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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Hobby Von Uwe Möring Aus Hundsmühlen: Diese Arbeiten fallen aus dem Rahmen

07.01.2020

Hundsmühlen Seit einem Jahr wird in der ehemaligen Tischlerwerkstatt von Hans Rabius wieder gesägt, gehämmert, geleimt. Nach dem Tod des Tischlermeisters stand das Gebäude eine Zeit lang leer, jetzt sorgt Uwe Möring für neues Leben in der Werkstatt am Hunteweg 4 in Hundsmühlen.

Während andere Menschen ihr Hobby zum Beruf machen, ist es bei Möring genau umgekehrt: Er hat Bootsbauer gelernt und dann einige Jahre als Tischler gearbeitet. Mittlerweile ist er Ausbilder in der Tischlerei der Akademie Überlingen. Doch die direkte Arbeit mit dem Holz, die eigene Kreativität, lebt er nach Feierabend aus.

Stapellauf für Pappboote

Der Bootsbau aber hinterlässt bis heute dabei seine Spuren: Wer bei Mörings Möbelstücken genau hinsieht, findet überall maritime Gestaltungselemente. Eine Sitzbank mit geschnitzten Muscheln, eine Lampe, an der sich Quallen und Schlingpflanzen hinaufziehen – das Meer, dem Möring als Schiffsbauer so eng verbunden war, lässt ihn auch an Land nicht ganz los.

„Schon als Kind habe ich mit Hingabe kleine Boote gebaut“, erzählt er. Als Zehnjähriger hat er Kanonenboote aus fester Pappe vom Stapel laufen lassen und so ganze Seeschlachten nachgespielt, die er vorher in Piratenfilmen gesehen hatte.

„Ich denke, dass ich ein dankbarer Lehrling war“, sagt er über seine Zeit bei der Schiffs- und Bootswerft Schürenstedt in Bardenfleth. „Ich habe es geliebt, mit Holz wunderschöne Boote zu bauen.“ Nach der Ausbildung absolvierte Möring seinen Wehrdienst – natürlich bei der Marine. Hier lernte er unter anderem, „dass mir bei Windstärke elf schlecht wird. Und dass es mir auf den Meeren der Welt gefällt“. Dennoch sei er froh gewesen, als die 15 Monate vorbei waren.

Zurück in seiner Ausbildungswerft, kam schnell die Ernüchterung: Zwei Wochen später machte die Werft dicht. Er bekam eine Anstellung auf der Elsflether Werft, baute dort Containerkabinen mit Nasszellen für das Kreuzfahrtschiff MS Europa. „Doch das hatte nichts mehr mit dem zu tun, was ich an meinem Beruf als Bootsbauer so sehr geschätzt habe.“

Möring ging auf Wanderschaft, arbeitete als Bootsbauer in Holland und Dänemark und heuerte schließlich auf der Aucoop-Werft in Bremen-Vegesack an. Hier war er an Projekten wie dem Nachbau der Hansekogge „Roland von Bremen“ beteiligt. Nebenbei baute er weiterhin auch seine eigenen Boote und segelte selbst. Sein letztes Boot, die „Dragon“, ließ er im Juli 1999 zu Wasser. „Von dem Verkaufserlös habe ich mir meine Werkstatt auf Harriersand gekauft“, erzählt er. Werkstatt und Wohnung in einem alten Melkhaus, den Strand und die Weser mit den Containerriesen vor der Tür – was klingt wie ein Traum für jemanden, der das Wasser so sehr liebt, entpuppte sich als wenig romantisch: Regelmäßig war das Haus überflutet, die Selbstständigkeit als Tischler bedeutete zehn bis zwölf Stunden pro Tag in der Werkstatt. „Mit Auftragsarbeiten, an denen mein Herz nicht hing.“

Leben auf dem Hausboot

Mittlerweile lebt Möring in Oldenburg, seit einem Jahr fährt er abends regelmäßig in seine Werkstatt in Hundsmühlen. An jedem seiner Stücke ist die Liebe zum Detail zu erkennen. Tische mit sternförmigen Intarsienarbeiten, glänzend polierte Spiegeleinfassungen und sein derzeitiges Thema – farbige Elemente aus Epoxidharz, haargenau gearbeitet, ins Holz eingelassen und beleuchtet – zeigen, wie sehr sein Herz an dem Beruf hängt.

Für seine Boote hat er früher überwiegend mit Eiche und Lerche gearbeitet, jetzt hat Möring Eschenholz für sich entdeckt. „Es ist ein tolles einheimisches Holz mit wunderschönen Maserungen und Verläufen“, schwärmt er und deutet auf die unterschiedlichen Schattierungen, die sich bei der Verarbeitung zeigen. „Dieses Holz hat es nicht verdient, drittklassig behandelt zu werden“, findet er.

Die Werkstatt mit Zeit für eigene Projekte hat Uwe Möring jetzt. Doch ein Traum bleibt noch: „Ich wollte immer auf einem Hausboot leben“, verrät er. Vielleicht klappt auch das noch.

Wer Kontakt zu Uwe Möring aufnehmen möchte, erreicht ihn unter Telefon   0441/18 06 98 98.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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