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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Umwelt: Ärger über Baumfällung hinterm Kirchhatter Rathaus

24.03.2020

Kirchhatten Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat vor ein paar Tagen am Regenrückhaltebecken hinterm Rathaus mehrere Bäume schlagen lassen. Im Rathaus und im Heimat- und Bürgerverein sorgt die Maßnahme für Irritationen.

Bürgermeister Christian Pundt zur NWZ: „Ich habe eine umfangreiche Stellungnahme vom OOWV angefordert, die dann auch den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt wird.“ Stephan Möller, Vorsitzender der Hatter FDP und im Vorstand des Heimat- und Bürgervereins Kirchhatten, kritisiert den Kahlschlag. Dieser sei zur Unzeit begangen und lasse jedes Gespür der Verantwortlichen vermissen, so Möller.

Anlieger verärgert

Sämtliche Sträucher und selbst die größeren Bäume sind auf dem Areal hinter dem Rathaus, in unmittelbarer Nähe zu einer Seniorenwohnanlage, gefällt worden. Nur ein Bäumchen blieb stehen. „Dies ist äußerst ärgerlich“, findet Möller. „Nicht nur, dass die Bäume nach dem 29. Februar gefällt wurden und der Rat nicht informiert war – auch die Unklarheit über das Ausmaß und Ziel des Vorhabens und den Zeitpunkt ärgern ihn. „In einer Zeit, in der besonders ältere Menschen wenig Kontakte haben sollen und gerne die Grünanlage für kleinere Spaziergänge nutzen und dort bei schönem Wetter gerne in der Vergangenheit verweilen konnten, stoßen sie nun auf Tristesse“, kritisiert der Kirchhatter.

Die vom Bürgerverein extra dort entlang des Fußwegs aufgestellten Sitzbänke stehen aktuell auf verlorenem Posten. „Viele Anwohner haben mich kontaktiert und ihrem Ärger Luft gemacht. Wären nur ein paar Drainagerohre nötig, hätte dafür nicht dieser Kahlschlag vorgenommen werden müssen“, zeigt sich Möller überzeugt.

OOWV verteidigt sich

Stefan Fauerbach, Regionalleiter des OOWV für die Landkreise Oldenburg und Diepholz, verweist auf Anfrage der NWZ darauf, dass grundsätzlich die Genehmigung für den Umbau des Rückhaltebeckens zu einer Sickeranlage erteilt worden sei. Mit der unteren Wasserbehörde und der unteren Naturschutzbehörde sei die Maßnahme während eines Ortstermins mit Gemeinde und Planungsbüro am 11. Februar abgestimmt worden. Fauerbach: „Auch die erforderlichen Fällarbeiten, ohne die der Einbau der Sickeranlage nicht möglich wäre.“

Aufgrund von Kapazitätsengpässen hätte die Arbeit bis Ende Februar nicht durchgeführt werden können, so dass für das Fällen der Bäume eine Fristverlängerung bei der unteren Naturschutzbehörde beantragt worden sei. „Diese wurde mit der Auflage gewährt, unmittelbar vor den Arbeiten eine biologische Begutachtung auf Nistanzeichen etc. durchzuführen.“ Nach Fertigstellung der Reinigungs- und Sickeranlage werde die Oberfläche des ehemaligen Rückhaltebeckens als parkähnliche Anlage wiederhergestellt.

Die Gemeinde Hatten und das Land Niedersachsen gestalten die Ortsdurchfahrt Kirchhatten entlang der L 872 neu. Als Folgemaßnahme des Straßenausbaus muss auch die Entwässerung neu geordnet werden. Durch den OOWV wird hierfür der Regenwasserkanal in der Straße erneuert und das Ableiten des Wassers über eine kombinierte Reinigungs- und Sickeranlage geregelt. Die Gemeinde hatte bereits im November 2007 die Abwasserentsorgung an den OOWV übertragen. Dadurch sind ihre Einflussmöglichkeiten stark beschränkt.

Kritik bleibt bestehen

Stephan Möller ist mit diesen Aussagen nicht zufrieden. Es sei bedauerlich, dass eine Beteiligung der Anwohner offensichtlich nicht in Erwägung gezogen wurde. Fraglich sei auch, ob eine so umfassende Rodung des Gehölzes erforderlich war, unmöglich. Wenn der OOWV im Übrigen vom Herstellen eines parkähnlichen Zustandes spreche, könne dies nur bedeuten, dass Rasen eingesät werde. „Leider schreibt er nichts von einer Neuanpflanzung von Gehölzen, die aus unserer Sicht unerlässlich ist.“

Gut sei, dass der OOWV in das Oberflächenentwässerungsnetz investiere. Insgesamt wünsche er sich seitens Verbands allerdings mehr Sensibilität. Die Anwohner seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden, eine Vorabinformation nicht erfolgt und eine Darstellung, wie die Gestaltung insgesamt künftig vorgenommen werden soll, bleibe weiterhin offen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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