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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kartoffeln kommen mit Verspätung

21.06.2006

Trockenheit kann positive und negative Folgen haben. Landwirt Rudolf Schwarting (Thienfelde) äußert sich zur Ernte.

Von daniela zenth

Frage: In den letzten Wochen herrschte durch die Hitze eine relativ lange Trockenheit. Wie wirkt sich dies auf die Kartoffeln aus?

schwarting: Es kann von Vorteil sein, da die Kartoffel ein großes Wurzelnetz bildet und somit ein größeres Aufnahmevolumen für Nährstoffe entwickelt. Kommt dann nach langer Zeit wieder Regen, kann dies zu einem so enormen Wachstumsschub führen, dass die Schale platzt und sich die Oberfläche der Kartoffel leicht schorfig und rissig anfühlt.

Frage: Wie entwickeln sich die Preise in diesem Jahr?

schwarting: Die Preise bleiben in etwa auf Vorjahresniveau. Da das Ausland schwächer importiert, kann es eine leicht steigende Tendenz geben. Wir müssen das Wachstumsniveau abwarten.

Frage: Was erwarten Sie von der Ernte?

schwarting: Die Bestände sind sehr gut. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist eine gute durchschnittliche Ernte möglich. Entscheidend ist aber noch der Krankheitsdruck. Mit dem Krautfäulevirus haben wir jedes Jahr zu kämpfen. Die Pflanzen haben wir bereits mit einem ungiftigen Schutzfilm versehen, damit das Virus nicht eindringen kann.

Frage: Welche Sorte empfehlen sie denn Ihren Kunden?

schwarting: Im Frühkartoffelbereich empfehle ich die Sorte „Leyla“. Diese Kartoffel ist sehr gelbfleischig, leicht festkochend und steht auch geschmacklich vom Aroma her an der Spitze.

Frage: Und wie genießen sie selber die Knollen am liebsten?

schwarting: Als Salzkartoffel. Da kann ich auch mal einen Teller mehr essen und brauche mir keine Gedanken um zu viele Kalorien zu machen.

Frage: Wie sollten Kartoffeln im Idealfall gelagert werden?

schwarting: Die optimale Temperatur liegt zwischen vier und sechs Grad Celsius. Bei zu kalter Lagerung wandelt sich die Stärke in den Kartoffeln in Zucker um. Das wirkt sich dann auch auf den Geschmack aus. Wenn es der Kartoffel zu warm wird, trocknet sie aus und die Keimgefahr wächst. Die Keimtätigkeit beginnt bei acht Grad nach einer gewissen Ruhezeit in der Knolle. Erst ab November, Dezember kommt die Knolle in Keimstimmung.

Frage: Inwieweit machen sich Schädlinge an den Pflanzen zu schaffen?

schwarting: Der Hauptschädling, der Kartoffelkäfer, ist zum Glück stark zurückgedrängt worden. Er wird übrigens auch Colorado-Käfer genannt, da es sich bei diesem Insekt um einen Importschädling aus den Vereinigten Staaten von Amerika handelt. In meiner Kindheit gab es noch für jeden gesammelten Käfer einen Pfennig. Damals war das ein kleines Vermögen.

Frage: Wann kommen die Frühkartoffeln denn auf den Markt?

schwarting: In normalen Jahren um den 25. Mai herum. Durch den kalten Mai hat sich die Ernte allerdings im Norddeutschen Raum auf den 10. bis 12. Juni verschoben. Seit einer Woche verkaufen wir frische Frühkartoffeln auf unserem Hof.

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