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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landwirtschaft: Milchbauern wollen Quote nicht zurück

19.05.2016

Ganderkesee Der Milchpreis sinkt immer tiefer, die Milchbauern klagen immer lauter. Wie Landwirte in der Gemeinde Ganderkesee den stetigen Preisverfall verkraften und welche Möglichkeiten sie sehen, um die Krise zu bewältigen, hat die NWZ  am Mittwoch erfragt.

Jürgen Struthoff aus Bergedorf plädiert für ein gerechteres System, in dem der Staat sich als Moderator einbringt und die Chancen und Risiken von allen Marktakteuren ausgleicht. Dies sei momentan nicht der Fall. „Als Einzelner die Produktion zurückzufahren, damit nicht mehr so viel Milch auf dem Markt ist, hat keine Auswirkungen“, meint Struthoff.

Mit Blick auf den lange angekündigten Wegfall der Milchquote zum 1. April 2015 hat auch der Bergedorfer seinen Betrieb in den vergangenen Jahren ausgebaut: „Professoren und Politiker sprachen von langfristig guten Milchpreisen aufgrund der Märkte in China und Russland“, begründet er den Schritt. Dann kam das Handelsembargo gegen Russland, und auch die Nachfrage in China ging herunter. „Wir erlitten eine Bruchlandung und verzehren massiv Eigenkapital“, räumt Struthoff ein.

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Für die Wiedereinführung der Milchquote ist er grundsätzlich nicht, aber wenn es keine andere Lösung gäbe, sei dies besser, als unter ruinösen Bedingungen zu produzieren. „Der Handel baut seine Margen aus, die Molkereien produzieren kostendeckend – die Zeche zahlen die Landwirte“, stellt Struthoff fest.

Cord Schütte sieht dies ähnlich: „Der Russland-Boykott geht auf unsere Kosten“, urteilt der Landwirt aus Hollen. Er appelliert auch an die Verantwortung des Einzelhandels: „Es wird immer mehr darauf geachtet und damit geworben, dass es den Tieren gut geh – auf der anderen Seite werden die Produkte so günstig angeboten, dass dies eigentlich gar nicht erfüllt werden kann.“ Das Problem kann für ihn nur global gelöst werden: „Wenn nur Deutschland seine Produktion herunterfährt, verlieren wir Marktanteile.“

Auch Henning Fortmann vertritt diese Meinung: „Der Markt in Deutschland produziert fünf Prozent zu viel Milch“, weiß der Bürsteler Landwirt. Er bekam in der vergangenen Woche noch 23,7 Cent pro Kilogramm, bei der nächsten Abgabe an die Molkerei sind es voraussichtlich unter 20 Cent. Staatliche Subventionen sind seiner Meinung nach nicht sinnvoll. „Die Krise hört dadurch nicht auf.“ Zudem widersprächen Fördergelder für Milch, die nicht abgeliefert werde, ethischen Grundsätzen: „Dann müssten wir die Milch wegkippen“, sagt Fortmann, „das kann man keinem erklären.“

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