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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ministerin sieht große Chancen für Ökolandbau

29.04.2019

Huntlosen Klima- und Wasserschutz – welche Chancen bietet der Ökolandbau? Mit dieser Frage ist am Sonntag die 21. Bio-Messe des Naturkost-Großhändlers Kornkraft in Huntlosen überschrieben gewesen. Dazu war auf Einladung der Inhaberfamilie Schritt die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast gekommen und stellte sich diesem Thema.

Die Fachbesucher aus Naturkosthandel, Großküchen und Gastronomie informierten sich nicht nur, sondern probierten auch und kamen miteinander ins Gespräch – neue Käsesorten, vegane Köstlichkeiten, Eiscreme, Brotaufstriche, Kosmetik – alles aus der Bioproduktion. 99 Aussteller aus Deutschland und Europa präsentierten ihre Angebote.

„Jetzt handeln“

„Wenn wir das Klima wichtig nehmen und Klimaschutz machen wollen, dann können wir uns nicht darauf verlassen, dass es wohl noch technische Lösungen geben wird, die den Klimawandel aufhalten“, sagte Kornkraft-Geschäftsführer Jochen Schritt. „Wir müssen handeln und Verantwortung übernehmen.“ Wenn uns Europa wichtig sei, unser Trinkwasser und unsere Artenvielfalt, dann dürften wir als Deutsche in Europa nicht immer nur als Bremser auftreten, wenn es um Umweltfragen geht. Heute gehe es darum, ob wir unsere Kraft dafür einsetzen, das Alte zu verteidigen oder eine Zukunft zu bauen, in der wir künftig leben können. Dazu brauche es eine zukunftsfähige Landwirtschaft, Wirtschaft und Umwelt.

Ministerin Otte-Kinast lobte die Familie Schritt für ihre Pionierarbeit. Heute sei Bio im wahrsten Sinne in aller Munde. Im Vorjahr sei die Zahl der Bio-Betriebe in Niedersachsen um 160 auf fast 2000 gestiegen. Sie bearbeiteten insgesamt 108 000 Hektar (plus 7700 Hektar). Das unterstreiche die zunehmende Marktbedeutung. Auch bei den Bioverarbeitern und Händler gebe es einen kontinuierlichen Zuwachs. Im Vorjahr sei die Zahl der Bioverarbeiter um 20 auf mehr als 1000 gestiegen. Hinzu kämen die Landwirte mit der Hofverarbeitung. Die Nachfrage an Ökoprodukten aus regionaler Erzeugung wachse weiter.

Otte-Kinast ist überzeugt, dass der Ökolandbau aus ökonomischer Sicht Chancen für die Erzeuger bietet, aber ebenso für den Klima- und Wasserschutz sowie für die Biodiversität. Eine Studie des Thünen-Instituts bestätige, dass die ökologische Landwirtschaft ein hohes Potenzial zum Schutz von Grund- und Oberflächenwasser habe.

Die Landwirtschaftsministerin äußerte die Hoffnung, dass es gelingt, durch ein attraktives Regionalmanagement die örtlichen Biowertschöpfungsketten weiter auszubauen. Sie möchte in Niedersachsen eine Modellregion Ökolandbau einrichten, jedoch nicht dort, wo er sich bereits etabliert habe. Bei dem Projekt denke sie an die Kreise Cloppenburg und Vechta. Dort sollen die verschiedenen Akteure an einen Tisch gebracht werden. Einfach werde es nicht.

Als wichtig erachtet die Ministerin auch die Außerhausverpflegung. Dort sehe sie ein großes Entwicklungspotenziel für Bioprodukte. Die Firma Kornkraft leiste dabei eine wertvolle Unterstützung durch die Belieferung von Kantinen und Restaurants.

Größer sei jedoch der Handlungsbedarf beim Thema gesunde und ausgewogene Ernährung. Deshalb soll ein Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft auf den Weg gebracht werden.

Druck aus Gesellschaft

Nach Ansicht von Harald Gabriel, Geschäftsführer des Bioland-Landesverbandes Niedersachsen/Bremen, geht die Zukunft deutlich in Richtung Ökolandbau. Die Weichen würden nicht nur aus Richtung Markt gestellt. Der Druck aus der Gesellschaft, verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umzugehen, sei da. Viele Betriebe würden darüber nachdenken, wie auch Einkommen jenseits von Wachstums- und Intensivierungszwang geschaffen werden können. Für eine umweltgerechte Landwirtschaft forderte er mehr Wettbewerbsgleichheit. Düngung sei dabei ein wichtiges Thema. Die Tierzahlen gingen nur in geringem Maße zurück. Gabriel: „Ich wünsche mir einen Masterplan, wie wir weniger Tiere besser halten.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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