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Sicherheit in Kirchhatten: „Radfahren nur etwas für Mutige“

23.04.2021

Kirchhatten Radfahren im Ort Kirchhatten? Das ist momentan nur etwas für Menschen mit starken Nerven. Diese Meinung vertritt jedenfalls der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Der Vorsitzende des ADFC Oldenburg, Heinrich Book, und sein Stellvertreter Christian Lüdke haben den Ort Kirchhatten besucht, um sich selbst einen Eindruck von der Lage zu verschaffen. Besorgte Bürger hätten sich an den Verein gewendet wegen des Aus- und Umbaus der Ortsdurchfahrt im Bereich des Marktplatzes und der Einrichtung eines Schutzstreifens auf der Fahrbahn, so der ADFC.

Flucht auf den Gehweg

„Willkommen fühle ich mich hier im Ort mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn gegenwärtig nicht“, schildert Lüdke seine Eindrücke. Er bemängelt die Geschwindigkeit und Verkehrsstärke des motorisierten Verkehrs auf der Fahrbahn und den mehrfach nicht eingehaltenen Überholabstand. „Das ist nur was für Mutige!“ Lüdke beobachtete nach eigenen Angaben mehrfach, wie Radfahrer „verbotenerweise vor dem Verkehr auf den Gehweg flüchteten.“

Daher bewertet der ADFC Oldenburg es durchaus positiv, dass hier etwas für den Radverkehr getan werden soll. Ein Schutzstreifen von lediglich 1,25 Meter ist aus Sicht des ADFC Oldenburg allerdings nicht ausreichend, um das Sicherheitsgefühl der Radfahrer merklich zu steigern. „Häufig überholen Autofahrende dann dicht an der Linie des Schutzstreifens“, so Book, „da bleibt dann nicht mehr viel Abstand“.

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Doch auch bei einem Schutzstreifen müssen die 1,50 Meter Überholabstand eingehalten werden. Besonders unangenehm sei ein Unterschreiten des Überholabstands bei Schwerlastverkehr, so der Interessenvertreter der Radfahrer. Der ADFC Oldenburg empfiehlt eine dauerhafte Temporeduzierung auf der Ortsdurchfahrt für Lkw und Kfz-Verkehr und breitere Schutzstreifen. Auf denen radele es sich dann auch mit mehrspurigen Fahrrädern, wie Lastenrädern oder Fahrrädern mit Anhänger komfortabler.

Sofortigen Handlungsbedarf sieht der ADFC bei der Beschilderung des Radweges bzw. seines Endes ortseinwärts an der Kreuzung Hauptstraße/Munderloher Straße.

Ohne Hilfe auf Straße

Hier müssen sich Radfahrer an der Kreuzung vom Bürgersteig aus in den Verkehr eingliedern, ohne Hilfe für eine sichere Überleitung auf die Fahrbahn. „Das ist unübersichtlich und gefährlich, das kann nicht bis zum Ausbau warten“, meint Lüdke.

Der ADFC Oldenburg hat nach eigenen Angaben bezüglich der Planung Kontakt mit dem Landkreis aufgenommen. Eine Änderung der Radverkehrsführung bzw. Beschilderung an der Kreuzung Hauptstraße/Munderloher Straße soll bereits in Auftrag gegeben worden sein, heißt es.

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