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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

GILDEFEST: Mittelalterliche Tradition zum Anfassen

17.05.2005

WILDESHAUSEN Regenschirme gehörten beim Gildefest zum Straßenbild. Der Historische Markt, der 2005 erstmals organisiert wurde, soll künftig immer angeboten werden.

von Anja rohde

und Maren Osterloh WILDESHAUSEN - Auch er brachte ein wenig Mittelalter ins Wildeshauser Stadtbild: Gauklix aus dem Tross der Fogelvreien, mit bürgerlichem Namen Andreas Ungerer, unterhielt das Publikum auf der Westerstraße mit Jonglage, Feuerspeien und anderen Gaukeleien. Doch der stetige Regen ließ den Besucherandrang auf dem Historischen Markt am Pfingstsonntag gering ausfallen. Wer aber trotz kühler Witterung und Regengüsse über den Markt bummelte, erlebte Jahrhunderte altes Handwerk und durfte auch selbst ausprobieren und mit anfassen.

An dem Stand von Filzdesignerin Anne Erkelenz aus Kirchen beispielsweise zeigte ihr sechsjähriger Sohn Paul, dass Filzen kinderleicht ist. Beim Nadelfilzen verwob er Wollschicht um Wollschicht miteinander, bis sie eine gewisse Festigkeit hatte.

Am Stand der Lederei wurde die 15-jährige Melanie ohne viel Aufhebens von Olaf Otto aus Hamburg als „Lehrling“ ausgeguckt. Die Wildeshauserin schnitt unter seiner Anleitung ein rundes Lederstück zurecht, stanzte mit einiger Anstrengung Löcher hinein, durch die sie später ein Band zog, und konnte dann mit ihrem „Gesellenstück“, einem Lederbeutel, eine bleibende Erinnerung mit nach Hause nehmen.

An anderer Stelle fertigte Kai Steffen Niebuhr Papier aus einer Zellulose-Masse, die aus Wasser und Baumfasern bestand, und der Lüneburger Marko Knobelsdorf bearbeitete Stahl mit Feuer und Werkzeug, bis aus ihm Suppenkellen und Schildbuckel (der Schutz für die Hand an einem historischen Schild) entstanden. Als einer der Marktbesucher nach dem Preis für eine der ausgestellten Waffen fragte, der ihm aber zu hoch erschien, entspann sich ein Handel, der dem mittelalterlichen Markttreiben alle Ehre machte: „Wir können auch tauschen. Ich nehme wohl dein Weib und eine Kuh“, bot Knobelsdorf an.

Elfriede Meyer, Inge Ahlers, Irma Oltmann und Gertrud Schürmann bereicherten den Markt als „Haaster Pfannkuchenfrauen“. Doch Buchweizenpfannkuchenliebhaber ließen auf Grund des Regens zunächst auf sich warten. Wenig später jedoch ließen sich auf den Bänken entlang der Häuserwand Marktbesucher die Pfannkuchen schmecken.

Die Treckerausstellung der „Altmaschinen Weiße Riede“ bildete den Abschluss des Treibens auf der Westerstraße in Richtung Wester Tor. Die „Weiße Riede“ war für den Treckerclub Lüerte eingesprungen. „Sie hatten keine Leute und keine Schlepper“, erläuterte Fritz Hakemann, Vorsitzender der „Altmaschinen Weiße Riede“ die Änderung. Insgesamt 16 Traktoren waren zu sehen. Der älteste ein Normag aus dem Jahr 1938, sowie eine Kuriosität: ein Bulldog Lanz von 1954 mit eingebauter Spieluhr, die eine Weihnachtsmelodie spielte.

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Über guten Zuspruch freute sich die Dampfkorn-Brennerei. Noch bevor sie um 14.30 Uhr ihre Türen öffnete, warteten bereits 30 Besucher davor. Heinrich Hüls, der gemeinsam mit Hergen Stolle den Historischen Markt erstmals fürs Gildefest organisiert hatte, will den Markt auch in den kommenden Jahren anbieten. Dann möchte er mehr Schulen einbinden. In diesem Jahr hatte die Wildeshauser Realschule einen Stand, an dem sie heiße Champignons, aus Tontöpfen gefertigte Pfingstbrüder und selbst gemachte Kummerpuppen (die im Nachmittag ausverkauft waren) anboten.

Am Pfingstmontag hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Wildeshausern. Trockenen Fußes konnten Eltern und Kinder durch das nostalgische Markttreiben schlendern. Beim Familiennachmittag auf dem Marktplatz ließen sich die Großen Kaffee und Kuchen schmecken, die Kleinen vergnügten sich beim Ballwerfen, in der Hüpfburg vorm Festzelt oder beim Kistenklettern.

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