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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schlauchturm wird zum Tier-Hotel

05.01.2019

Neerstedt Volker Kuhlmann wirft einen prüfenden Blick nach oben. Sieht stabil aus. „Der Spatzen-Nistkasten hängt.“ Die Naturschutzbund-(Nabu-)Mitglieder der Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen, Kuhlmann, Rolf Scheller und Willy Zerhusen, beginnen damit, am und im ehemaligen Schlauchturm beim Neerstedter Rathaus ein Tier-Hotel einzurichten. Fledermäuse, Mehlschwalben, Spatzen, Eulen, Rauchschwalben, Mauersegler – der Turm soll im Frühjahr Unterschlupf für mehrere Tierarten bieten.

1000 Euro von Gemeinde

Dieses Projekt fördert die Gemeinde Dötlingen mit 1000 Euro. Von dem Geld haben die Nabu-Mitglieder erste Nistkästen besorgt. Außerdem stellt die Gemeinde einen Steiger für die Außenarbeiten zur Verfügung.

Vier Nistkästen für Spatzen sind gerade angebracht worden. In einem Kasten haben drei Vogelpaare Platz. Dass diese Quartiere lediglich von Spatzen angenommen werden, regelt die Natur – denn diese Vogelart bleibt unter sich. „Eine Kohlmeise geht da beispielsweise nicht rein“, erklärt Zerhusen. Im Turm bringen die Nabu-Mitglieder Quartiere für Rauchschwalben und Eulen an, im Dachgebälk sollen zudem für Fledermäuse Winterquartiere eingerichtet werden. Unter dem Sims bringen die Nabu-Mitglieder zudem zwölf Mehlschwalbennester an. Im Frühjahr bringen sie dort weiter zehn Mauerseglerkästen an. „Vielleicht locken wir dann die Mauersegler mit einem Lockruf an“, sagt Zerhusen.

Hotel wird optimiert

Bis Ende März möchte der Nabu fertig sein, damit die ersten Bewohner rechtzeitig zum Frühjahrsbeginn einziehen können. Das Projekt Tier-Hotel an dem Turm wird laufend fortgeführt. „Wir versuchen immer, es zu optimieren“, blickt Zerhusen in die Zukunft. „Wir Menschen können nur die Nisthilfen anbieten, leider nicht die Insekten“, ergänzt dazu Nabu-Sprecher Wolfgang Pohl. „Die Nisthilfen erfüllen nur den Zweck, wenn die Umweltbedingungen gegeben sind.“ Er spielt damit auf den Brutausfall im vergangenen Jahr an. Einmal im Jahr kontrolliert der Nabu die Bruterfolge, reinigt die Nistkästen und führt darüber Buch. Mehr als 300 selbstaufgehängte Nistkästen hat der Nabu im Herbst kontrolliert und saubergemacht. Dabei fand er auffallend viele tote Jungvögel. „Nach unserem Informationsstand ist das in der ganzen Region so. Das hat ganz offensichtlich etwas mit dem Wetter zu tun.“ Im März hatte es gefroren, im April sind die Temperaturen stark angestiegen.

Viele Singvögel kommen zwar mit Körnern als Nahrungsquelle aus. „Aber Junge brauchen Proteine.“

Weniger Insekten

Das heißt: Sie brauchen Insekten zum Fressen. Davon waren aber offenbar zu wenige vorhanden. Einige Jungvögel sind verhungert. Andere wiederum wurden gar nicht erst ausgebrütet. „Viele Altvögel haben offensichtlich aus Verzweiflung keine zweite Brut mehr angefangen.“ Bei Meisen, Kleibern und Trauerschnäppern war das unter anderem der Fall.

Pohl sieht auch, dass der Mensch in dieser Situation wenig beitragen kann. Den Jungtieren könne man getrocknete Mehlwürmer anbieten. „Aber ob das gelingt?“ Erschwerend komme hinzu, dass die Zahl der Insekten seit Jahren rückläufig ist. Er schätzt, dass in 2018 mehr als ein Drittel der Brut ausgefallen ist. Zu 2019 sagt Pohl: „Wir müssen abwarten.“ Zudem hat er die sinkende Zahl der Insekten im Blick. „Wenn wir nicht aufpassen, sieht es irgendwann ganz schlecht aus.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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