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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landwirte fühlen sich an die Wand gedrückt

26.09.2015

Landkreis /Ganderkesee Für die Sattelzüge vom und zum Netto-Zentrallager in Grüppenbühren ging am Donnerstagabend nichts mehr. Zwei lange Reihen von Traktoren blockierten die Straße Am Rennfeuer – und damit die Einfahrt. Im gelben Scheinwerferlicht und Blaulicht der Polizei: Mehrere hundert Landwirte aus der gesamten Region die gegen die Preispolitik der großen Lebensmittel-Einzelhandelsketten Front machten. „Die Stimmung ist aufgeheizt“, schilderte Cord Schütte, Landwirt in Hollen, seine Eindrücke.

Zu der Demonstration war über soziale Netzwerke wie Facebook oder WhatsApp mobilisiert worden. „Das wächst fast lawinenartig an“, beschrieb Ottmar Ilchmann, Landwirt in Rhauderfehn, die Tendenz. „Es zeigt, wie viel Druck auf dem Kessel ist.“

Ilchmann war es auch, der als stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) zu den Demonstranten sprach. „Unsere Betriebe gehen drauf, damit Ketten noch ein paar Cent billigere Lockvogel-Angebote machen können“, so sein Vorwurf.

Worauf er anspielte: Bedingt durch Russland-Embargo und sinkende Nachfrage aus China gebe es einfach zu viel Milch auf dem deutschen Markt, sagte Ilchmann gegenüber der NWZ . 4,5 Prozent seien es wohl. Dies Markt-Ungleichgewicht biete den Einzelhandelsketten die Möglichkeit, in Verhandlungen mit den Molkereien die Milchpreise zu drücken – „um 30, 40 Prozent“.

Ganz ähnlich sei die Situation für Schweinemäster und Ferkelerzeuger, sagte Cord Schütte. Da würden von den Ketten zwar Forderungen, zum Beispiel in puncto Tierwohl, erhoben – aber durch den Preisdruck würden Landwirte „an die Wand gedrückt“.

Was den Milch-Markt angeht, fordert Ilchmann von der Politik ein europaweit wirksames Marktkriseninstrument. Das Prinzip: Wer in der Krise weniger produziert, wird entschädigt, wer mehr produziert, wird belastet. Doch da meldet Schütte Widerspruch an: „Man kann nicht immer nach der Politik rufen.“

Unterdessen sieht sich Netto zu Unrecht am Pranger. Das Unternehmen setze auch bei Milchprodukten auf Vielfalt, auf eine breite Auswahl hinsichtlich Milchpreis und -qualität, so Christina Stylianou (Unternehmenskommunikation). Im Übrigen fördere Netto mit der Initiative „Ein Herz für Erzeuger“ Landwirte und mittelständische Erzeuger. Dabei würden Artikel mit einem Aufschlag verkauft, der an die Erzeuger gehe. 2014 habe es sich um 3,3 Millionen Euro gehandelt.

Am Donnerstagabend sei die Zufahrt in Grüppenbühren für dreieinhalb Stunden nicht möglich gewesen. Trotzdem habe Netto am Freitag die Nahversorgung gewährleisten und seine Märkte beliefern können.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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