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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Knaller aus dem Kreishaus

20.02.2015

Ahlhorn Ein Knaller aus dem Kreishaus: Der Landkreis Oldenburg hat dem Jagdlichen Ausbildungszentrum „Ahlhorner Heide“ gGmbH die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für das Schießsportzentrum „Ahlhorner Heide“ erteilt. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit.

schießregeln

Die Genehmigung für das Jagdliche Ausbildungszentrum Ahlhorner Heide auf der ehemaligen Standortschießanlage der Bundeswehr gilt für die Errichtung und den Betrieb des Schießstandes für Handfeuerwaffen. Sie umfasst im Einzelnen einen
Schießstand 100 m für Langwaffen mit 2 x 5 Übungsbahnen und 2 x 2 Anschussbahnen (insgesamt 14 Schützenstände),
einen Schießstand 50 m für Langwaffen (laufende Wildscheibe) mit 2 x 1 Schützenstand (insgesamt 2 Schützenstände),
eine Schießbahn 35 m für Kurz- und Langwaffen mit 2 x 5 Schützenständen und 1 x 1 Schützenstand (insgesamt 11 Schützenstände),
insgesamt drei kombinierte Trap- und Skeet­stände mit 2 x 5 Schützenständen (Trap) und 8 Schützenständen (Skeet) an den Ständen A bis C
sowie ein Gebäude mit Aufenthalts- und Schulungsraum und Nebenräumen (Sanitärräume, Werkstatt, Lager, Büro) sowie ein Schrotfangwall mit Lärmschutzwand.

Folgende Schusszahlen und Betriebszeiten sind erlaubt:
Kugelstände 100 und 50 Meter: maximal 1400 Schuss pro Tag
Kugelstand 35 und 25 Meter: max. 2000 / Tag
Wurfscheibenanlage: max. 3000 / Tag

An maximal zehn Tagen im Jahr und nicht an mehr als an jeweils zwei aufeinander folgenden Wochenenden gilt:
Kugelstände 100 und 50 m: max. 5000 / Tag
Kugelstand 35 /25 m: max. 5000 / Tag
  Wurfscheibenanlage: max. 10 000 / Tag

Werktags kann auf der einstigen Standortschießanlage von 7 bis 20 Uhr geschossen werden, an Sonn-/Feiertagen von 9 bis 13 und 15 bis 20 Uhr.

Damit können die Kreisjägerschaften Cloppenburg und Vechta sich jetzt an die Umsetzung ihres Großvorhabens auf der Ex-Standortschießanlage in Ahlhorn machen. Gescheitert ist der Versuch der Gemeinde Großenkneten, mittels des Bebauungsplans Nr. 116 „Ahlhorn-Gewerbegebiet Zum langen Moor“ und einer Veränderungssperre das Schießzentrum zu verhindern. Die Kommune teilte die Befürchtungen der Anlieger vor der Lärmbelastung.

Als Genehmigungsbehörde blieb dem Landkreis zuletzt keine andere Wahl mehr, als dem Antrag der Jagdlichen Ausbildungszentrum Ahlhorner Heide gemeinnützige GmbH zuzustimmen. Das Vorhaben sei nach Baugesetzbuch im Außenbereich als privilegiertes Bauvorhaben zulässig. Damit bestehe ein Anspruch auf Erteilung der Genehmigung, heißt es.

„Diese Rechtssituation hat sich zudem aus einem von den Jägerschaften eingereichten Klageverfahren ergeben“ so der Landkreis. Der von der Gemeinde Großenkneten beabsichtigte B-Plan und die Veränderungssperre hielt das Verwaltungsgerichtes Oldenburg nämlich „aller Voraussicht nach“ rechtlich nicht für haltbar.

Diese Aussage des Gerichts fiel offenkundig sehr eindeutig aus. Auf Vorschlag des Gerichts haben daher das Jagdliche Ausbildungszentrum, die Gemeinde und der Landkreis zur Beendigung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens eine außergerichtliche Vereinbarung getroffen. Darin verpflichtet sich die Gemeinde auch, von weiteren Einwendungen abzusehen.

Viele Einwendungen

Der Landkreis erinnert daran, dass gegen den geplanten Schießstandbetrieb in dem Genehmigungsverfahren zahlreiche Einwendungen erhoben worden waren. Kritikpunkte waren Lärmimmissionen, Grundwassereinträge durch früher erfolgte Müllablagerungen und naturschutz- und artenschutzrechtliche Bedenken.

Die Genehmigungsbehörde dazu: „Den Einwänden der Ahlhorner wurde durch umfangreiche Nebenbestimmungen im Bescheid Rechnung getragen.“ Zur Beurteilung von Schießgeräuschen liege in Bezug auf die genehmigten Schusszahlen ein Gutachten vor, wonach der zulässige Immissionsrichtwert bei den umliegenden Wohnhäusern um sechs Dezibel dB(A) unterschritten wird. Dieses Gutachten wurde durch die Zentrale Unterstützungsstelle Luftreinhaltung, Lärm und Gefahrstoffe (ZUSS LLG) des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim bestätigt.

Der Kreis erklärt außerdem: Ebenfalls konnte fachgutachterlich ausgeschlossen werden, dass es aufgrund des benachbarten Gewerbegebietes Metropolpark Hansalinie an einzelnen Wohnhäusern in der Summe zu Überschreitungen der Immissionsrichtwerte kommen könnte. Zudem sei nach Inbetriebnahme der Anlage eine Kontrollmessung angeordnet worden.

Für die Einhaltung der Schusszahlen hat das Jagdliche Ausbildungszentrum ein Lärmmanagementsystem zu errichten, mit dem durch eine automatische Erfassung der Schusszahlen und den Einsatz eines Schalldruckpegelmessgerätes eine kontinuierliche Überwachung gewährleistet werden soll. Erst nach Überprüfung des Lärmmanagementsystems und des Überwachungskonzeptes erfolge die Freigabe des Betriebes, betont der Landkreis. Aus Sicht des Boden- und Grundwasserschutzes bestanden keine grundsätzlichen Bedenken gegen die geplante Schießanlage mehr, so das Bauordnungsamt.

Schutz der Anwohner

Zu den naturschutz- und artenschutzrechtlichen Bedenken wurde ein landschaftspflegerischer Begleitplan vorgelegt, eine Artenschutzprüfung und eine Fledermauskartierung vorgenommen.

Der Landkreis meint: „Letztlich wird durch ausdrückliche Auflagenvorbehalte in dem Genehmigungsbescheid sichergestellt, dass, soweit rechtlich möglich beziehungsweise erforderlich, auch nachträglich weitere Maßnahmen insbesondere zum Schutz der Anwohner getroffen werden können.“

Landkreis Oldenburg, unter   Bauen & Umwelt, Bauordnungsamt, über den Pfad „immissionsschutzrechtliche Genehmigungen“

Weitere Luftaufnahmen aus der Region finden Sie auf OL-Luftbilder.de

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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