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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Massiver Eingriff in Betriebe“

04.03.2017

Wardenburg Nein, dass Umweltminister Stefan Wenzel in Sachen Wassergesetz jetzt zurückrudert, stimmt Bernhard Wolff nicht milde, im Gegenteil: „Es ist nicht akzeptabel, dass da einige Landkreise ausgenommen werden und hier eine ,Lex Grünland’ geschaffen wird“, wetterte der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands. „In anderen Regionen ist die Entwässerung genauso ein Problem – da darf kein Keil zwischen Grünland- und Ackerbau-Landwirte geschoben werden“, betonte er am Rande der Vertreterversammlung des Kreislandvolkverbandes am Freitag im Wardenburger Hof. Ohne Frage müsse die Belastung der Oberflächengewässer mit Nährstoffen und chemischen Rückständen konsequent angegangen werden. Mit einem „Runden Tisch Nährstoffmanagement“ und mit Kooperationen zum Trinkwasserschutz erarbeiteten die Landwirte bereits Konzepte.

Die Bauernfamilien, so Wolff in seinem Jahresbericht, hätten aktuell viel auszuhalten. „Die Forderungen an uns greifen massiv in unser unternehmerisches Handeln ein – ohne Folgenabschätzung“, beklagte er. Teile der Gesellschaft hätten offensichtlich die Wertschätzung und den Respekt vor der Leistung der Landwirtschaft verloren.

„Unsere Gesellschaft ist übersatt“, fand auch Kreislandwirt Jürgen Seeger deutliche Worte. „Wir geben nur zwölf Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel aus, ein Pfund Butter ist heute billiger als vor fünfzig Jahren.“ Zwar habe sich der Markt nach einem schlechten Jahr 2016 wieder etwas erholt, „aber viele Landwirte haben Investitionen ausgesetzt oder sich verschuldet – das muss erstmal wieder erwirtschaftet werden“, betonte er.

Von der Geflügelgrippe zum Jahreswechsel waren im Landkreis sechs Höfe mit insgesamt 90 000 Tieren betroffen – und eine Entspannung ist noch nicht in Sicht. Doch nicht nur die tatsächlich betroffenen Anlagen, auch benachbarte Bauern sind von der Geflügelgrippe betroffen. „Die Vermarktung von ausgebrüteten Küken und gesundem Fleisch aus Betrieben in den Sperrbezirken muss künftig ohne Probleme möglich sein“, forderte Wolff deshalb.

Auch die geplanten Vorschriften zu den Lagerplätzen von Silagen und Festmist stellten einen massiven Eingriff in betriebliche Strukturen dar. „Der von den Grünen immer wieder propagierte Bestandsschutz gerade für kleinere Betriebe wird dabei mit Füßen getreten“, machte der Geschäftsführer deutlich.

Trotz der Schwierigkeiten sind die Ausbildungszahlen seit Jahren stabil, die Junglandwirte haben sich jetzt in einer eigenen Gruppe organisiert, die mit Informationsangeboten und Besichtigungen mehr Öffentlichkeit herstellen will. Eurotier und Grüne Woche sind nur einige Beispiele dafür, wie das Kreislandvolk insgesamt verstärkt an die Öffentlichkeit geht. Das war ganz im Sinne des Gastreferenten Prof. Ulrich Nöhle von der TU Braunschweig, der sich in seinem Vortrag mit dem Bild der Landwirtschaft in der Bevölkerung auseinandersetzte. Die Bauern müssten viel offensivere Informationspolitik betreiben, dürften nicht auf Kampagnen nur reagieren, sondern sollten aktiv zeigen, wie der Alltag in der Landwirtschaft jenseits von Skandalen und Bauernhofromantik aussehe.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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