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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mehr Bürger dürfen bei Tafel einkaufen

09.04.2015

Wildeshausen Die Wildeshauser Tafel hat die Einkommensgrenze von 856 auf 936 Euro netto im Monat heraufgesetzt, damit mehr bedürftige Menschen in den Genuss der Lebensmittelausgabe kommen. „Als Verein orientieren wir uns am Armutsbericht der Bundesregierung“, sagt Tafel-Vorsitzender Peter Krönung. Er rechnet damit, dass die Tafel dadurch zehn Prozent mehr Kunden bekommt.

820 Personen registriert

Momentan sind bei der Wildeshauser Tafel 344 aktive Haushalte mit 820 bedürftigen Personen registriert. Wöchentlich kommen 150 Haushalte, die für 400 Personen bei der Tafel einkaufen. Ein Erwachsener zahlt pro Einkauf zwei Euro, ein Kind einen Euro. Eine fünfköpfige Familie mit Vater, Mutter und drei Kindern muss somit pro Einkauf sieben Euro bezahlen. „Der Lebensmittelwert beträgt pro Haushalt durchschnittlich 48 Euro“, erklärt Krönung.

Berechtigungsschein

Um bei der Tafel einkaufen zu können, wird ein Berechtigungsschein benötigt. Den erhalten Personen, die unterhalb der staatlichen Armutsgrenze liegen und Sozialleistungen beziehen. Doch nicht jeder kauft bei der Tafel ein. Krönung: „Es gibt viele Senioren, die mit ihrer Rente unter dieser Grenze liegen, sich aber schämen, zur Tafel zu gehen.“

70 ehrenamtliche Helfer kümmern sich bei der Tafel um das Abholen, Sortieren, Lagern und Verteilen der Lebensmittel. Zum Team gehören ferner zwei Ein-Euro-Jobber, seit 2013 auch zwei Personen, die ein Taschengeld nach dem Bundesfreiwilligengesetz erhalten, zudem junge Straffällige, die Sozialstunden ableisten müssen. „Unsere Leute machen allesamt eine prima Arbeit“, ist Krönung voll des Lobes. Er dankt auch der Stadt Wildeshausen und der Gemeinde Großenkneten für die jährliche finanzielle Unterstützung. Die Tafel lebt von Zuschüssen und Spenden. Im Vorjahr konnte von den außergewöhnlich hohen Spenden ein neues Kühlfahrzeug gekauft werden.

Zu den Lebensmittelspendern gehören unter anderem Supermärkte, Discounter, Lebensmittelproduzenten und die Industrie. „Abgelaufene Lebensmittel gibt es bei uns nicht“, sagt Krönung. Im Keller der Tafel, die auf dem Gelände der Diakonie Himmelsthür ein Gebäude nutzt, werden auch Konserven und andere länger haltbare Waren gelagert. „Auch wenn die Industrie seit einigen Monaten weniger spendet, sind wir insgesamt gut versorgt und tauschen uns mit anderen Tafeln aus“, beschreibt Krönung die Situation.

Inzwischen hat auch der Umweltgedanke bei der Tafel Einzug gehalten. „Müllvermeidung spielt bei uns eine immer wichtigere Rolle“, meint Krönung. „Wir versuchen auf Plastikbeutel zu verzichten. Alles, was eine Schale hat, wird nicht verpackt.“ Auf Dauer wolle die Tafel weitgehend auf Plastik verzichten. Die ersten Papiertüten seien gekauft worden. Darin werde zum Beispiel Brot eingepackt.

Die nächste Ausgabe der Tafel ist an diesem Donnerstag von 14 bis 17 Uhr an der Dr.-Klingenberg-Straße 83.


   P  Siehe auch Bericht      S. 36    www.wildeshauser-tafel.de 

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