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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kornkraft: Politik steht hinter Umzugsplan

22.02.2020

Huntlosen /Hosüne Über das Thema wird seit Mai 2019 offen diskutiert, zuletzt bei einem sehr gut besuchten Infoabend des Bürgervereins Huntlosen: die Umsiedlung des Naturkosthändlers Kornkraft von Hosüne an die Sannumer Straße. Auch im Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Großenkneten spielte es am Donnerstagabend erneut eine große Rolle.

Schon vorab in der langen Einwohnerfragestunde äußerten insbesondere die direkt betroffenen Anlieger massive Kritik an dem geplanten Industrie- und Gewerbegebiet und dem Vorgehen der Gemeinde. Ebenso eindeutig: Es gibt eine sehr breite politische Mehrheit, die Kornkraft den innerörtlichen Umzug in Huntlosen ermöglichen möchte. AfD-Ratsherr Dierk Horstmann enthielt sich, alle anderen Ausschussmitglieder stimmten für den Planentwurf und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.

Verfahren am Anfang

Joachim Mrotzek vom Büro PlanForum Nord betonte, dass das Verfahren ganz am Anfang sowohl bei der Änderung des Flächennutzungsplans als auch beim Bebauungsplan Nr. 94 „Sannum – Gewerbegebiet Sannumer Straße Nord“ stehe. Es geht um insgesamt rund 6,3 Hektar entlang der Kreisstraße 242. Im nördlichen Teil möchte sich Kornkraft nach und nach in den nächsten 15 Jahren entwickeln. Erster Schritt wäre ein Leergut- und Tiefkühllager. Für Kornkraft ist ein Industriegebiet vorgesehen, im südlichen Teil soll es ein Gewerbegebiet sein.

Laut Lärmschutzgutachten werden tags und nachts die Grenzwerte zu den benachbarten Wohnhäusern eingehalten. Die Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8 (Anteil der bebaubaren Flächen) wurde in der Einwohnerfragestunde mehrfach kritisiert. Mrotzek bezeichnete sie als üblich. Die Gebäudehöhe von zehn Metern werde in anderen Gewerbegebieten überschritten.

Viel Grün

Im Bereich der „Grünordnung“ habe der Plan „viel zu bieten“, so Mrotzek. Er nannte die im Norden geplante große Obstwiese, das naturnahe Regenwasserrückhaltebecken im Süden, die Pflanzstreifen, die „dezidierten“ Vorgaben für Gehölze und deren Mindestqualitäten. „Beinahe ein Drittel“ der Fläche sei Grünordnung. Als „Novum“ bewertete er, dass eine Mindestdachneigung von 15 Grad sowie bei flachgeneigten Dächern bis zu 20 Grad Neigung eine Dachbegrünung vorgesehen sei.

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Der Vorschlag der Kommunalen Alternative (KA), entlang der Kreisstraße einen Wall anzulegen, scheitert an den Vorgaben der Straßenbauverwaltung. Sie fordert entlang der Straße einen 20 Meter breiten Streifen, in dem weder Aufschüttungen noch Ausgrabungen vorgenommen werden. Mindestens eine Wallhecke müsse doch möglich sein, merkte nicht nur Michael Feiner (FDP) an. Uwe Behrens (KA) plädierte dafür, sich weiter um einen Wall zu bemühen, ebenso um eine zusätzliche Anbindung für Fußgänger/Radfahrer an das Gewerbegebiet. Beides lehnte die Verwaltung ab.

Für Irritationen sorgte die geplante Erschließung aus Richtung Norden über einen Realverbandsweg. Auf Nachfrage betonte der Bürgermeister, dass mit dem Vorsitzenden des Realverbandes gesprochen worden sei. Auf Nachhaken von Michael Feiner bestätigte Schmidtke, dass keine förmliche Zustimmung des Realverbandes notwendig sei.

Noch eine Ackerfläche: das Areal an der Sannumer Straße. Hier will Kornkraft ansiedeln. BILD: Ulrich Suttka
Noch eine Ackerfläche: das Areal an der Sannumer Straße. Hier will Kornkraft ansiedeln. BILD: Ulrich Suttka

Stimmen zu den Kornkraft-Plänen

Dirk Faß, Ausschussvorsitzender: „Das ist toll demokratisch. Wir sind ganz gut besucht, so wollen wir das haben.“ (angesichts der rund 25 Zuhörer, darunter viele Kritiker der Kornkraft-Planung)

Jürgen Seeger, Sage: „Wir haben genügend Logistiker.“

Wolfgang Nohse, Huntlosen: „Warum heißt das nicht Industriegebiet?“ (angesichts der Planunterlagen, in denen weiter vom Gewerbegebiet die Rede ist, was auch formal korrekt ist laut Verwaltung).

Thorsten Schmidtke, Bürgermeister: „Wir haben die Nachbarn zweimal frühzeitig informiert, dann mit einer Versammlung des Bürgervereins mit Kornkraft: Ein Mehr an Beteiligung im Vorfeld kann es kaum geben.“ (zur Kritik an mangelnder Information)

Olav Bruns, Sannum: „Ich beglückwünsche Sie, dass Sie nach einem dreiviertel Jahr gemerkt haben: Es ist ein Industriegebiet.“ (in Richtung des Bürgermeisters)

Germar Schröder, Sannum: „Der ganze Komplex ist von links nach rechts gedreht worden. Ich bin der Leidtragende. Ich habe keine Möglichkeit, Lärm- oder Sichtschutz zu machen.“

Gerrit Schröder, Sannum: „Es tut nicht not an dieser Stelle. Es gibt genügend andere Möglichkeiten in der Gemeinde. Das ist eine Bauerschaft, da gehört kein Industriegebiet rein. Ich habe liebe ein hässliches Maisfeld vor der Nase als klappernde Kisten.“

Thorsten Schmidtke: „Das Wohl der Allgemeinheit muss in der Gewichtung etwas anders gewichtet werden als das Wohl des Einzelnen. Es wäre töricht, so ein Unternehmen ziehen zu lassen.“

Uwe Behrens, KA-Ratsherr: „Es ist eine schwierige Situation. Wir müssen uns zwischen zwei unangenehmen Szenarien entscheiden. Wir wollen den Schaden für die Anwohner so gering wie möglich halten. Aber wir wollen auch die Firma Kornkraft halten, die ist vor Ort groß geworden.“

Eckhard Wendt, beratendes Mitglied im Ausschuss: „Ein Industriebetrieb gehört nach Ahlhorn.“

Andrea Oefler, SPD-Ratsherr: „Huntlosen ist Kornkraft. Ihr habt was Tolles.“ Mehrfache Reaktion auf diesen Kommentar aus den Zuhörerreihen: „Nee.“

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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