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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ehrenamtliche bauen ihm ein neues Zuhause

12.10.2019

Landkreis Oldenburg Der Steinkauz (Latein Athene noctua) mit einer Körpergröße von gut 20 Zentimetern und einer Flügelspannweite von etwas mehr als 50 Zentimetern gehört zu den kleineren heimischen Eulenarten. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, Asien und Nordafrika.

Mangelnder Wohnraum

Der Steinkauz galt schon im antiken Griechenland als Vogel der Weisheit und war Sinnbild der Göttin Athene. Übersetzt bedeutet das „nächtliche Athene“. Auch die Redewendung „Eulen nach Athen tragen“ geht auf diesen Vogel zurück. Der Steinkauz sucht nicht nur Baumhöhlen zum Brüten auf, sondern verweilt gern in der Nähe menschlicher Siedlungen, wo er auch im Mauerwerk alter Feldscheunen oder in alten Kopfweiden brütet.

Durch Sanierung der Gebäude oder durch Abholzen knorriger Bäume ist der Wohnungsmangel beim Steinkauz groß. Im Landkreis Oldenburg sind aber mehrere ehrenamtliche Gruppen und Personen unterwegs, die ihm künstliche Niströhren zur Verfügung stellen und immer jeweils zwei in die Bäume in der Nähe von Weidezäunen hängen und übers Jahr verteilt auch kontrollieren, um den Bestand zu ermitteln. Zwei Röhren sind erforderlich, damit sich das Weibchen eine davon aussucht, um zu brüten. Die zweite dient als Vorratskammer, wo das Männchen seine Beute (Mäuse, junge Schlangen und kleine Vögel, Regenwürmer und Insekten) lagert und er Unterschlupf findet, zum Beispiel bei Starkregenereignissen. Oder wie Dr. Klaus Taux, der sich 20 Jahre lang im Auftrag der Naturschutzstiftung des Landkreises um die Steinkauzpopulation erfolgreich gekümmert hat, sagt: „Wenn de Olsch fünsch is ...“.

Seit zwei Jahren kümmert sich eine Arbeitsgruppe aus sieben Ehrenamtlichen unter Federführung vom Förster für Waldökologie und Naturschutz Jörn Schöttelndreier um den Steinkauzbestand. Die mehr als 300 Röhren im Landkreis werden mindestens einmal im Jahr kontrolliert. Dabei werden schadhafte Röhren durch „Neubauten“ ersetzt, die Anzahl der Eier beziehungsweise Jungen erfasst, Fremdnutzung durch andere Vogelarten (wie zum Beispiel Rotschwanz, Star, Bachstelze) oder Säugetiere wie Waldmaus, Steinmarder oder Eichhörnchen festgestellt und in einer Übersicht statistisch ausgewertet.

So ist die Zahl der Brutpaare von weniger als fünf Brutpaaren (1998) im Landkreis auf mehr als 90 im Jahre 2015 angestiegen. In den letzten beiden Jahren ist sie aber wieder rückläufig, weil mehrere Stürme über die Region fegten und Äste oder sogar ganze Bäume mit Steinkauzröhren zerstörten. In diesem Jahr konnten vielerorts aufgrund des guten Nahrungsangebotes (viele Feldmäuse) bis zu vier Junge flügge werden. Die Mortalität ist aber bei Jungkäuzen relativ hoch. Fressfeinde (wie unter anderem Waldkauz, Habicht, Steinmarder) haben auch Hunger und verschmähen sie als Beute nicht.

Kein Zugvogel

Der Steinkauz ist kein Zugvogel und könnte sich als eine von wenigen Vogelarten ein Fettpolster anfressen. Ob das angesichts des Klimawandels erforderlich ist, bleibt abzuwarten. Aktuelle Zahlen werden nach der Zählung, die demnächst abgeschlossen ist, veröffentlicht.

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