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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Jäger retten kleine Kitze

13.06.2015

Wildeshausen Ilex, Jenna, Emma und Jette laufen und springen an langen Leinen durch das hohe Gras einer saftigen Wiese in der Wildeshauser Bauerschaft Lohmühle. Was wie ausgelassenes Toben in der warmen Abendsonne aussieht, ist harte Arbeit für die vier Jagdhunde. Die beiden Münsterländer Ilex und Emma, Deutsch Drahthaar Jenna und Jack Russel Jette sind im Einsatz, um Rehkitzen das Leben zu retten und auch, um den Nachwuchs von Fasan und Rebhuhn vor dem Tod zu schützen.

Rund zwei Hektar Wiese von Landwirt Edgar Emke sollen am nächsten Tag gemäht werden. Edgar ist vorbildlich“, sagt Jäger Hendrik Hempelmann. „Zwei Tage, bevor er mäht, ruft er uns an. Dann können wir mit den Hunden die Wiese abgehen.“

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Nur zwei Tage

Das hohe Gras ist für Rehe eine ideale Kinderstube für ihren Nachwuchs. Vor Räubern sind die Kitze hier gut geschützt – nicht aber vor den Mähern der Landwirte. „Die Kitze versuchen, sich bis zur letzten Minute zu verstecken und ducken sich immer tiefer, aber sie laufen nicht weg“, sagt Emke.

Der Einsatz von Hendrik Hempelmann, Dirk Brengelmann, Andreas Wilkens, seinem Sohn Hinrich und ihren Hunden dient allerdings nicht unbedingt dazu, ein Kitz im hohen Gras zu finden. Vielmehr geht es darum, den Rehen die Wiese als Unterschlupf madig zu machen. „Wenn es nach Mensch und Hund riecht, wird die Mutter das Kitz sofort wegrufen“, erläutert Wilkens. Dafür sollen auch Stäbe sorgen, an denen die Jäger bunte Plastikbänder oder Tüten anbringen. „Manchmal sprüht man sogar Parfüm“, erklärt Wilkens weiter. Wie die anderen ist er Jäger im Jagdbezirk Kleinenkneten-Lohmühle.

Und wenn ein Hund doch ein Kitz findet? „Das ist eher selten, schon weil Kitze fast keinen eigenen Geruch haben“, sagt Hendrik Hempelmann. Das Kitz angreifen würde natürlich keiner der Hunde. „Das sind alles Vorstehhunde“, erklärt der Waidmann. „Haben sie etwas gefunden, bleiben sie steif stehen und winkeln ein Bein an.“

„In dem Fall würden wir das Tier mit dicken Grasbüscheln aufheben und in den ungefährdeten Bereich tragen. Man darf es allerdings auf keinen Fall mit den Händen berühren, das würde die Mutter sofort riechen“, sagt Hempelmann. „Auch wenn das Kitz an einer anderen Stelle abgelegt wird, findet die Mutter es über Rufe problemlos wieder.“ In zehn Jahren habe er erst ein Kitz auf diese Weise gefunden, sagt Hempelmann. Häufiger komme es vor, dass die Landwirte ein Kitz beim Mähen in letzter Sekunde entdecken und dann den Jäger informieren, damit er das kleine Reh in Sicherheit bringt. „Allerdings kommen solche Funde durch immer schnellere Maschinen immer seltener vor“, beklagt Hempelmann.

Das Verhältnis zu den Landwirten, von denen immerhin viele auch Jäger sind, ist gut. Dennoch gehört Edgar Emke zu den wenigen, die die Jäger immer mit genug Vorlauf darüber informieren, wann sie mähen wollen. „Wenn wir da erst am Tag vorher erfahren, schaffen wir es häufig nicht mehr, die Wiese abzugehen“, sagt Hempelmann. Das kann auch für die Landwirte üble Folgen haben. Wird ein Tier unbemerkt durch den Mäher getötet und der Kadaver gerät ins Viehfutter, sterben auch die Tiere, die dieses Futter fressen.

Davor muss Edgar Emke keine Angst haben. Auch an diesem Abend haben Ilex, Jenna, Emma und Jette kein Kitz im Gras gefunden. Sie liegen müde im Gras und freuen sich über die Plastikschüsseln voll Wasser, das sie nach der anstrengenden Suche abkühlt.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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