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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Mitarbeiter sind Familie“

16.01.2016

Die Orthopädie-Klinik in Stenum steuert wieder in ein „ruhigeres Fahrwasser und nimmt immer mehr Fahrt auf“, umschreibt Dr. Jan Spiller (40) den aktuellen Zustand der Klinik, die im Jahr 2012 Insolvenz anmelden musste. Dr. Spiller gehört als leitender Arzt zu den wichtigen „Eckpfeilern“ des Hauses – und wie ich schnell feststellen konnte, ist er ein Arzt mit Leib und Seele.

Aber nicht nur er ist Arzt – auch seine drei Geschwister haben diesen Beruf ergriffen. „Unser Vater hatte Biologie als ein Hauptfach und hat mit uns viel über biologische Zusammenhänge gesprochen – und natürlich auch über die Anatomie des Menschen. Das müssen wir wohl so verinnerlicht haben, dass wir es zu unserem Beruf gemacht haben“, meint Spiller.

Die ersten sechs Jahre seines Lebens verbrachte er in West-Berlin, bevor im Jahr 1981 Papenburg (Landkreis Emsland) die neue Heimat von Familie Spiller wurde. Die Schule war für den jungen Jan eher ein notwendiges Übel. „Meine Lieblingsfächer waren Sport – und die Pause“, meint Spiller. Seine große Leidenschaft war – und ist – Fußball. Bis zu seinem 32. Lebensjahr spielte er aktiv in diversen Mannschaften.

Dass die Schule trotzdem nicht zu kurz kam, dafür sorgten seine Eltern. Jan versuchte, für die Schule so wenig wie möglich zu machen und sich auf den Sport zu konzentrieren: „Ein Pferd springt ja auch nur so hoch wie es muss“, meint er.

Nach dem Abitur absolvierte er seinen Zivildienst im Marien-Hospital in Papenburg. „Schon damals war ich von dem Kontakt zwischen Arzt und Patient fasziniert“, erinnert er sich. Sein Vorhaben, Arzt zu werden, verstärkte sich während des 15-monatigen Zivildienstes.

Im Medizinstudium an der Universität Göttingen bekam Spiller Einblicke in alle Bereiche der Medizin. Nicht alle lagen ihm: „Zum Beispiel ständig schwerkranken Menschen mitzuteilen, dass es keine Hoffnung mehr gibt, das wäre nichts für mich gewesen. Ich wäre jedes Mal mitgestorben“, sagt er. Noch heute hört er die Worte eines kleinen Mädchens aus der Onkologie, das unheilbar an Krebs erkrankt war: „Ich will noch einmal Weihnachten feiern. . .“

In der Folge machte Jan Spiller die Orthopädie zu seinem Schwerpunkt. Für die Ausbildung hatte ihm das Diakonie-Krankenhaus in Bremen eine Absage erteilt – die zum Glücksfall für ihn wurde, denn so kam er im Januar 2004 in die Fachklinik für Orthopädie in Stenum. „Ich hatte zwar vorher noch nie etwas von Stenum gehört, aber umso lehrreicher und spannender waren die Jahre hier“, erklärt Spiller. „Der neue OP-Bereich wurde fertiggestellt, einer der modernsten Operationssäle Europas. Und vom damaligen Leiter Dr. Zechel sowie von Dr. Ritter-Lang habe ich sehr viel gelernt.“

In seiner Ausbildung arbeitete Spiller auch in der Unfallchirurgie im Klinikum Bremen-Mitte. „Eine ganz andere Welt als in Stenum. In der Unfallchirurgie geht es oft hektisch zu – aber auch mal tragisch, wenn jede Hilfe für den Patienten zu spät kommt“, betont Spiller, und fügt hinzu: „Immer, wenn ich heute einen Rettungshubschrauber sehe oder höre, denke ich an meine Zeit in der Unfallchirurgie zurück.“

Die Verantwortlichen in Stenum waren von Spiller so angetan, dass sie ihm nach seiner Ausbildung zum Facharzt im Jahr 2010 gleich eine Stelle als Oberarzt anboten. Mittlerweile ist er Leiter der Klinik sowie leitender Arzt im Bereich Wirbelsäulenchirurgie. „Die Jahre in Stenum waren für mich ein Wechselbad der Gefühle“, berichtet Spiller. „Zum einen ist unsere Klinik hoch qualifiziert, so dass Patienten über mehrere tausend Kilometer anreisen. Zum anderen gab es mit der Insolvenz 2012 den wirtschaftlichen Totalschaden. Mittlerweile hat sich alles zum Guten gewendet, aber ich glaube, ich hätte bis zum Schluss um diese Klinik gekämpft. Die über 100 Mitarbeiter sind für mich wie eine große Familie“, schwärmt Spiller.

Einer seiner Patienten war sein Vater Peter, der sich nur von seinem Sohn operieren lassen wollte. „Die OP ist offenbar gelungen, mein Vater läuft mit seiner Knieprothese herum und macht Werbung für mich“, lacht Spiller. 15 bis 20 Mal pro Woche steht er am OP-Tisch. Um sich dafür fit zu halten, trainiert er im Fitnessstudio, wenn es die Zeit ermöglicht. Zusammen mit Ehefrau Nicole und Sohn Paul (6) wohnt er in Oldenburg. Im Kreise seiner Familie kann der Arzt abschalten und neue Energie tanken.

Langer Urlaub ist jedoch nichts für Jan Spiller. Höchstens 14 Tage, dann zieht es ihn wieder nach Stenum. Seine Patienten und sein Beruf sind seine große Leidenschaft – und die lässt man nicht lange warten.

Dr. Jan Spiller, leitender Arzt der Fachklinik für Orthopädie in Stenum

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