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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Rollentausch In Ganderkesee: Was genau macht eigentlich eine Tafel?

30.04.2015

Ganderkesee „Möchten Sie Spargel?“, rufe ich quer durch den Raum und halte das Gemüse hoch über meinen Kopf. „Nein“, ruft ein Mann am anderen Ende des Zimmers zurück, er schüttelt mit dem Kopf. Auf diese Weise gehe ich einmal fast den kompletten Lebensmittelbestand der Ganderkeseer Tafel durch. Für eine Stunde helfe ich Organisatorin Waltraud Bergmann bei der Lebensmittelausgabe.

Nacheinander betreten die Kunden den kleinen Raum am Ring 1. Jeden Mittwoch werden hier von 14 bis 16.30 Uhr die Einkaufstüten für eine Spende von 2 Euro pro Erwachsenen gefüllt. „So gegen 16.30 Uhr sind wir fertig, dann haben wir nichts mehr – und auch körperlich sind wir dann fertig“, erzählt Bergmann.

„Der Nächste bitte“, ruft Basel Taifour, der aushilfsweise bei der Tafel arbeitet. Er selbst stammt aus Syrien und kann daher mit arabischen Kunden besser kommunizieren als andere Aushilfen. „Hier wird deutsch, russisch, arabisch und englisch gesprochen“, berichtet Fritz-Werner Bergmann, der für die Verwaltung der Ganderkeseer Ausgabestelle zuständig ist. Das Russische sei durch die beiden Aushilfen Irena und Swetlana abgedeckt.

Ein neuer Kunde betritt den Raum, zwei Einkaufstüten in der Hand. Er holt heute Lebensmittel für seine Familie, vier Personen. Die Lebensmittel suchen die Helfer bei der Tafel zusammen – ganz individuell nach dem Geschmack des Einkäufers. Mit der Tüte in der Hand geht es bei dem Brot los: Mit dem Finger zeige ich auf die verschiedenen Brotsorten, der Kunde schüttelt mit dem Kopf und zeigt auf die Brötchen. Nach eigenem Ermessen nehme ich drei Brötchen-Tüten aus dem Plastikkorb und lege sie in die Tasche – das müsste für vier Personen reichen, hoffe ich.

Basel nickt mir aufmunternd zu. Gleichzeitig sucht er bereits Gemüse heraus und zeigt es dem Mann. Alles wandert in die Tüte, die wir nun in der Mitte des Raums deponiert haben. Schnell füllt sie sich. Die Helfer laufen durcheinander, fragen Kunden nach Lebensmitteln und packen die Plastikkisten weg. Trotzdem kommt sich keiner in die Quere, die Ausgabestelle ist gut organisiert.

Und ganz nebenbei lernt Basel noch besser Deutsch. Die Lebensmittel, die er in die Hand nimmt, versucht er richtig zu benennen. Mittlerweile kennt er schon fast alle Produktnamen des Sortiments – nur bei den Weintrauben hapert es noch.

Die erste Tüte des Kunden ist nun gefüllt, eine zweite drückt er mir sofort in die Hand: „Ich möchte noch eine Ananas“, bittet er mich in gebrochenem Deutsch. Viele, die bei der Tafel einkaufen, haben einen Migrationshintergrund. „Wir haben viele Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber hier“, weiß Bergmann.

Neben der gewünschten Ananas wandern nun noch Birnen, Äpfel, Erdbeeren und Süßigkeiten in die zweite Einkaufstüte. Ich bin überrascht über so eine breite Auswahl an Obst und Gemüse.

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Kaum hat der Mann die Tafel verlassen, kommt schon der nächste. So geht es wie am Fließband – und das für alle vier Ehrenamtlichen. Drehen, strecken, wenden: Stillstand gibt es in der Ausgabezeit nicht und trotzdem sind alle fröhlich bei der Sache. Daher bin ich sogar ein bisschen traurig, als sich meine Arbeitszeit dem Ende zuneigt.

Der Verkauf und vor allem der Umgang mit den verschiedenen Menschen hat Spaß gemacht. Und das Beste: Nach der Arbeit bleibt ein gutes Gefühl zurück, bei einer guten Sache geholfen und viele nette Menschen kennengelernt zu haben.

Désirée Senft Volontärin / NWZ-Redaktion
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