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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wie der Pilz ungebeten ins Haus kommt

02.02.2019

Hude Es ist kalt draußen. In den Räumen wird kräftig geheizt. Neben warmen Häusern und Wohnungen hat dies einen weiteren Effekt. Der Temperaturunterschied zwischen den eigenen vier Wänden und der Außenwelt steigt an. Die entstehende Feuchtigkeit bietet ideale Bedingungen für einen ungebetenen Besucher in dunklen Ecken und hinter großen Möbelstücken: den Schimmelpilz.

Gerade in der kalten Jahreszeit ziehen die Sporen in die Innenräume ein und vermehren sich dort ungebremst weiter – damit stellen sie oft eine gesundheitliche Gefahr für die Menschen dar. Besonders Kinder und Ältere können unter dem Pilzbefall leiden und ernsthaft erkranken, wenn er nicht beseitigt wird.

Einer, der sich mit dem Schimmelpilz auskennt, ist Peter Becker. Der Huder Malermeister hat sich mit seinem 16 Mitarbeiter starken Malereifachbetrieb neben Mal-, Bodenarbeiten und Wärmedämmung auf die Erkennung, Ursachenforschung und Beseitigung von Schimmel spezialisiert. „In den Wintermonaten, wenn es draußen kälter wird, bin ich zwei- bis dreimal in der Woche im Einsatz, um Schimmelpilze zu entfernen“, sagt Peter Becker. Im Jahr 2007 hatte er den Sachkundenachweis „Schimmelpilze in Innenräumen – Erkennen, Sanieren und Vermeiden“ beim TÜV Rheinland erworben.

1. Schritt: Erkennen

Beim Arbeiten ist der Malermeister schon auf die abenteuerlichsten Befallsstufen getroffen. Von einfach „Stockflecken“ durch Feuchtigkeitsschäden an Wänden und Möbeln bis hin zu komplett verschimmelten Wänden sei alles dabei. Die Häufigkeit der Einsätze zeigt, wie groß das Problem ist. „Schimmel bedarf immer Feuchtigkeit. Die Gründe dafür, dass diese in den Wohnraum kommt, sind meistens falsches Lüften oder Kältebereiche, die durch bauliche Schwächen entstanden sind“, erklärt Becker.

Bei mehr als sieben Grad Temperaturunterschied entsteht Kondensat. Weil die feuchte Luft abkühlt, kann sie weniger Wasser aufnehmen und gibt dieses wieder ab. „Diese Flüssigkeit sieht auf den Oberflächen aus wie Schweißperlen“, meint Becker: „Wenn dazu noch Tapeten oder Kleister kommen, die nichts anderes sind als biologische Masse von Bäumen, hat der Schimmel einen idealen Nährboden gefunden.“

Wenn der schwarz-bläuliche Gast erst einmal da ist, gelte: „Sofort handeln! Der Schimmel breitet sich sonst explosionsartig aus.“ Kleinere Flecken, die erst vor Kurzem entstanden sind, könnten Bewohner selbst entfernen. Der Malermeister empfiehlt Wasserstoffperoxid oder hochprozentigen Alkohol. Auch Chlor sei geeignet und habe zudem die beste Tiefenwirkung. „Da muss man allerdings mit der Dosierung sehr vorsichtig sein“, mahnt Becker.

Was ist Schimmel eigentlich?

Beim Schimmelpilz handelt es sich um Mikroorganismen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie kleine Fäden bilden. Diese produzieren dann häufig ein wattiges Geflecht sowie massenhaft Sporen zur Vermehrung und zum Überdauern. Er gibt inzwischen über 125 000 bestimmte Pilzarten.

Draußen gibt es eine natürliche Belastung der Luft mit Schimmelpilzsporen. Der Wind trägt diese durch Türen und Fenster in die Innenräume. Ansiedeln können sie sich überall dort, wo es feucht ist. Dies erklärt Dr. Ilka Toepfer vom Analytik- und Beratungsinstitut für Innenraumschadstoffe (Abis).

2. Schritt: Sanieren

In vielen Fällen ist der Schimmel allerdings bis in den Putz vorgedrungen – dann muss er von Experten entfernt und der Raum saniert werden. Zunächst wird der Bereich dafür „eingehaust“, also mit einem kleinem Zelt die Ausbreitung der Sporen verhindert. Wenn er Pilz abgetötet ist, wird die Wand abgefräst, bis alle Spuren beseitigt sind. Zum Abschluss kann verputzt und mit einer speziellen Mineralfarbe gestrichen werden. Insgesamt benötigen Malermeister wie Becker dafür drei bis vier Tage.

Wenn die Feuchtigkeit aufgrund mangelhafter Dämmung in die Innenräume kommt, muss auch dort nachgebessert werden. Am effektivsten, aber auch teuersten sei eine Fassadendämmung. Andere Möglichkeiten sind eine Hohlraum- oder Innenwanddämmung.

3. Schritt: Vermeiden

Ein Befall und die möglicherweise folgende Sanierung ließen sich in den meisten Fällen mit einfachen Mitteln vermeiden. „Richtiges Lüften ist das A und O“, sagt Becker. Zwei- bis viermal am Tag sollten Fenster und Türen für drei bis fünf Minuten komplett geöffnet werden, damit die warme Luft die Feuchtigkeit nach draußen trägt. Ein häufiger Fehler sei es, die Fenster „auf Kipp“ zu stellen. Dadurch würde schnell Schimmel in der Fensternische entstehen.

Oftmals betroffen sind Badezimmer und Küche wegen der dort entstehenden Feuchtigkeit – oder das Schlafzimmer. „Weil dort nicht so geheizt wird wie in anderen Räumen“, sagt Becker. Heizen sei genauso wichtig wie Lüften, da nur die warme Luft die Feuchtigkeit aus den Innenräumen trägt. Möbel sollten gerade beim Altbau zehn Zentimeter von der Wand entfernt und nicht in die äußeren Ecken gestellt werden. „Sonst kommt die warme Luft nicht dorthin, und die Wand kann sich nicht aufwärmen“, erklärt der Huder Malermeister.


     www.malerbecker.de 
Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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