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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn die Umzugsfirma selbst umziehen muss

02.08.2019

Immer /Ganderkesee So anschaulich können Firmenbesuche für Politiker schon auf den ersten Blick sein: Als die FDP am Donnerstagvormittag mit großer Mannschaft beim Umzugsunternehmen Mansholt in Immer aufschlägt, reichen die Stühle im kleinen Besprechungsraum kaum aus, Geschäftsführer Nico Mansholt und sein engster Mitarbeiter Eike Westermann eilen aus dem Lager herbei und haben im Büro noch schnell ein paar Angelegenheiten zu klären. Die Gäste aus Rats-, Kreistags- und Bundestagsfraktion sowie aus dem Ganderkeseer Ortsverband der Liberalen merken sofort: Hier stößt eine Firma räumlich und personell an Grenzen.

„Wir haben seit 2014 fast jedes Jahr 50 bis 60 Prozent Umsatzwachstum“, berichtet Nico Mansholt. Das freut den 26-jährigen Sohn von Firmengründer Thomas Mansholt – einerseits. „Aber es sorgt auch für Probleme und Herausforderungen an allen Fronten.“

Fünfmal so viel Fläche

Für die räumlichen Nöte immerhin hat die bisher in der ehemaligen Molkerei in Immer ansässige Firma eine Lösung gefunden: Seit dem 1. Januar ist die Umzüge Mansholt GmbH & Co. KG Eigentümer des einstigen Betriebsgeländes der ehemaligen Spedition Stoppe an der Atlasstraße in Ganderkesee. Der Umzug läuft, ist aber noch nicht abgeschlossen. „Dort haben wir eine bessere verkehrliche Anbindung und fünfmal so viel Fläche“, betont Eike Westermann (25).

Diesen Platz braucht die Firma auch: 42 Mitarbeiter beschäftigt Mansholt inzwischen, der Fuhrpark umfasst 35 Fahrzeuge, davon zwölf Lkw und Transporter, der Rest sind Pkw und Anhänger. Hinzu kommen Container, in denen die Möbel sowohl transportiert als auch gelagert werden können, dafür wurden noch zusätzliche Hallen in Delmenhorst und Hude sowie ein Gelände an der B 213 in Uhlhorn angemietet. Der Standort in Immer wird auch nach dem Umzug nicht aufgegeben, „den brauchen wir für unsere Lagerkunden“, sagt Nico Mansholt. Das Einlagern von Möbeln habe in jüngster Zeit stark zugenommen.

Fahrer fehlen

Die personellen Nöte indes lassen sich nicht so leicht beheben. „Das Hauptproblem ist der Fahrermangel“, so Mansholt. „Wir könnten doppelt so viele Umzüge fahren, wenn wir das Personal dafür hätten“, ergänzt Westermann. Wie die ganze Speditions- und Logistikbranche leidet auch Umzüge Mansholt unter der Tatsache, dass immer weniger Menschen fähig und willens sind, sich hinter das Lenkrad eines Lkw zu setzen. Eine wesentliche Ursache ist die Abschaffung der Wehrpflicht, in deren Verlauf bis 2011 Jahr für Jahr unzählige junge Leute den Lkw-Führerschein erwerben konnten.

Verschärfte Auflagen

Jetzt sind die Firmen selber gefordert: Ein CE-Führerschein, der zum Steuern eines Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht berechtigt, kostet laut Mansholt 7000 Euro, „und der Fahrer ist dafür erstmal zwei Monate lang weg“. Wenn er dann ein halbes Jahr später kündige, sei die Investition umsonst gewesen. Verschärfte Auflagen, etwa für die Ruhezeiten oder den Aufenthalt im Lkw, würden die Situation zusätzlich erschweren, beklagt der Geschäftsführer und fordert Unterstützung durch die Bundespolitik: Lockerungen bei der Zulassung von Lkw-Fahrern würden helfen, beispielsweise eine Zusatzausbildung zum Pkw-Führerschein, mit der zumindest Fahrzeuge bis fünf Tonnen Gewicht gefahren werden dürften. Auch die Ausstattung der Autobahn-Rastplätze sei verbesserungsfähig. „Unsere Fahrer freuen sich immer auf die Norwegen-Touren“, berichtet Eike Westermann, „da haben sie Sofas, Fernseher und alles was sie brauchen.“ Hierzulande indes würden sich Beobachter echauffieren, wenn Fahrer ihren Gaskocher auf der Lkw-Pritsche anheizen – „aber was sollen die denn sonst auch machen?!“, fragt Westermann.

Vielseitige Ausbildung

Die Firma Mansholt unternimmt selbst schon allerhand, um beruflichen Nachwuchs zu finden und zu halten. Möbelschlepperei durch enge Treppenhäuser gebe es kaum noch, sagt Westermann. „Wir haben ganz viele technische Hilfsmittel.“ Allein drei mobile Außenaufzüge setzt die Firma ein, ein vierter ist bestellt. Und die Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice sei sehr vielseitig. „Das sind hinterher die perfekten Handwerker“, versichert Westermann. „Deshalb sagen wir jedem Interessenten: Probier’s mal aus!“

Europaweit unterwegs

Und dann ist da die Dynamik, mit der das 1995 gegründete Umzugsunternehmen wächst: „Wir wollen für unsere Mitarbeiter und Auszubildenden attraktiv sein“, betont Nico Mansholt. Ebenso natürlich für die Kundschaft. Deshalb ist mit dem Umsatz auch der Service gewachsen. Mittlerweile ist Mansholt in ganz Europa unterwegs und in Verbindung mit Partnerunternehmen sogar weltweit. „Wenn ich von Ganderkesee nach Madrid umziehen möchte“, fragt der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Dürr vorsichtig an –„kein Problem“ antwortet Eike Westermann kurz und knapp. „Schwierig sind für uns nur Nordkorea und Kuba.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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