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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Vom Kindergarten zum Meister

12.07.2018

Huntlosen Diese Jungs verbindet eine Menge. Sie kennen sich seit dem Kindergarten und jedem war immer klar: Ich gehöre ins Handwerk. Mittlerweile sind sie alle Meister. Schon ihre Väter waren befreundete Handwerker. Nun treten Tobias Watzke, Kevin Rauh und Thammo Bartels in ihre Fußstapfen und bauen gemeinsam Häuser.

An der Hatter Straße in Huntlosen zum Beispiel wird ein neuer Wohnkomplex entstehen. Dafür heuerte Watzke als Werkstattleiter selbstverständlich seine zwei Freunde an. Und dies ist nicht ihr erster Bau, den sie zusammen meistern. Bis zum Meister jedoch war es für alle ein spannender Weg. Sie blicken gemeinsam zurück.

An typische Anfängeraufgaben kann sich Kevin Rauh noch gut erinnern: Gewinde eindichten, Materialien von A nach B tragen, den Bau fegen. „Da musst du durch“, weiß der Huntloser mittlerweile. Seit zwei Jahren hat der 26-Jährige seinen Meister als Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Nun bildet er selbst Lehrlinge aus. „Jetzt dabei zu sein, wenn die Kunden zufrieden durch das Haus spazieren, ihnen alles zeigen zu können, das ist das Schönste“, findet er.

Durch seinen Vater Achim Rauh, der den Fachbetrieb für Sanitär- und Heizungsanlagen Rauh und Witte leitet, war dem 26-Jährigen schon als Kind klar, in dessen Fußstapfen treten zu wollen. Mittlerweile arbeitet er im Betrieb seines Vaters. Leichter hatte es Kevin Rauh deshalb jedoch nie: Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst drei Jahre als Geselle. „Um Erfahrung zu sammeln und um mir den Respekt der anderen Mitarbeiter zu verdienen“, sagt er.

Vorbilder in der Familie

Auch Tobias Watzke hatte Vorbilder in der Familie. Wie sein Vater arbeitet er nun als Kfz-Mechatroniker. 2014 machte der Wardenburger bei der Schelling Nutzfahrzeuge GmbH seinen Meister. Als es um neuen Wohnraum für Huntlosen ging, war für den 26-Jährigen klar, seine zwei Freunde mit ins Boot zu holen.

„In meiner Familie gibt es fast nur Handwerker“, erzählt Thammo Bartels, der Dritte im Bunde. Er ist Maurer und Betonbauer, arbeitet ebenfalls im Unternehmen seines Vaters, dem Bauunternehmen Ralf Bartels in Großenkneten. Er schätzt vor allem die Erfahrung der älteren Mitarbeiter. „Diese kleinen Kniffe, die lernt man aus keinem Buch“, weiß der 26-Jährige aus Huntlosen. Zusätzlich hat er den Zimmerermeister gemacht. Warum? „Um mein Wissen zu ergänzen.“

Zwischendurch erscheint Thammo Bartels Vater auf der Baustelle: „Ja, die drei haben schon viel auf die Beine gestellt“, sagt er lobend. Schon die Väter der drei Freunde bauten zusammen ihre Wohnhäuser. Nun tun es die 26-Jährigen. Die Häuser für Rauh und Bartels stehen schon in Huntlosen.

Nun entsteht aber nicht etwa das Haus für Tobias Watzke, sondern erst einmal der Mietkomplex in Huntlosen. „Es gab so viel Nachfrage in diesem Gebiet. Da war klar: Hier muss mehr Wohnraum her. Man ist hier auch sehr gut angebunden“, sagt Watzke.

Zwei Wohnhäuser mit je vier Wohneinheiten werden entstehen – acht Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern auf 60 bis 85 Quadratmetern. Watzke hat als Bauherr dieses Projektes mit der Planung bereits im Herbst 2017 begonnen. Jetzt im Juli stehen die Grundrisse der einen Einheit schon. Im August wird das baufällige Nachbargebäude abgerissen, hier entsteht das zweite Wohnhaus. „Im September legen wir dort voraussichtlich mit dem Bau los“, weiß er.

Etwas erschaffen

„Etwas Eigenes zu erschaffen, also ein komplettes Haus, das ist in unserem Job schon ein Privileg“, weiß Rauh. Er und die beiden anderen Meister wollen allen, die Interesse an einem Job im Handwerk haben, sagen: Es lohnt sich. „Fehler darf und wird man immer machen. Ihr müsst auch nicht perfekt sein. Es reicht, wenn ihr Ehrgeiz habt“, sagt Watzke. Allen Schülern empfehlen sie: Macht ein Praktikum. „Die dauern in der Regel nur zwei Wochen und werden vergütet“, weiß Rauh. „Das ist schon mehr, als man in anderen Branchen erwarten darf.“

Freya Adameck
Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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