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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landschaften durch Linse gesehen

07.03.2015

Wardenburg In alten Fotos stöbern: Cord Schröder verbringt damit Stunde um Stunde. Aufnahmen vom Hochmoor Esterweger Dose sind dabei, von Naturdenkmalen und alten Bäumen in Oldenburg oder Wardenburg, Bilder aus der Wildeshauser Geest, von den Seevogelfreistätten auf Wangerooge, vom Hümmling oder auch vom Dümmer.

Zum ausgiebigen Bewundern der unzähligen Naturaufnahmen bleibt ihm aber wenig Zeit. Es ist Arbeit. Eine aufwendige, bisweilen auch etwas monotone Arbeit: Cord Schröders Aufgabe ist es, die Bilddokumente im Archiv der Biologischen Schutzgemeinschaft Weser-Ems (BSH) in Wardenburg zu digitalisieren. Bild um Bild scannt er ein, begutachtet es am Laptop und arbeitet mit Filtern, wo alte Aufnahmen verkörnt sind. Für die eingesetzte Fachkraft, die übers Jobcenter noch bis Juli zur BSH gekommen ist, eine wichtige Aufgabe: Damit werde ein Beitrag „zur Erhaltung wertvollen alten Bildmaterials geleistet“, sagt Schröder und schiebt schon die nächste Kassette mit 50 Dias in den modernen Scanner. „Lethe II“ steht darauf: Alles Bilder von 1983.

Insgesamt 45 000 Dias mit Landschaftsfotos, Pflanzen- und Tiermotiven sind im BSH-Archiv, wie Dr. Remmer Akkermann überschlägt: Bilder bis zurück in die 1950er Jahre, vereinzelt in Kopie auch älter. Mit Motiven zumeist aus West-Niedersachsen und der Region Oldenburg, fotografiert vom BSH-Vorsitzenden selbst, von Mitgliedern, Naturfreunden und Anliegern. Auch aus Vermächtnissen kamen Fotos hinzu. „Diese Bilder dienen als Grundlage, um zum Beispiel die Situation der freien Landschaft von gestern zu vergleichen mit heute“, erklärt Akkermann. Gerade für Ausgleichsmaßnahmen gebe es oft Anfragen, wie zum Beispiel einst in einem Flusstal gewirtschaftet wurde, wo Schlehenhecken und andere Gebüsche wuchsen oder ob entlang einer kahlen Straße vormals Alleebäume standen, „damit zuständige Behörden auf Wunsch eine Orientierung und Argumentationshilfe haben“. Aber auch für Vorträge, Dissertationen oder Schulen wird das Bildmaterial genutzt.

Freilich: Der Zahn der Zeit nagt an den Dias. Hier sind Rahmen beschädigt, dort droht Schimmel ihnen zuzusetzen. Die digitale Übertragung soll die Zeitzeugnisse vor schleichendem Verfall durch Alterung bewahren und sie für die Zukunft erhalten. Zugleich soll aber auch der gezielte Zugriff auf Motive erleichtert werden, wie BSH-Geschäftsführerin Kathrin Kroker sagt: „Die alten Bilder sind noch per Hand beschriftet.“ Sie würden nun mit zuordenbarem Titel digital archiviert.

Cord Schröder greift zur nächsten Dia-Kassette und schiebt sie in den Magazinscanner. Ganz vorsichtig: „Der bleibt gerne mal stecken und muss dann durch vorsichtiges Eingreifen vor drohenden Schäden bewahrt werden.“ Denn das Gerät muss noch durchhalten: Bisher sind 7000 Dias geschafft. Tausende warten noch aufs Abfotografieren und Aufbereiten. „Das ist langwierig“, weiß Kroker. Das Gerät dürfe auch nicht zu lange laufen, um nicht zu überhitzen. „Da geht es immer wieder dran.“ Schon seit einigen Jahren. Und wohl noch für viele weitere Monate.

Astrid Kretzer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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