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Landvolk: Neuer Chef mit „starker Mannschaft“

29.03.2012

GANDERKESEE „Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen!“ Da gibt es kein Vertun für Cord Wübbenhorst, den neuen Vorsitzenden des vergrößerten Ortslandvolkverbandes Ganderkesee: Aus seiner Sicht ist für Landwirte „alles machbar“, was ökologisch von Vorteil ist – solange es ökonomisch nicht von Nachteil ist.

Landwirtschaft und Umweltschutz: Das ist nur eines von mehreren Konfliktfeldern, mit denen sich der 46-jährige Landwirtschaftsmeister aus Hohenböken jetzt noch stärker als bisher auseinandersetzen muss. Denn seit dem 29. Februar spricht er nicht nur für sich, sondern auch für 380 andere Mitglieder des Landvolks. Auf der Fusionsversammlung der bisher drei Ortslandvolk-Verbände in der Gemeinde wurde Wübbenhorst zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er sieht sich aber als Erster unter Gleichen: „Ich habe eine starke Mannschaft aus der ganzen Gemeinde. Organisatorisch ist das ein Riesen-Vorteil“, betont Wübbenhorst bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit den bisherigen Vorsitzenden Jan-Bernd Meyerholz (Ganderkesee-Süd) und Harm-Dierk Kämena (Schönemoor) am Mittwoch auf seinem Hof.

Kompetenzen bündeln, Synergien finden, gemeinsam handeln: Das waren die Ziele der Fusion, mit der die Landwirte auch dem Strukturwandel in ihrer Branche Rechnung tragen. „In den letzten 30 Jahren“, erzählt Jan-Bernd Meyerholz, „haben sich zwei Drittel meiner Berufskollegen verabschiedet.“ Von den 381 Mitgliedern im Ganderkeseer Landvolk ist nach seinen Angaben nur noch knapp ein Drittel im Vollerwerb tätig.

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Und für diese werde der Druck immer größer, meint Cord Wübbenhorst. „Der begrenzende Faktor ist die Fläche“, erklärt er. Die sei nicht beliebig vergrößerbar, gleichzeitig würden aber von außen immer mehr Wünsche auf die vorhandene landwirtschaftliche Fläche projiziert. Die Folgen seien unter anderem steigende Pachtpreise und wachsende Interessenkonflikte.

„Nehmen wir mal das Hohenbökener Moor“, beschreibt Wübbenhorst ein Beispiel: „Der Vogelkundler wünscht sich, dass dort bis zum Ende der Brutzeit am besten gar nichts passiert.“ Der Landwirt aber müsse seine Fläche schon jetzt bearbeiten, um sie zu optimieren, und dann auch früh mähen, solange das Gras noch viel Energie liefere. „Wir Landwirte wären schon bereit, nach dem 1. Juni zu mähen“, ergänzt Meyerholz – „aber nicht ohne finanziellen Ausgleich.“

Vom Vorstoß der Ganderkeseer SPD, das Moor unter Landschaftsschutz zu stellen, hält Cord Wübbenhorst wenig. Stattdessen wünscht er sich freiwilligen Vertrags-Naturschutz: „Auch Umweltschutz kann zum betriebswirtschaftlichen Einkommen beitragen.“ Aus wirtschaftlicher Sicht beantwortet er auch die Frage nach Windenergie im Hohenbökener Moor: „Wäre ich dort Grundeigentümer, wäre ich dafür.“

Dass bei der Landwirtschaft die Betonung auf den letzten beiden Silben liegen muss, daran lässt der neue Landvolk-Chef keinen Zweifel. Dass dies nicht jeder nachvollziehen will oder kann, erkennt er auch. Dass die Öffentlichkeitsarbeit daher eine seiner vorrangigen Aufgaben wird, weiß er: „Da müssen wir ran!“

Cord Wübbenhorst ist neuer Vorsitzender des Landvolks Ganderkesee. Unterstützt wird er durch vier stellvertretende Vorsitzende und deren Vertreter. Das sind für den Bereich Schönemoor Harm-Dierk Kämena und Hergen Meyerholz, für Grüppenbühren/Almsloh Cord Schütte und Carsten Strudthoff, für den Südwesten der Gemeinde Onno Osterloh und Thorben Schwarting sowie für den Südosten Volker Schmidt und Rainer Bücking. Der Vorstand wird komplettiert durch Kassenwart Jürgen Strudthoff und Schriftführer Lars Hüneke.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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