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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schwierige Zeit für die Anlieger

06.09.2018

Kirchhatten Unmengen an Sand und Erde, alte und neue Rohre, dazwischen schweres Arbeitsgerät und fünf kräftige Männer in orangefarbener Arbeitskleidung: Dort, wo Autofahrer noch vor einer guten Woche in die Rittrumer Straße abbiegen konnten, geht gar nichts mehr. Für die unmittelbar an der Straße liegenden Gewerbetreibenden – Schuhhaus Knipper, Teestube und Modehaus Poppke – hat jetzt eine besonders problematische Zeit begonnen. Potenzielle Kunden finden nur noch über Umwege einen direkten Parkplatz vor Ort.

Privates Parkleitsystem

Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Lösungen: Die Händler haben Schilder anfertigen lassen und damit ein eigenes Parkleitsystem für ihre Kundschaft auf die Beine gestellt. Wer den roten Pfeilen folgt, wird auf dem zurzeit kürzest möglichen Weg von hinten zu den Parkplätzen an der Rittrumer Straße geführt – an der Baustelle vorbei, durch den Kreisel, in Richtung Wildeshausen abbiegen und dann sofort danach rechts über einen namenlosen Schotterweg. „Man muss zusammenarbeiten“, sagt Schuhhaus-Inhaberin Hilke Knipper.

Im Gespräch mit den drei gewerblichen Anliegern wird klar, dass die Auswirkungen auf die Geschäfte schon sehr unterschiedlich sind. Etwa 30 Prozent weniger Umsatz als sonst habe man zurzeit, sagt Maik Grabowski, Inhaber der Teestube. Trotz des sonnigen Wetters und 25 Grad Celsius bleibt seine Terrasse ungenutzt. „Wer will da schon bei dem Baulärm sitzen?“, fragt er. Auch drinnen sind die Folgen zu spüren. Gäste schauen durch die Fenster derzeit auf einen großen Bagger. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Grabowski ein Gegner der Baumaßnahme wäre – im Gegenteil. Er sei eher genervt, dass erst jetzt etwas passiere und nicht schon vor 18 Jahren, sagt der Teestuben-Inhaber.

Das Modehaus Poppke liegt weiter von der Baustelle weg, aber das hat nicht unbedingt Vorteile, findet Hannelore Poppke. Auch sie setzt darauf, dass die Kundschaft sich von der Baustelle nicht abhalten lässt. Die negativen Folgen seien aber schon zu spüren. „Die neue Herbstkollektion ist bereits da, aber die Nachfrage ist bislang nicht so wie in den Jahren zuvor.“ Besonders ärgerlich aus ihrer Sicht, dass ausgerechnet auch die Telefonleitungen bereits zweimal für mehrere Tage gekappt worden sind. Der Grund, das hat die NWZ von verschiedenen Quellen bestätigt bekommen, sind die alten Versorgungsleitungen. Offensichtlich ist deren Lage nicht dokumentiert. „Die Bauarbeiter müssen im Trüben fischen“, bestätigt Stefan Schelenz, Ansprechpartner im Rathaus für die Baustelle.

Herbstmarkt steht bevor

Für Hannelore Poppke bedeutet das: „Wenn ich die Kunden wegschicken muss, weil sie nicht mit der Karte zahlen können, besteht die Gefahr, dass sie nicht wieder kommen“, sagt sie. Die Bauarbeiten am Werkstattplatz seien schon „eine lange Durststrecke für uns“.

Hilkea Knipper klingt optimistischer. „Ein bisschen haben wir den Nachfrageschwund schon gemerkt, allerdings beginnt ja erst im Herbst wieder die Nachfrage nach Schuhen zu steigen.“ Wichtig ist ihr vor allem eines: „Wir haben die Zusage der Gemeinde, dass aller-, allerspätestens zum Herbstmarkt und dem verkaufsoffenen Sonntag am Wochenende, 23./24. September, alles wieder frei ist. Eigentlich sogar schon eine Woche eher.“ Parkplätze gebe es auch jetzt für die Kunden genug, z. B. auf dem Marktplatz oder beim Gemeindehaus.

Ihr Mann Oliver Knipper steht vor dem Geschäft und blickt auf die Baustelle, in der am Dienstagnachmittag fünf Mitarbeiter der Tiefbaufirma Würdemann (Hude) am Wirbeln sind. „Wenn man sich so anschaut, in welchem Zustand die alten Kabel und Rohre im Boden sind, wird klar, da hätte bald sowieso etwas passieren müssen“, ist er überzeugt. Die Bauarbeiter seien wirklich nicht zu beneiden bei diesen Schwierigkeiten. Dann auch noch die großen Fahrzeuge, die sich durch die Baustelle quälen. „Ein Mähdrescher kam heute nur durch den Ort, nachdem die Arbeiter die Baken maximal zur Seite rückten“, hat er beobachtet. Nach dem letzten Wochenende lagen die Baken sogar in der Baugrube.

Immer donnerstagmorgens finden Baubesprechungen statt. Die Bauarbeiter seien immer ansprechbar und hilfreich, so Knippers Erfahrung. Seine Frau und er haben sich nach Gesprächen mit der Firma entschieden, den Bockhorner Klinker unmittelbar vor dem Geschäftseingang beizubehalten. An den Seitenaufgängen und dort, wo später der Werkstattplatz bis vors Haus rückt, sind oder werden die alten Steine entfernt. Ei Teil wird dem Heimat- und Bürgerverein zur Verfügung gestellt und soll dazu dienen, die Glascontainer am Kirchhatter Ortsausgang auch bei schlechtem Wetter besser erreichbar zu machen. Die stehen nämlich bei Regen schnell im Matsch.

Vor dem Zeitplan

Das vorläufige Fazit von Gemeindemitarbeiter Stefan Schelenz fällt positiv aus: „Die Arbeiten liegen vor dem ursprünglichen Zeitplan“, sagt er. Wahrscheinlich werde am Montag oder Dienstag, 10. bzw. 11. September, die Sperrung der Rittrumer Straße wieder aufgehoben. Nächste Woche sollen dann die Pflasterarbeiten an der Wildeshauser Straße fortgeführt werden. Ganz zum Schluss wird auch die Rittrumer Straße noch neu gestaltet – möglicherweise so wie die Schulstraße, auf jeden Fall bis hinter das Ortsschild.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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