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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Lintel arbeitet an der eigenen Mitte

16.04.2011

LINTEL Das Dorf wirkt idyllisch: Kleine Straßen, vereinzelte Höfe, das Grün auf den Feldern hebt sich im Sonnenlicht an diesem Nachmittag nur umso deutlicher von den dunklen blau-grauen Wolken ab. Man kann Michael Haverkamp also verstehen, wenn er sagt: „Es ist schön, in Lintel zu wohnen und zu leben. Ich bin hier groß geworden – und wollte nie weg.“

Haverkamp ist der Vorsitzende des Männergesangvereins Lintel, gegründet 1882 und der älteste in der Gemeinde Hude. Haverkamp ist an diesem Nachmittag nicht der einzige, der am Tisch im Dorfgemeinschaftsraum Platz nimmt. Der Bezirksvorsteher von Lintel II, Heinrich Scholz, ist da, außerdem Doris Ahlers – sie vertritt ihren Ehemann Karl-Heinz Ahlers, den Bezirksvorsteher von Lintel I. Auch Bernhard Wolff von der Dorfgemeinschaft und Ortslandvolkvorsitzender Renke Dählmann sind gekommen, um ihr Dorf vorzustellen. Und alle fünf sind sich einig: Lintel ist lebenswert – und hat Geschichte.

Alte Dorfschule

Der Dorfgemeinschaftsraum befindet sich im Gebäude des kommunalen Zweckverbands. Vor rund 40 Jahren standen hier noch Schulbänke: Bevor sie 1969 geschlossen wurde, war in dem Haus die Dorfschule untergebracht.

Der heutige Dorfgemeinschaftsraum war früher die Lehrerwohnung. An den Wänden hängen große, eingerahmte und detailreiche Bilderkarten von Lintel, die Kinder der Volksschule gemalt haben. „Gemeinschaftsarbeit von sieben Knaben des 7. bis 9. Schuljahres der zweiklassigen Volksschule Lintel, September bis Oktober 1949“ steht in der unteren Ecke eines Bildes. „Da habe ich dran mitgearbeitet“, erinnert sich Heinrich Scholz. Und Renke Dählmann witzelt: „Das ist die Urfassung von Google Earth.“

Entstanden sind die Werke seinerzeit unter Lehrer Walter Janßen-Holldiek (1913-2009). Der Linteler ist vielen in Hude als Historiker und Archäologe ein Begriff, im Gemeindearchiv des Huder Rathauses wurde ein Zimmer nach ihm benannt.

Er hat auch den Zeitstrahl erstellt, der im Dorfgemeinschaftsraum in der Ecke hängt, ein fast zwei Meter langer gezeichneter Überblick über Lintels Geschichte. 1272 tauchte der Name – genauer gesagt: Lintlo – zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde auf. Aber Janßen-Holldieks Zeitstrahl zeigt: „Lintel ist älter als Hude selber“, sagt Bernhard Wolff. Archäologische Funde aus der Bronzezeit, Tonscherben, alte Grabhügel: „Die Geschichte geht zurück bis zwei-, dreitausend vor Christus“, so Wolff.

Viele helfende Hände

Heute hat Lintel eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Sieben Vereine seien aktiv, kann Scholz berichten, bei 360 Einwohnern: Landvolk, Schützenverein, Männergesangverein, die Linteler Dorfmusikanten, die Speelkoppel und die Kindertanzgruppe. Der Frauenchor musste aus Gesundheits- und Altersgründen seine öffentlichen Aktivitäten einstellen, die Mitglieder treffen sich aber immer noch regelmäßig. Der Zusammenhalt ist groß.

Das findet auch Renke Dählmann. „Manchmal ist etwas Anschub nötig“, sagt er, „aber wenn es erst einmal läuft, sind alle dabei. Und Wolff ergänzt: „Lintel ist in der Lage, sich selbst zu organisieren. Es gibt immer helfende Hände.“

Was die Wirtschaft angeht, hat Lintel mehrere Gewerbebetriebe zu bieten – dafür sei aber die Landwirtschaft auf dem Rückzug, so Scholz. Von ehemals 53 landwirtschaftlichen Betrieben in Lintel I und II sind heute noch 13 übrig. Was fehlt, ist eine eigene Gaststätte – aber die Linteler arbeiten zurzeit an einem Dorfplatz an der Schießhalle. Diese Pläne wurden mit in die Dorferneuerung aufgenommen, ebenso – und unter anderem – die Renovierung des Dorfgemeinschaftsraums.

Der Dorfplatz wäre dann ein neuer Mittelpunkt, einen „konkreten Dorfkern“ gibt es laut Wolff bisher nicht. Aber er findet: „Die Hofstellen sind breit verteilt, alles ist von viel Grün durchzogen. Das macht Lintel lebenswert.“

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