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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Nepal rückt in den Mittelpunkt

19.10.2015

Sandkrug /Oldenburg An eine Stellwand gepinnte Fotos dokumentieren die verheerenden Ausmaße des Erdbebens, das Nepal vor einem halben Jahr erschütterte. Besonders schlimm hatte es die nepalesische Hauptstadt Kathmandu getroffen. Die Bilder zeigen Helfer, die Reissäcke von der Ladefläche eines Autos hieven und in die umstehende Menge reichen, aber auch freudige Szenen, wie Dorfbewohner den Retter eines Kindes, das unter Trümmern verschüttet gewesen war, feiern und auf Schultern tragen. Aus aktuellem Anlass bildete Nepal den Schwerpunkt der 20. Auflage des Marktes der Völker am Wochenende im Kulturzentrum PFL Peterstraße in Oldenburg.

Die Nepalesin Greeta Manandhar schilderte den Alltag von Dhaka-Weberinnen in Nepal – vor und nach dem Beben. Auch ihre Nichte, die 20-jährige Situ, und die Oldenburgerin Liska Titze (19), die zur damaligen Zeit ein Freiwilligenprogramm in Kathmandu absolvierte, berichteten davon, wie sie das Beben in unterschiedlichen Gebieten der Metropole erlebt haben. Wie sie ausharrten, wie sich 50 Sekunden wie eine halbe Ewigkeit anfühlten, wie groß die Hilfsbereitschaft gewesen und die Bevölkerung – egal welcher Kaste – zusammengerückt war.

Für Greeta Manandhar ist es der erste Besuch in Deutschland nach dem Beben. Sie und ihre Nichte Situ wohnen bei guten Freunden aus Sandkrug. Über den „Eine-Welt-Laden“ in Wardenburg verkauft die 61-jährige Nepalesin eine Auswahl fair gehandelter Dhaka-Schals in Batik-Optik. „Das sind traditionelle Muster aus dem Osten Nepals“, erklärt sie. Am Dienstag, 20. Oktober, 17 Uhr wird sie gemeinsam mit ihrer Nichte im Albert-Schweitzer-Haus Sandkrug detailliert über das Leben in Nepal erzählen.

Das Angebot auf dem Markt der Völker reichte von handgeschöpftem Papier aus Tibet, über Stickereien aus Indien bis hin zu Webwaren und Schmuck aus Chile. Im PFL präsentierten sich zwölf Stiftungen, Vereine und Weltläden, um auf fairen Handel aufmerksam zu machen. „Den Menschen vor Ort geht es wesentlich besser, wenn sie eine Sicherheit haben, dass sie ihre Produkte verkaufen können“, sagt die Koordinatorin des Marktes, Walburga Hahn. Durch die Weltläden werden zusätzlich Projekte wie der Bau von Straßen, Krankenhäusern und Schulen vorangebracht. „Die Bereitschaft ist seit einigen Jahren da, mehr Geld für hochwertige, fair gehandelte Produkte auszugeben“, weiß Hahn, die im Ökumenischen Zentrum, das den Weltladen Oldenburg betreibt, angestellt ist.

Von Anfang an bestückt auch die Deutsch-Tansanische Freundschaftsgesellschaft den Markt mit handgeschnitzten Figuren. Seit acht Jahren ist das selbst gemachte Quittengelee von Ziporah Thomas ein Verkaufsschlager am Stand des Vereins. Der Erlös fließt in die Entwicklungshilfe in ihrem Geburtsort in Tansania. „Ein Haus für zwölf Personen und einen Brunnen haben wir damit bereits bauen können“, berichtet die Bremerin.

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