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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Koch mit Leib und Seele

27.08.2016

In Immer wird in Kürze eine Ära zu Ende gehen: 24 Jahre und neun Monate hatte Thorsten Aulike (48) den „Gasthof Witte“ gepachtet. Am 30. September läuft sein Pachtvertrag aus, und nun hat er andere Pläne. „Es ist schon viel Wehmut dabei; ich habe die Hälfte meines Lebens hier verbracht“, schildert Thorsten seine Gefühlslage. „Ich werde die Zeit hier nie vergessen, denn das Dorfleben in Immer und Bürstel ist etwas ganz Besonderes. Von Anfang an wurde ich hier super in der Dorfgemeinschaft aufgenommen!“

Aufgewachsen ist Thorsten in Vechta. Seine Eltern waren beide in der Gastronomie tätig. „Thorsten war das jüngste unserer drei Kinder, aber das verrückteste“, bemerkt sein Vater Fritz Aulike.

Schon während der Schulzeit wusste Thorsten, dass er Koch werden wollte. Allerdings hatte die Sache einen Haken: Mit 15 Jahren würde er aus der Schule kommen, war aber noch zu jung für eine Ausbildung zum Koch. „Also habe ich während der Schulzeit ein Praktikum bei einem Bäcker gemacht. Obwohl ich erst um 6 Uhr anfangen sollte, bin ich freiwillig mit den anderen um 3 Uhr angefangen“, erinnert sich Thorsten.

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Es gefiel ihm so gut, dass er nach der Schule eine Ausbildung zum Bäcker machte. „Das Herstellen von Lebensmitteln hat mir viel Spaß gemacht“, schwärmt er.

Sein Ziel, Koch zu werden, verlor er nie aus den Augen. Gleich nach dem Abschluss seiner ersten Ausbildung begann er 1986 seine zweite Ausbildung als Koch in einem bekannten Restaurant in Bremen. Diese zwei Jahre liefen unter dem Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. „Wir waren mit fünf Auszubildenden im dritten Lehrjahr, und nur zwei davon haben die Abschlussprüfung bestanden“. Einer davon war Aulike.

Eine Leidenschaft von Thorsten waren Autos. Den Beruf des Kfz-Meachaniker hätte er sich auch wohl vorstellen können. Also besorgte er sich einen Ausbildungsplatz. Sofort nach dem Ende der Ausbildung zum Koch wollte er seine neue berufliche Karriere starten. Da hatte er aber nicht mit seinem Großvater gerechnet, der seinen Enkel Thorsten für verrückt erklärte: „Schon wieder eine Ausbildung? Willst Du denn nie Geld verdienen?“ Da sein Vater ebenfalls dieser Auffassung war, verzichtete Thorsten schweren Herzens auf den Kfz-Mechaniker. Dafür setzte er sein Vorhaben in die Tat um, möglichst viel berufliche Erfahrung als Koch zu sammeln. Los ging es im Sommer 1988 in einem Restaurant auf Wangerooge. „Während der Sommersaison habe ich oft an sieben Tage in der Woche gearbeitet, aber ich habe auch viel gelernt.“

Ein besonderer Höhepunkt in seinem bis dahin noch jungen beruflichen Leben waren die neun Monate auf der „Sea Cloud“, einem Luxuskreuzfahrtsegelschiff. Nach einer weiteren Sommersaison auf Wangerooge und einem Restaurant der Spitzenklasse in Bremen kochte Thorsten ab Januar 1991 für ein Jahr in einem Restaurant in der Nähe von Zürich.

Im Sommer 1991 bekam er einen Anruf von seinem Vater Fritz: „Kannst du einmal kommen?“ – Im Urlaub fuhr Thorsten nach Hause. Beide besichtigten eine Gaststätte, die verpachtet werden sollte: Gasthof Witte in Immer. Als Jugendlicher fuhr Thorsten oft mit dem Zug von Vechta nach Bremen, und dieser Zug hielt auch in Immer. „Nicht nur einmal habe ich mich gefragt: Immer? Was ist das denn für ein Kaff?“, lächelt Thorsten heute.

„Bei der ersten Besichtigung war ich beeindruckt. Es war alles sehr groß und sehr gepflegt. So ein Angebot bekommt man nicht jeden Tag, und so habe ich zugesagt.“

Am 1. Januar 1992 war sein erster Tag. Sein Vater Fritz und dessen zweite Ehefrau Martina standen ihm in den ganzen Jahren hilfreich zur Seite, ebenso die Inhaber Hans und Annegret Witte. Auch privat hatte Thorsten sein Glück in seiner neuen Heimat gefunden. Ehefrau Antje und Tochter Catalina sind sein ganzer Stolz.

Wie schnell Glück vergehen kann, musste Thorsten vor zwei Jahren erleben. Seine Ehefrau Antje hatte einen schweren Verkehrsunfall und kann seither nicht mehr Auto fahren. Waren die privaten Sorgen wieder etwas weniger geworden, bekam er im November 2015 die Kündigung als Pächter für den Gasthof Witte, der ihm in den ganzen Jahren ans Herz gewachsen war. „Ich muss und werde mich nun beruflich neu orientieren. In jedem Fall werde ich als Koch weiterarbeiten“, verspricht Thorsten Aulike. Nur wo, das verrät er noch nicht.

Thorsten Aulike,Wirt des Gasthofs Witte in Immer, dessen Pachtvertrag Ende September ausläuft

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