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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit einer Bewerbung zum Job

10.05.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-05-10T05:24:09Z 280 158

Zwaig:
Mit einer Bewerbung zum Job

Hoykenkamp Ulf Niemeyer redet nicht um den heißen Brei herum. Auch in der Branche der Autolackierereien „haben wir Fachkräftemangel“, erklärte der Juniorchef der Polster GmbH & Co. KG, als er am Montag eine kleine Delegation der „Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee“ (Zwaig) um Reinhard Bröker durch den Hoykenkamper Betrieb führte. Das heiße aber auch: „Wer im Beruf des Fahrzeuglackierers gut ist, der braucht nur eine Bewerbung zu schreiben, und er hat einen Job.“

Als Fahrradwerkstatt gegründet

Die Autolackiererei Polster GmbH & Co. KG ist seit 1991 in Hoykenkamp ansässig. Der Betrieb war 1958 von Ulf Niemeyers Großvater als Fahrradwerkstatt in Delmenhorst gegründet worden und hatte dort seine ersten Standorte an der Mühlenstraße und der Nutzhorner Straße. Aktuell werden sieben Gesellen, zwei Auszubildende und eine Mitarbeiterin im Büro beschäftigt.

Zu der Stippvisite hatte Zwaig auch interessierte Acht- und Neuntklässler der Oberschule Ganderkesee eingeladen. Aus erster Hand wollte man sich über den Ausbildungsberuf des Fahrzeuglackierers informieren. Auch Erwin Altkirch und Beate Weidgang von der Agentur für Arbeit Delmenhorst kamen mit.

Niemeyer überraschte zunächst mit der Information, wie jung das eigenständige Berufsbild des Fahrzeuglackierers ist. Bis vor eineinhalb Jahrzehnten hätten Interessierte noch die Ausbildung zum Maler und Lackierer absolvieren und sich auch mit Tapezierarbeiten befassen müssen.

„Genau hinsehen und fühlen – das ist die entscheidende Geschichte bei uns“, beschrieb Niemeyer den „mit viel Handarbeit verbundenen“ Beruf. Kerngeschäft des Betriebes seien Fahrzeuge, daneben kämen zum Beispiel auch Teile von Yachten nach Hoykenkamp („da geht es um einen besonderen Schichtaufbau, der akribisch eingehalten werden muss“).

Während es früher eher reine Lackierbetriebe gegeben habe, gehe der Trend heute zum kombinierten Karosserie- und Lackierbetrieb.

Viele Schritte seien beim Aufarbeiten von Fahrzeugen zu bewältigen: Da seien Kanten zu entrosten, porentief zu reinigen, da sei vorzuspachteln, zu spachteln, die Rostschutzgrundierung aufzutragen, zu schleifen. Schließlich gelte es abzudecken, was nicht lackiert werden soll, und mit exakt dem richtigen Farbton zu lackieren. Unverzichtbar sei das Finishen mit der Endkontrolle: „Staubfreies Lackieren gibt es nicht. Da wird jedes Staubkorn, das im Lack ist, mit rausgenommen.“

Lehrlinge würden im ersten Lehrjahr mit 545, im zweiten mit 595 und im dritten mit 740 Euro entlohnt. Im ersten Berufsjahr liege der Stundenlohn bei 14,03 Euro. Dass die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt gut seien, bestätigte Erwin Altkirch. „Bedingung ist der Abschluss. Helfer werden seltener gesucht.“

Bei den Oberschülern stieß das Berufsbild auf Interesse. „Das könnte ich mir vorstellen“, meinte der Neuntklässler Marvin, „da schließe ich mich an“, ergänzte Jannik, ebenfalls aus dem 9. Jahrgang.


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