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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mehr Zeit für Patienten statt Papierkram

11.02.2015

Ganderkesee Der rasante demografische Wandel erfordert eine steigende Anzahl an Pflegekräften. Doch der Personalmangel wird künftig weiter zunehmen und sich insbesondere in der ambulanten Pflege niederschlagen. Aktuell leben 70 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause, darauf hat die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt hingewiesen. Noch sei die Lage stabil, doch für die Zukunft sieht die Ministerin eine große Versorgungslücke – auch, weil immer mehr Auszubildende in den Pflegeberufen nach der Lehre in andere Felder wechseln.

Diesen Trend kann Andrea Schwanghart, stellvertretende Pflegedienstleitung des ambulanten Dienstes Pflegefuchs aus Ganderkesee, bestätigen. „Natürlich spüren wir das hier auch“, sagt sie. „Die Leute werden immer älter und wir haben einfach viel zu wenig Nachwuchs.“ Der Beruf sei schlicht nicht attraktiv genug. „Es gibt viele Wochenenddienste und für das, was wir leisten, ist die Bezahlung einfach zu schlecht.“ Im Vergleich zu anderen Bundesländern zahlt Niedersachsen die niedrigsten Gehälter.

Um junge Menschen wieder für die Pflegeberufe zu begeistern, fordert Schwanghart einheitliche Regelungen für ganz Deutschland. „Wir haben da zurzeit wenig Spielraum, wir haben kaum Zeit für die Patienten.“ Insbesondere die Dokumentation der Pflege nehme sehr viel Zeit in Anspruch. „Der Papierkram könnte deutlich geringer gehalten werden.“

Dass die fertig ausgebildeten Pflegekräfte oft nicht lange in der aktiven Pflege bleiben, wundert Schwanghart nicht. „Viele wollen lieber ins Büro wechseln, die Arbeitszeiten sind eben nicht sonderlich familienfreundlich.“ Sie selbst ist ebenfalls diesen Weg gegangen. „Ich habe diesen Beruf gewählt, weil ich gerne Menschen helfen wollte, so geht es sicherlich vielen. Aber unter diesen Bedingungen ist das nicht einfach“, sagt sie.

Wer dennoch gerne in der aktiven Pflege arbeiten möchte, wird versuchen, einen der begehrten Jobs in einer Tagespflegeeinrichtung zu bekommen. Dort ist die Situation ganz anders. „Über Personalmangel können wir uns nicht beschweren“, sagt Heike Arnecke, Geschäftsführerin der Seniorita Tagespflege und Betreuung aus Ganderkesee. Schichtarbeit und Nacht- oder Wochenenddienste gibt es dort nicht, die Patienten sind nur tagsüber in der Einrichtung. „Wir haben geregelte Arbeitszeiten. Das ist natürlich sehr familienfreundlich.“ Auch der Krankenstand sei bei ihr in der Tagespflege deutlich geringer als in anderen Pflegeeinrichtungen.

Jonas Schönrock Barßel / Redaktion Münsterland
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