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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Keine Winterpause bei Jan Harpstedt

19.02.2016

Harpstedt Wer denkt, dass die Museumsbahn „Jan Harpstedt“ außerhalb der Fahrsaison von Mai bis September und nach den Nikolausfahrten im Dezember nun im Winterschlaf ist, der irrt gewaltig.

Nicht nur, dass nahezu jeden Sonnabend zwischen Januar und März Kohlfahrten mit dem Triebwagenzug stattfinden, es herrscht auch in der – nicht beheizbaren – Werkstatt Hochbetrieb.

Drei Projekte sind zurzeit bei den Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunden (DHEF) in Arbeit: Schon seit Dezember 2014 steht da der Plattform-Personenwagen 1 zur Aufarbeitung von innen und außen. Beides ist nunmehr fast abgeschlossen. Sorgen machen allerdings noch die Radsätze und die Aufhängungen der Federn. Die alten Radsätze können nicht weiterverwendet werden. Seit Längerem werden passende Radsätze gesammelt, aufgearbeitet und auf Fehler geprüft. Leider ist erst ein verwendbarer Radsatz – zwei werden benötigt – gefunden und geprüft.

„Die Feder-Aufhängungen sind heute nicht mehr gängig und müssen neu gefertigt werden. Die dafür vom Werk geforderte Mindest-Stückzahl übersteigt unseren Bedarf bei Weitem. Deshalb suchen wir momentan nach Bahnen, die auch solche Aufhängungen brauchen, beziehungsweise nach alternativen Quellen“, erklärt Werkstattleiter Torben Kluwe.

Diese Probleme müssen möglichst im Frühjahr noch gelöst werden, damit der Waggon hoffentlich am 1. Mai wieder in den Zug eingegliedert werden kann.

Bei der Dampflok 2 steht in der Winterpause die Kesselprüfung an. Bevor diese durchgeführt werden kann, muss das gesamte Innenleben der Lok gereinigt und auf Mängel überprüft werden. „Wir müssen in diesem Jahr wieder einige Stehbolzen ersetzen“, sagt Projektleiter Thorsten Lehrfeld, „deshalb haben wir die Wasserkästen abgebaut und aktuell ein paar Löcher im Kessel, wo die defekten Stehbolzen ausgebaut wurden. Die Stehbolzen halten die Feuerbüchse im Kessel fest und neue können nur durch eine Fachfirma eingeschweißt werden.“

Bei der Überprüfung und dem Ausbau der Bolzen lässt es sich nicht vermeiden, ziemlich schmutzige Arbeiten in der recht engen Feuerbüchse selbst durchzuführen. „Richtig gemütlich ist es da drin nicht, geschweige denn warm“, meint Lehrfeld.

Neuestes Projekt des Vereins ist die Neulackierung des Güterwagens 22. Der hatte über die Jahre nach und nach neue Bretter mit rotbrauner Farbe bekommen.

Die Farbe ist allerdings durch Witterungseinflüsse und nachlassende Farbqualitäten ziemlich unterschiedlich verwittert und aufgehellt, so dass der Wagen aktuell eher bunt gescheckt aussieht. Dem soll nun in nächster Zeit durch einen kompletten Neuanstrich abgeholfen werden. „Aber dazu muss erst einmal die alte Farbe runter und das ist mühsame Handarbeit“, klagt Hermann Bächler, der sich den Wagen vorgenommen hat.

Doch nicht nur in der Werkstatt geht es heiß her, auch bei den Vorstandsmitgliedern rauchen die Köpfe: Am 10. und 11. September wollen die Eisenbahnfreunde das 40-jährige Bestehen des Vereins mit einem Bahnhofsfest in Harpstedt gebührend feiern und dafür gibt es einiges zu organisieren. Dazu kommt, dass der Dampfzug von Jan Harpstedt im Juli und August für eine Woche in Bruchhausen-Vilsen in Aktion sein wird, wo der Deutsche-Eisenbahn-Verein (DEV) sein 50-jähriges Bestehen feiert und auch für eine solche Exkursion will vieles bedacht sein.

„Über Langeweile können wir uns aktuell wirklich nicht beklagen“, meint Andreas Wagner, der nicht nur 1. Vorsitzender des Vereins, sondern auch Betriebsleiter der Kleinbahn ist. „Aber dafür können wir uns dann zusammen mit unseren Fahrgästen auch auf eine besonders spannende und abwechslungsreiche Saison 2016 freuen“, ergänzt er mit einem zufriedenen Lächeln.

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