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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit „Goodday“ von Perth nach Broome

24.01.2006

HUDE Der Weltreisende Johannes Hillje hat sich einen Job bei einem Perlentaucher gesucht. Der Huder ist derzeit in Westaustralien unterwegs.

von Johannes Hillje HUDE - Über 2500 Kilometer in knapp zwei Wochen. Diese Strecke legte ich mit den beiden Franzosen Claire und Biennoi, die ich im australischen Perth kennenlernte, in ihrem Van namens „Goodday“ zurück. Wir reisten von Perth in nördlicher Richtung die australische Westküste entlang.

Schon nach wenigen Stunden stellte ich deutliche Unterschiede zur Ostküste fest, die ich in den zwei Monate zuvor bereist hatte. Hunderte von Kilometern sahen wir kein einziges Haus. Nach stundenlangem Fahren aber dann wenigstens mal eine Tankstelle. Das liegt daran, dass Westaustralien größer als Westeuropa ist, aber nur 2 Millionen Einwohner hat. Davon leben 90 Prozent in Perth und Umgebung.

Die Landschaft wechselte von bewachsenem Ackerland zu karger Wüste mit rotem Sand und teilweise hohen Bergen. Der Blick auf den Indischen Ozean verwöhnte die Reisenden auf dem „Highway“, der über weite Strecke direkt an der Küste entlang führt. Im Gegensatz zur touristischen Ostküste locken hier menschenleere Strände mit klarem Meer. So machten wir es zum Ritual, mindestens zweimal täglich Hals über Kopf ins kühle Nass zu springen. Wenn wir auch für lange Zeit kein menschliches Lebewesen zu Gesicht bekamen, so begegneten uns immer wieder verschiedene Tierarten: Kängurus hüpften am Wegesrand entlang, Schlangen krochen über die Straße und große Strauße und Kuhherden waren immer für eine kurze Blockade der Route gut.

Unseren ersten längeren Stopp legten wir 260 Kilometer von Perth in der „Pinnacles“-Wüste ein. Die Pinnacles sind gipfelförmige Kalksteinsäulen, die bis zu fünf Meter hoch sind. Diese bizarren Objekte entstehen in Hunderten von Jahren.

Nächstes Ziel war der Kalbari Nationalpark mit beeindruckenden Kliffen an der Küste und tiefen Schluchten im Inland. Weiter nördlich konnten wir die „Stromatolites“, die ältesten lebenden Organismen der Welt, welche wie Stein aussehen, beobachten.

Etwa 300 Kilometer ins Landesinnere reisten wir, um den Karijini Nationalpark zu besuchen. Dieser stellte sich als landschaftlicher Höhepunkt unserer Reise heraus. Der Park beeindruckte vor allem durch die hohen Felsen und Berge, tiefen Schluchten und atemberaubenden Wasserfälle. Die mineralhaltigen Felsen weisen verschiedene Formen und Farben auf. Da in Westaustralien derzeit Regenzeit ist, staut sich das Wasser zwischen den Felsen. Dort, wo zur trockenen Jahreszeiten das Wandern möglich ist, mussten wir nun schwimmen. Fast zwei Tage lang schwommen, kletterten und wanderten wir im traumhaften Nationalpark.

Normalerweise schliefen wir im Campingvan. Aber als wir die Geisterstadt Wittenoom erreichten, ließen wir es uns nicht nehmen, in einem alten und uhrigen Gästehaus zu nächtigen. Die Stadt wird als Geisterstadt bezeichnet, weil sie offiziell von der Regierung abgeschrieben wurde und auf manchen Landkarten gar nicht mehr erscheint. Grund dafür sind einige Todesfälle in den 60er Jahren, hervor gerufen durch krebserregenden Asbeststaub einer nahe gelegenen Mine. Die Mine wurde geschlossen und der Großteil der Einwohner verließ die Stadt, wegen des Gesundheitsrisikos.

Doch etwa 20 Leute blieben. Der Besitzer des Gästehauses, der wohl mehr damit beschäftigt ist, die Betten staubfrei zu halten, als neue Gäste zu empfangen, warnte uns vor einem Zyklon. Der tropische Wirbelsturm steuerte von der Küste auf das Festland zu. Wegen des Sturms mussten wir einen ungeplanten Stopp in Port Hedland einlegen, da der hochgebaute Van arg ins Schaukeln geriet. Die starken Winde lösten sogar die Schilder eines Supermarktes von den Wänden.

Einen Tag später ging es aber weiter. Nach einem Halt am Eighty Mile Beach, dessen Name seine erstaunliche Länge angibt, und dem Sammeln einiger wunderschöner Muscheln, erreichten wir die Stadt Broome. Hier entschied ich mich zu bleiben und ließ die beiden Franzosen weiter ziehen. Broome zählt mit 14 000 Einwohner zu den Großstädten an der Westküste. Der nächste, halb so große Ort liegt 230 Kilometer entfernt. Die im Verhältnis zu deutschen Städten recht kleine Hafenstadt, hat alles, was man braucht: einen Flughafen, Kinos, Einkaufszentren und Bars. Wegen der Regenzeit ist derzeit aber wenig los.

Ich schaute mich nach einem Job um und arbeite nun für eine Firma, die mit ihren Booten aufs Meer fährt, um nach Perlen zu tauchen. Das Perlentauchen hat in Broome eine lange Tradition. Eine Woche werde ich mit auf See sein.

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