur etwas anbieten. Es gibt aber keine Garantie, wie groß“, so der Architekt. Und er erklärte zugleich, dass große Flächen in der Gastronomie kaum zu vermieten seien. Dirk Vorlauf (CDU) hatte nämlich den Wunsch geäußert, dass nicht nur ein schmales Café entstehe, sondern die gesamte jetzige Erdgeschossfläche und die Terrasse auch weiterhin für Gastronomie genutzt werden sollten.

Fassade bleibt erhalten

Vorlauf verwies auch darauf, dass das Haus am Bahnhof den optischen Eingang in das geschäftliche Zentrum Hudes für alle darstelle, die vom Bahnhof kommen. Es sei deshalb zu begrüßen, dass die Fassade des alten Gebäudes erhalten werde. „Ein ortsbildprägendes Gebäude“, meinte Heiko Aschenbeck (SPD).

Im Rest des jetzigen Gaststättengebäudes sollen nach Renovierung und Umbau ebenfalls Wohnungen entstehen, und zwar bis unters Dach. Zusätzliche Gauben sollen eingebaut werden, um genügend Licht in die neuen Wohnbereiche zu bekommen. Der Architekt sprach von vier bis fünf nicht barrierefreien Wohnungen und einer Gesamtwohnfläche von rund 270 Quadratmetern im Altbestand. Unter anderem wolle man auch im Erdgeschoss zugemauerte Fenster wieder öffnen und die Fassade schöner gestalten.

Gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss zur Straßenseite – das ist eine wichtige Vorgabe der Wege im Zuge der auf den Weg gebrachten Änderung des Bebauungsplanes für die Parkstraße und des noch zu erarbeitenden Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes. Der Investor bewege sich mit seinen Planungen im Rahmen dieser Vorgaben, betonten Bürgermeister Holger Lebedinzew und Fachbereichsleiterin Martina Schneider. „Es gibt keinen Grund, das Vorhaben nicht passieren zu lassen“, meinte Schneider.

Reichen die Parkplätze?

Bedenken äußerten sowohl Peter Zwiener (SPD) als auch Pascal Buntrock (FDP) zu der Parkplatzlösung. Enge Stellflächen in einer Tiefgarage würden gerade ältere Menschen abschrecken. Draußen reichten aber die Parkplätze nicht aus, so Zwiener. Trotz der Tiefgarage werde es eine sehr angespannte Parkplatzsituation geben, sagte Pascal Buntrock. Hier seien intelligente Lösungen gefragt, gab er dem Architekten mit auf den Weg. 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit seien in der Tiefgarage geplant, sagte der Architekt. Und die Parkplätze würden auch so gestaltet, dass breite Autos gut abgestellt werden könnten.

„Da fehlt das Gefühl dazu“, sagte Andreas Otte (CDU) zu den Planungen. Auf seine Anregung hin wurde denn auch beschlossen, die Pläne nur zur Kenntnis zu nehmen, ohne den Zusatz „zustimmend“, den die Verwaltung mit eingebaut hatte.

Letztendlich ist das egal. „Das Thema ist durch“, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew auf Nachfrage. Die Vorgaben seien vonseiten des Investors erfüllt. Weiteren Einfluss könne die Gemeinde nicht nehmen. Auch wenn am Ende auf minimalster Fläche nur ein Döner-Laden als gastronomisches Angebot entsteht? – Das sei dann so, sagte Lebedinzew der NWZ.

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