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Landkreis Oldenburg: Luxus-Baumhaus selbst gemacht

28.10.2014

Bergedorf Absolute Alleinlage, zwei Vollgeschosse, Dach-Terrasse in etwa fünfeinhalb Metern Höhe, Super-Aussicht. – Wenn Jonas, Björn, Tim, Mathes, Joost, Jarne und Bennet ihr Haus anbieten würden, könnten sie mit vielen Pfunden wuchern. Während andere Gleichaltrige mit Smartphones oder Tablets daddeln, verwirklicht die eingeschworene Crew den Traum von den eigenen vier Wänden im Grünen. Der Name ihrer WhatsApp-Gruppe ist zugleich Programm: „Baumhaus“.

Die Anregung zum Zimmern in luftiger Höhe stammt aus dem Fernsehen, genauer: aus der Dmax-Reihe „Die Baumhaus-Profis“. Jonas Brinkmann, 14, hatte da einen Beitrag gesehen – und zeigte ihn Björn Dußler, 15. „Das kriegen wir auch hin“, sagten sich die beiden. Erste Herausforderung: Es galt einen geeigneten Baum zu finden, stabil, mit mehreren starken Ästen. Die beiden radelten durch Waldstücke. Doch erst auf dem Heimweg wurden sie fündig, am Rand einer Weide, die Björns Großvater gehört.

Am 4. April ging’s ans Werk. Eine Karawane aus sechs Gokarts samt voll bepackten Anhängern zog durch Bergedorf – die Jungs brachten Holz zur Baustelle. „Wir haben da alles Brauchbare zusammengesucht“, erinnert sich Björn. Das Material stammte unter anderem von einer alten Hütte auf Stelzen.

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Jeweils am Wochenende und in den Ferien wurde jetzt gewerkelt. Fast alle Bretter mussten an Ort und Stelle zurecht gesägt werden, vor allem im oberen Bereich sei das Anbringen ganz schön schwierig gewesen, berichten die Jungen. 600 kleine und 50 große Schrauben wurden verarbeitet. Gelegentlich kamen Eltern mit Kuchen vorbei – oder mit weiterem Material. In den Sommerferien wurde hier sogar gezeltet.

Natürlich gab es auch Rückschläge. Sogar einen Fall von Vandalismus. Was passiert war: Neugierige Kühe hatten sich auf der Baustelle zu schaffen gemacht, zu allem Überfluss auch noch einige Haufen hinterlassen. Um einen zweiten Besuch zu verhindern, zäunten die jungen Bergedorfer ihre Baustelle ein, Eltern und Großeltern spendierten Pfähle und Draht.

Als der Bau an Konturen gewann und die erste Decke einzuziehen war, spielte das Wetter nicht mit. Regen kam auf. Also errichteten die Jungen eine kleine Bauhütte. Freilich: Von ihr ist jetzt nichts mehr zu sehen – „das Material haben wir im Baumhaus verbaut“, erklärt Jonas.

Mittlerweile ist das Haus weitgehend fertig, jetzt müsse es winterfest gemacht werden, kündigen die Bauherren an. Vielleicht soll noch eine kleine Hütte entstehen, vielleicht kämen Gartenstühle hinzu.

Ob sie denn nicht das Daddeln am Smartphone vermissen? Sieben Köpfe werden geschüttelt. „Bei schlechtem Wetter spielen wir auch mal Fifa“, sagt Jonas. Aber es „macht Spaß, draußen zu sein, etwas zu bauen, in der Gruppe, nicht allein“.


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Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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