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Internet: Mit wenigen Klicks zu Drogen und Waffen

21.11.2015

Stenum Flink tippte Thomas Haase auf den Tastaturen seiner beiden Laptops hin und her. Die Seiten, die er öffnete, waren auf der Leinwand im Hotel Backenköhler in Stenum zu sehen: Die grüne Seite des Tor-Browsers, dann lange, komplizierte Befehle. Schließlich prangt das Bild einer Walter PPK für 600 Euro auf der Leinwand, daneben der Button „Buy Now“ (Jetzt kaufen).

Am Donnerstagabend zeigte der Projektfeldmanager Thomas Haase auf der Jahreshauptversammlung des überbetrieblichen Verbundes „Frauen und Wirtschaft“ seinen Zuschauern, was sich hinter den Fassaden von Google, Facebook und Co. verbirgt. Er machte deutlich, wie leicht sich mobile Endgeräte hacken, also manipulieren und missbrauchen lassen. Haase, bei der T-Systems Multimedia Solution GmbH in Dresden beschäftigt, kennt sich aus im World Wide Web. „Was Sie kennen, ist nur die Spitze des Eisbergs. Darunter verbirgt sich viel mehr“, warnte der Dresdener, der im Jahr rund 50 Vorträge über Computer-Hacking hält. Was Haase mit Laptop und Beamer präsentierte, rief beim Publikum teils Fassungslosigkeit, teils Belustigung hervor. Ein paar Klicks, schon führte der Dresdener seine Zuschauer in das sogenannte „Dark Net“ ein, wo es neben Drogen auch Waffen, Pässe oder Kreditkarten zu kaufen gibt. Als Haase erklärte, wie einfach es ist, im Dark Net Auftragsmörder zu besorgen, wurde manchem Zuschauer etwas mulmig.

Über Apps lassen sich spielend leicht Trojaner installieren, wenn man das Handy nur für einen Moment unbeobachtet lässt. Diese spähen das komplette Smartphone aus. Um ein Spähprogramm zu bekommen, muss man sich nicht einmal durch das Dark Net klicken. Schnell bei Google gesucht, zeigte Haase den Zuschauern bereits nach einer Minute den Prototyp eines Trojaners. So schnell dauere es auch, um das Handy zu infizieren, erklärte der Techniker. Haase gab den Unternehmerinnen einen guten Rat: „Trennen Sie bei den Geräten Betriebliches und Privates“, denn mit einem modernen Smartphone trage man die Wanze am Körper. „Achten Sie auf Ihr Gerät, die Angreifer sind meilenweit vorn“, fügte er hinzu. Wichtig sei auch, in der Firma keine Standardrouter zu verwenden und stets Updates und Sicherheitspatches zu installieren.

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Eine andere Variante des Hackings präsentierte Haase den Zuschauern zum Ende seines Vortrages. Mithilfe eines Online-Programmes lassen sich auf Internetseiten Formulardetails aufzeigen und verändern – zum Beispiel Preise. Wieder brauchte es nur wenige Klicks, schon hatte Thomas Haase eine kuschelige Winterjacke im Einkaufskorb. Kostenlos! „Jetzt müssen Sie nur noch den Mindestbestellwert erreichen“, sagte er – und lachte, obwohl es eigentlich nicht zum Lachen ist.


Tipps zur Internetsicherheit unter   https://www.bsi-fuer-buerger.de 
Tonia Hysky Redakteurin / Redaktion Kultur/Medien
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