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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

SERIE: „Ihr müsst alle in den Krieg“

11.09.2009

WILDESHAUSEN „Damals war ich elf Jahre alt“, erinnert sich Franz Weymann an den Kriegsbeginn am 1. September 1939. Sein Vater, der sehr links eingestellt war, habe zu seinen sieben Kindern (fünf Jungen und zwei Mädchen) damals gesagt: „Ihr müsst bestimmt noch alle in den Krieg ziehen.“ Der Elfjährige fragte nach: „Ich auch?“ Woraufhin sein Vater nur meinte: „Vielleicht hast du Glück.“

Aber er hatte kein Glück: Im August 1944 wurde auch Franz Weymann, wie zuvor seine vier Brüder, eingezogen. Aus der Lehre heraus wurde er als Luftwaffenhelfer einberufen. Stützpunkte waren Blocken in der Gemeinde Stuhr, Kirchhuchting und Deichhausen. „Im Januar 1945 wurde die Einheit verlegt, wir Luftwaffenhelfer wurden nicht mitgenommen“, erinnert sich Weymann. Stattdessen folgte ein Arbeitsdienst in der Lüneburger Heide. Franz Weymann und seine vier Brüder kehrten alle aus dem Krieg zurück. „Ein Glück, dass von uns keiner gefallen ist.“

Viele Erinnerungen

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Seit 1948 lebt Franz Weymann in Wildeshausen. Zusammen mit seiner Frau Hanna wohnt er an der Ahlhorner Straße. Obwohl er bei Kriegsbeginn noch sehr jung war, hat er viele Erinnerungen an diese Zeit. Beim Anblick eines Bildes, das ihn in der Uniform des „Jungvolks“ zeigt, erinnert sich der 81-Jährige daran, dass nicht sein Vater ihm dieses Hemd gekauft hat. „Das hätte er niemals getan. Das Hemd wurde von der Gemeinde gestellt“, erzählt er.

Überhaupt sei das Jahr 1939 für ihn sehr ereignisreich gewesen. Im Juni und Juli war Weymann zur Kur im Solebad Lüneburg gewesen. Acht Wochen war er von seinem Elternhaus fort, das damals in Twistringen war. „Wir waren in der Nähe einer Kaserne untergebracht. Da hörten wir immer das Zapfenstreichsignal für die Soldaten. Es war für mich immer etwas gruselig anzuhören“, erzählt er. Wieder zu Hause erfuhr er von seinem älteren Bruder, der beim Wehrmeldeamt in Syke tätig war, dass dort schon die Einberufungsbefehle für die Wehrpflichtigen ausgestellt wurden. „Darüber durften wir aber nicht außer Haus reden.“ Auch an Hitlers Rede am 1. September 1939 erinnert er sich. „Die hörten wir natürlich damals auf dem Volksempfänger.“

„Das vergisst man nicht“

Der Vater von Franz Weymann war Matrose bei der Marine gewesen. Nach dem Ersten Weltkrieg war er arbeitslos. „Er arbeitete damals viel als Gelegenheitsarbeiter für jüdische Viehhändler und ich ging oft mit“, erzählt Weymann. Dadurch kannte auch sein Sohn die meisten Juden in Twistringen gut. Nach dem Krieg nahm Weymann den Kontakt zu einigen, die rechtzeitig ausgewandert waren, wieder auf. „Ich habe auch als Kind schon mitbekommen, was in Deutschland mit den Juden passierte. So etwas vergisst man nicht“, betont Weymann. Allerdings musste auch sein Vater damals aufgrund seiner linken Gesinnung vorsichtig sein.

Ein Spezial gibt es unter www.NWZonline.de/jahrestage2009

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