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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit 60 Einzelbohrungen auf Nummer sicher gehen

21.12.2012

Hude Eigentlich sollte die markante Buche, die auf dem Eckgrundstück an der Wilhelmstraße/Königstraße steht, bei der Entwicklung des neuen Wohnbaugebiets für Hude-Nord erhalten bleiben. Bei den derzeit laufenden Bodensanierungsarbeiten – auf dem Areal befand sich früher eine Hausmüllkippe – wurde die Erde in einem Radius von acht Metern um den Baum herum ausgekoffert und abtransportiert. Dabei haben die Fachleute jedoch entdeckt, dass der Baum ebenfalls auf belastetem Boden steht. Porzellanscherben und Flaschenreste ragen aus dem Erdreich.

Für den Diplom-Geologen Ulf Linnemann vom Büro für Umwelt- und Rohstoffgeologie, das im Auftrag der Gemeinde Hude die Sanierungsarbeiten leitet, ist klar, dass der Baum gefällt werden muss. Möglichst noch vor Weihnachten soll das passieren. Blieben die Ablagerungen im Boden, sei das Grundstück nicht vermarktungsfähig. Zudem laufe die Gemeinde Gefahr, Fördermittel aufs Spiel zu setzen. Die rund 100 000 Euro teure Sanierung wird zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bezuschusst. Der positiv beschiedene Förderantrag hat ausdrücklich die Wiedernutzbarmachung von Brachflächen als Wohnbaugebiet zum Ziel.

Laut Linnemann stimmt beim Landkreis Oldenburg das Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft ebenfalls einer Fällung zu. Auch die Gemeinde Hude hat nach Rücksprache mit dem Baumsachverständigen Helmut Titschack ihr Okay gegeben.

„Unser Auftrag ist es, dass Grundstück absolut clean zu übergeben“, betont Linnemann. Um das zu gewährleisten, wurden auf dem Areal 30 Zentimeter der oberen Bodenschicht sowie Müll-Ablagerungen bis zu einer Tiefe von einem Meter ausgekoffert und entsorgt. Die aus den 60er Jahren stammende Hausmüllkippe hatte ein größeres Ausmaß als zunächst angenommen. „Wir haben Unmengen an Glas- und Plastikflaschen, Reifen, Fahrräder und Bauschutt gefunden“, berichtet der Diplom-Geologe. Zusätzlich wurden 20 Zentimeter unterhalb der Müllfunde als „Sicherheitszone“ abgetragen. Auf dem Untergrund nahmen Ulf Linnemann und der Diplom-Chemiker Torsten Plaar am Donnerstag auf drei Teilflächen jeweils 20 Einzelbohrungen vor. Die Proben wurden direkt danach ins Labor nach Bremen gebracht – erste Ergebnisse sollen bereits an diesem Freitag vorliegen.

Das künftige Baugebiet, zu dem das Eckgrundstück mit der ehemaligen Hausmüllkippe gehört, ist insgesamt knapp 2,5 Hektar groß und reicht bis zum Geestrandgraben. 17 bis 21 Parzellen sollen dort ausgewiesen werden.

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