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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wertvolles wächst vor der eigenen Haustür

14.09.2017
Frage: Frau Wessolowski, Sie werben dafür, regional und saisonal einzukaufen. Was ist denn verkehrt daran, im Winter Tomaten zu essen oder Äpfel aus Neuseeland zu kaufen?
Wessolowski: Die Tomaten sind im Winter weit gereist, genau wie die Äpfel aus Neuseeland. Beide haben durch die langen Transportwege eine schlechte Klimabilanz. Hinzu kommt, dass für die Produktion von Treibhaustomaten im Winter sehr viel mehr Energie benötigt wird als bei Freilandtomaten.
Frage: Auch auf den gesundheitlichen Aspekt von regionalen Erzeugnissen gehen Sie ein. . .
Wessolowski: Richtig. Durch kürzere Transportwege kommen Erzeugnisse frischer beim Verbraucher an. Zudem können Obst und Gemüse wesentlich reifer geerntet werden – es steckt von allem Guten mehr drin. Und die Produkte schmecken besser. Wenn ich beim Landwirt vor Ort kaufe, bekomme ich auch alte Sorten, die nicht im Supermarkt zu finden sind.
Frage: Welche Vorteile haben saisonale und regionale Produkte noch?
Wessolowski: Sie sparen Geld. Äpfel aus Neuseeland sind natürlich teurer, weil durch den langen Transportweg die Produktionskosten steigen. Beim regionalen Produkt hingegen fällt neben dem Transportweg zumeist auch ein guter Teil des Zwischenhandels weg. Der Apfel aus der Region hat vielleicht einen oder sogar gar keinen Zwischenhändler. Dazu kommt, dass Sie mit dem Einkauf regionaler Produkte örtliche Landwirte unterstützen – das stellt eine Identifikation mit der eigenen Region her. Die Wertschätzung für ein Produkt steigt, wenn man weiß, wer es hergestellt hat. Schließlich ist eine saisonale Ernährung auch abwechslungsreicher, weil sich das Angebot übers Jahr verändert.
Frage: Manche Supermärkte weisen regionale Produkte bereits gesondert aus. Aber wie finden Verbraucher Direktvermarkter und Erzeuger?

Vortrag in Ganderkesee

An diesem Donnerstag, 19 Uhr, spricht Katja Wessolowski, Leiterin des Projekts „WertSchätze Regionale Lebensmittel“ im Umweltzentrum Hollen, im Alten Rathaus, Rathausstraße 24, in der Votragsreihe des Seniorenbeirats. „Zurück zur den Wurzeln: Nahrungsmittel bewusst auswählen und einkaufen“ lautet ihr Thema. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung (Telefon 04222/ 4 44 44) aber erforderlich.

Wessolowski: In unserem Projekt „WertSchätze Regionale Lebensmittel“ entsteht gerade ein Handbuch, das auch einen Einkaufsführer enthält. Wir haben dafür sämtliche Erzeuger in der Wildeshauser Geest mit ihren Öffnungszeiten und den Märkten, bei denen sie vertreten sind, aufgelistet. Den Einkaufsführer werden wir auch auf unserer Webseite zur Verfügung stellen.
Frage: Sie geben auch Einkaufstipps für Molkereiprodukte und Eier. . .
Wessolowski: Ich erkläre die Kennzeichnung auf den Verpackungen, um so eine Entscheidungshilfe zu geben. Wer die Kennzeichnungen kennt, hat die Wahl, ob er beispielsweise Milch aus Süddeutschland oder von der Molkerei aus der Region kauft. Ich möchte auf keinen Fall mit dem erhobenen Zeigefinger winken, sondern dabei helfen, bewusste Entscheidungen zu treffen. Für die Zuhörer wird es beim Vortrag auch kleine Kostproben geben.

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