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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit Bionahrung das Klima retten

14.02.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-24T09:46:50Z 280 158

Vortrag:
Mit Bionahrung das Klima retten

GANDERKESEE Es ist schon eine Weile her, dass Dr. Markus H. Keller das letzte Mal beherzt in eine Currywurst biss: Aus ethischen Gründen hat der Ökotrophologe und Leiter des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) in Gießen den Verzehr tierischer Lebensmittel eingestellt. Neben den moralischen und gesundheitlichen Aspekten gab es einen dritten Grund, warum er sich damals – als 18-Jähriger – fürs Veganersein entschieden hat: „Durch die Umstellung auf vegetarische Kost kann das Treibhausklima reduziert werden“, sagte Keller.

Nachhaltige Ernährung – darum ging es bei seinem Gastvortrag am Montagabend im Ratssaal, zu dem Gemeinde, regioVHS und Aktionsbündnis „Prima Klima“ gemeinsam eingeladen hatten. „20 Prozent der Klimagase entfallen auf den Ernährungsbereich. Das ist genau so viel wie im Straßenverkehr“, dozierte Keller. Es waren Zahlen, die überraschten. In dieser Eindrücklich hatten sie bislang wohl nur die wenigsten gehört.

Wer allerdings glaubte, dass die Treibhausgase ausschließlich durch lange Transportwege zustande kommen – etwa, weil die Tomaten aus Spanien stammen – irrte. „Das umfasst höchstens fünf Prozent“, sagte Keller. Tatsächlich, führte er aus, entstehe der Großteil der Gase (15 Prozent) in der heimischen Landwirtschaft. „Bei der Herstellung von Futtermittel wird viel Energie aufgewendet. Stickstoffdünger setzt zum Beispiel Lachgas frei“, so der Ökotrophologe. Ein weiterer Faktor: die Getreideverschwendung, um Fleisch zu produzieren. Hierbei handele es sich um einen Prozess, bei dem der Fachmann von Veredelungsverlusten spreche. Werde das Getreide an Rinder verfüttert, „müssen Sie bis zu 20 Kilokalorien reinstecken, um eine zu erhalten. Das ist eine Riesenverschwendung.“ Und angesichts der dramatischen Welthungerlage von einer Milliarde unterernährten Menschen eine Einstellung, die eh als unmoralisch einzustufen sei.

Doch was wäre die Konsequenz? Ein Leben ausschließlich als Veganer? Der Dozent verneinte. „Natürlich wäre das geradlinig, aber es würde schon reichen, wenn wir den Fleischkonsum reduzieren.“ Hierbei sieht Keller einen Fünf-Punkte-Plan vor. Schritt eins: weniger tierische Lebensmittel zu sich nehmen. Schritt zwei: mehr Biolebensmittel konsumieren. Sie mögen zwar für den Verbraucher teurer sein als die herkömmliche Menge konventioneller Produkte, räumte Keller ein, dafür würden sie aber auch keine Schäden bei der Herstellung anrichten. Schritt drei und vier: regionale sowie saisonale Ware einkaufen. Das habe den Vorteil, dass keine energiebelastenden Flugtransporte anfallen. Schritt fünf: auf Freilandgemüse umstellen.

Und für diejenigen, für die die geliebte Currywurst einfach zum Essen dazugehört: „Mittlerweile gibt es doch für alles einen Fleischersatz“, sagte Markus H. Keller.