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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Moorschnucken haben am Gras kräftig zu kauen

06.10.2016

Wildeshausen Detlef Helmers muss erst einmal Komplimente verteilen: „Die Heidepflanzen sehen richtig gut aus“, sagt der Schäfer, als er seinen Blick übers Pestruper Gräberfeld schweifen lässt. Das sei im Herbst des Vorjahres und in diesem April noch ganz anders gewesen. Das Forstamt habe kräftig auf der Fläche entkusselt.

Die Herbstbeweidung auf dem Pestruper Gräberfeld hat begonnen. Am Mittwochfrüh treiben Helmers und sein Border Collie Vin erstmals die 110 Moorschnucken des Schäferhofes Teerling (Ströhen) aus dem warmen Schafkoben auf die Heide. Draußen sind gerade einmal vier Grad. „Ich muss mir erst eine Jacke anziehen“, sagt Helmers. Den Schafen, darunter ein Bock, machen die Temperaturen dagegen nichts aus. Bis zum Nikolaustag am 6. Dezember – „plus minus ein paar Tage“, wie er sagt – soll die Beweidung erfolgen. Parallel hat er 60 Tiere bei der Glaner Braut eingepfercht. Auch die Beweidung in der Sager Heide und der Rutenwiese am Urwald Baumweg in Ahlhorn gehören zu seinem Aufgabengebiet.

Das Nahrungsangebot auf dem Pestruper Gräberfeld ist zwar üppig, aber manchmal recht einseitig. „Wir haben zu viel Gras“, sagt der 48-jährige Schäfer. „Das ist mit so einer kleinen Herde in acht Wochen nicht zu schaffen.“ Er hält 180 bis 200 Schafe für angemessen. Auch eine Winterbeweidung habe er schon einmal ins Gespräch gebracht. Aber letztlich liege die Entscheidung darüber bei anderen.

Ohnehin wünscht sich der Schäfer, dass das Naturdenkmal stärker im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht – um es in seiner Einzigartigkeit zu erhalten. Aktuell gibt es zu viel Moos. Das sei in dreierlei Hinsicht schlecht: Es überwuchert die Heide, der gefährliche Heideblattkäfer kann darin gut überwintern und die Draht-Schmiele, eine Grasart, keimt im Moos. Gerade dieses Gras sollen die Schafe kurzhalten. Schaffen sie das nicht, droht die Heidelandschaft zu verschwinden.

Angst vorm Wolf, wie sie leider vielfach geschürt werden, hat Helmers nicht. Die Schafe werden nachts wieder sicher im Stall des Heimatvereins untergebracht. Um das benachbarte Gehege wolfssicher zu machen, hält Helmers es für sinnvoll, den Zaun zu erhöhen und knapp über dem Boden eine Elektrolitze zu verlegen. „Wölfe kriechen in der Regel unterm Zaun durch“, erklärt er. Meister Isegrim, der eine wichtige Funktion im Öko-System inne habe, ist eben immer Thema.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag über die Herde unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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