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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tausende Kiefern Gepflanzt: Verjüngungskur für den Baumbestand in Sandersfeld

20.03.2020

Hurrel /Sandersfeld Es dauert nur wenige Sekunden: Mit einer kurzen Bewegung mit der Baggerschaufel hat Forstwirt Sven Wehlau einen etwa 50 Zentimeter tiefen Spalt im Boden geöffnet. Klaus Scheffer setzt eine kleine Kiefer in die Öffnung, ehe Wehlau die Erde wieder zurückfallen lässt. Fertig. Oder besser: Und weiter geht’s.

Denn der Vorgang wiederholt sich auf der Waldfläche zwischen Hurrel und Sandersfeld an diesem Tag rund 800 Mal. Die Reihen sind dabei 1,20 Meter voneinander getrennt, jeder Baum steht 80 Zentimeter von den anderen entfernt. Auch in den kommenden Wochen wird sich daran nichts ändern. Denn Wehlau und Scheffer forsten derzeit das Waldgebiet auf, pflanzen tausende von jungen Kiefern – und das alles auf einer Fläche von etwa drei Hektar.

Baumbestand gesunken

Der Grund für die Arbeiten: Der Baumbestand der Waldfläche ist in den vergangenen Monaten rapide gesunken. Angekündigt hatte sich das bereits im vergangenen Sommer. Der Borkenkäfer hatte viele der Bäume beschädigt. Bei den Stürmen seit dem Herbst fiel dann der Großteil dem Wind zum Opfer. „Das ist momentan schon extrem“, sagt Jens Meier, Revierförster der Landesforsten Niedersachsen in der Gemeinde Hude. „Eigentlich sollten die Bäume noch 40 Jahre stehen.“

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Seit Anfang Februar werden die jungen Kiefern mit ihren 20 bis 35 Zentimeter oder noch längeren Wurzeln nun gepflanzt. Sie stammen aus einer Baumzucht in Brandenburg. Die Entscheidung bei der Auswahl wurde dabei ganz bewusst getroffen, wie Jens Meier erklärt: „Dort sind sie bereits von Beginn an an einen nährstoffarmen Boden gewöhnt und ihre Feinwurzeln bereits ausgebildet.“ Ansonsten würden sie für die „freie Wildbahn“ nicht geeignet sein.

Auch auf dem Untergrund zwischen Hurrel und Sandersfeld würden die Bäume wahrscheinlich absterben. „Wir haben hier eine ehemalige landwirtschaftliche Fläche. Bei den Vorgängerbäumen handelt es sich um eine Erstaufforstung“, erklärt Jens Meier. Der Boden enthält kaum Nährstoffe. „Kiefern kommen mit solchen Bedingungen besonders gut zurecht“, sagt Meier.

Sven Wehlau und Klaus Scheffer haben beim Pflanzen noch mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen. Nach dem Regen der vergangenen Tage haben sich auf dem Gelände unzählige Pfützen gebildet, trockenen Fußes gelangt man kaum noch irgendwo hin. Durch das viele Pflügen in der Vergangenheit ist – so erklärt es Förster Meier – eine sogenannte Pflugsohle entstanden. Das Wasser kann nur bis zu dieser Sohle im Boden ablaufen. Während der Boden an der Erdoberfläche nass ist, ist er unter der Sohle trocken, so Meier.

Vor Feinden geschützt

Für die Kiefern sind die Bedingungen nun optimal, um sich an ihre neue Heimat zu gewöhnen. „Durch die feuchte Fläche können die Bäume gut anwachsen“, sagt Revierförster Jens Meier. Und: Mögliche Feinde während des Anwachsens meiden das nasse Gebiet ebenfalls. „Mäuse und Kaninchen dürften wohl keine Probleme bereiten.“

Und auch gegen die Winde sollen die Kiefern geschützt werden. „Am Rand haben wir bereits Anfang des Jahres etwa 2000 Eichen und 100 Birken gepflanzt“, verrät Jens Meier. Sie sollen als Windbrecher dienen und sind bereits gut angewachsen. Einige haben sogar schon Knospen. „Im Durchschnitt überleben 90 Prozent der Bäume – zuletzt lag die Quote sogar höher“, sagt Jens Meier.

Frühe Investition

Immerhin: Denn pro Hektar kostet die Aufforstung etwa 7000 Euro. „Bei dem aktuellen Preis für Nadelholz ist das derzeit nicht kostendeckend“, gesteht der Revierförster. „Durch die verschiedenen Faktoren müssen wir unseren Baumbestand schon jetzt verjüngen und frühzeitig investieren.“

Daran wird sich wohl auch im kommenden Jahr nichts ändern. Bereits jetzt liegen in weiteren Bereichen des Waldes umgestürzte Bäume, weitere werden im Jahresverlauf ziemlich sicher dazukommen. „Im Spätsommer werden wir wieder mit den Aufräumarbeiten beginnen, die Flächen ausmessen und die Pflanzen bestellen“, kündigt Jens Meier an. Und im Winter wird dann wieder gepflanzt. Baum für Baum, Reihe für Reihe.

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Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
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