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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Gesellschaft: Würde auch für Wanderarbeiter

11.01.2020

Huntlosen /Großenkneten „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ So beginnt das Grundgesetz der Bundesrepublik. In der Gemeinde Großenkneten steht demnächst die Gründung eines Arbeitskreises bevor, in dem der Begriff der Würde auch eine zentrale Bedeutung hat. Dabei geht es um die osteuropäischen Arbeiter, insbesondere in der Fleischindustrie. Am Donnerstag, 23. Januar, soll der Aktionskreis „Würdiges Leben und Arbeiten – Großenkneten“ aus der Taufe gehoben werden. Das Treffen beginnt um 19.30 Uhr im Restaurant Schalotte an der Bahnhofstraße. Das teilt der Huntloser Georg Zindl mit, einer der Initiatoren.

Die neue Gruppe hat ein großes Thema, das auch in der Gemeinde Großenkneten eine Rolle spielt: die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in der Fleisch- und Schlachtindustrie. Die Wanderarbeiter, zumeist aus Osteuropa, leben oft unter schwierigsten Bedingungen. „Die Lebens- und Wohnverhältnisse sind in vielen Fällen unbeschreiblich“, schreibt Zindl.

Soziale Bedingungen

Er erinnert an eine Veranstaltung der Grünen und der Kommunalen Alternative (KA) im Juni 2019. Seinerzeit hatten die Veranstalter Daniela Reim, Beraterin für Mobile Beschäftigte, als Referentin nach Ahlhorn geholt. Ihr Bericht sorgte bei den mehr als 40 Zuhörern für große Betroffenheit und mehrfach für die Frage, was dagegen getan werden könne.

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Der neue Aktionskreis möchte vorrangig auf überparteiliche Öffentlichkeitsarbeit für soziale Arbeitsbedingungen setzen. Er will sich gegen Ausbeutung von entsandten Arbeitnehmern, mobilen Beschäftigten, prekär Beschäftigten, Werkvertragsarbeitern und Arbeitsmigranten wenden. Ziel sei ein würdevolles Leben aller Menschen in der Gemeinde, im Landkreis Oldenburg und in Niedersachsen.

Zindl: „Die Arbeitsbedingungen dieser Menschengruppe sind schlicht unwürdig. Unsere heimischen und europäischen Gesetze zur Arbeitszeit, zum Arbeitsschutz, zum Mindestlohn, zu Vertretungsrechten werden aktiv untergraben und in vielen Fällen nicht eingehalten, oder betrügerisch hintergangen.“

Dadurch komme es zur Bildung von Parallelgesellschaften mit sozialen Brennpunkten. In der Gemeinde Großenkneten trifft das insbesondere auf Ahlhorn zu, wo die sozialen Probleme nicht zu übersehen sind. Vermisst wird von den Kritikern die soziale Verantwortung der Unternehmen, „um Mitarbeiter sozial, beruflich oder sprachlich zu integrieren“.

Kommunen überfordert

Die Kommunen seien überfordert mit der Situation, meint Zindl, der als ehrenamtlicher Integrationshelfer ein Kenner der Lage in der Gemeinde ist. Er weist darauf hin, dass jetzt mit sozialer Arbeit im Quartier begonnen werde. Allerdings: „Diese wichtige Arbeit findet, wenn überhaupt, allein durch die Zivilgesellschaft statt. Das heißt: Wir zahlen als Mitbürger.“ In den Betrieben der Fleischindustrie werde laut Zindl mittlerweile unterschieden zwischen Stammbelegschaft (zehn Prozent) und „Saisonarbeitern“ oder Werkvertragsarbeitern.

Der Aktionskreis „Würdiges Leben und Arbeiten – Großenkneten“ ist mit dem Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit Lengerich“ vernetzt und verbunden. Hier zählte Prälat Peter Kossen zu den Gründungsmitgliedern. Er gehört seit Jahren zu den schärfsten Kritikern der Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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